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Fred Stautner (60), Betriebsleiter und Bademeister im Freibad Grafing, steht am Beckenrand.
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„Ich muss die Leute andauernd zählen“: Fred Stautner (60), Betriebsleiter des Grafinger Freibads.

Bademeister Fred Stautner muss ständig überwachen, dass nicht zu viele Leute im Wasser sind

1,2,3,4...: Der Zählmeister vom Beckenrand

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Der Bademeister im Freibad Grafing ist zum Zählmeister mutiert: Er muss wegen des Coronavirus ständig aufpassen, dass nicht zu viele Schwimmer im Becken sind. Ein Besuch.

Grafing – Früher musste ein Bademeister vor allen Dingen darauf achten, dass keiner im Wasser verloren geht. Heute muss Fred Stautner (60), der Betriebsleiter des Grafinger Freibades, aufpassen, dass keiner zu viel ist in den Becken. Die Anzahl der Schwimmer ist begrenzt – wegen des Coronavirus. „Ich muss die Leute dauernd zählen.“

„Ich habe keine Angst vor Corona“, berichtet ein weiblicher Badegast. Sie gehe vor ihren regelmäßigen Schwimmrunden zuhause unter die Dusche, besuche dann das Bad, drehe ihre Runden, dusche sich danach kalt ab und fahre wieder nach Hause, sagt die Frau. „Eine Jahreskarte habe ich mir trotzdem gekauft. Ich bin froh, dass wir das Freibad haben. Das muss man unterstützen.“

Die Gäste sind treu, das freut den Bademeister

„Das haben tatsächlich viele so gemacht“, weiß Stautner um die Treue seiner Jahreskartenkäufer. „Gott sei Dank, sonst wäre das Defizit noch größer geworden, als es wegen Corona ohnehin schon ist.“ Er kennt seine Frühschwimmer alle, viele sogar persönlich. „Die Frau, die da vorne im Wasser Gymnastik macht, die kommt jeden Tag.“

Stautner nimmt am Morgen eine Chlorgaslieferung entgegen. In dieser Zeit passt Fachangestellte Sarah Anders (23) für ihn auf, dass sich nicht mehr als die erlaubte Anzahl von Personen im Wasser tummelt. Ihr Tag hat heute mit der Frühschicht begonnen. Die Becken mussten von ihr gesichtet werden, der Sauger muss aus dem Wasser, die Wasseraufbereitung muss ebenfalls kontrolliert werden und um 7.45 Uhr wird aufgesperrt. „Da warten dann die Badegäste meistens schon“, sagt der Betriebsleiter aus seiner langjährigen Erfahrung. Seit 32 Jahren ist er Bademeister – „immer im selben Bad. Am Anfang habe ich noch gedacht: In fünf Jahren bin ich wieder weg. Ich würde den Beruf heute wieder ergreifen.“ Er freut sich, dass er so viele treue Gäste hat. „Die kommen immer wieder, trotz des ekelhaften Bademeisters“, sagt der 60-Jährige und grinst dabei.

Es ist 8.30 Uhr, der Himmel ist wolkig. Nicht gerade das typische Schwimmwetter. Trotzdem ist in den Becken bereits jede Menge Betrieb. „Früher kamen zu der Zeit vor allen Dingen Ältere. Heute ist es sehr gemischt. Das hat sich geändert“, sagt Stautner und blickt in die Runde. Viele Grafinger nutzen das Freibad als günstige Möglichkeit, sich fit zu halten – auch Jüngere. Nur im Kinderplanschbecken herrscht am Morgen noch Ruhe, auf dem Wasser ziehen ein paar verlassene, kleine Plastik-Enten ihre Runden und warten auf Besuch.

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Freibad Grafing: Am Eingang bekommt jeder Badegast eine Nummer

Alle Gäste haben am Eingang beim Eintritt eine gelbe Karte mit Nummer erhalten, auch diejenigen, die nur zu den Besuchern zählen, die gar nicht ins Wasser wollen. So wird die Gesamtzahl der Badegäste kontrolliert.

In den Becken hingegen wird es komplizierter. „Im Schwimmerbereich und im Nichtschwimmerbecken dürfen sich jeweils 40 Personen gleichzeitig aufhalten“, sagt Stautner. Im Becken am Sprungturm sind es nur zehn Personen. Diese Anzahl ergebe sich dort aus der Größe der Wasserfläche von 15 mal 12 Metern, rechnet der Bademeister vor. Im Kinderplantschbecken ist dagegen nur Platz für gleichzeitig fünf kleine Wasserratten.

Die Nichtschwimmer-Zone muss der Bademeister alle 20 Minuten komplett räumen

Ist die jeweilige Anzahl erreicht, muss der Bademeister den Zugang zu den Becken mit einem Band absperren. Einen kompletten Wechsel gibt es jedoch alle 20 Minuten im Nichtschwimmerbereich. Der Grund dafür? „Die gehen sonst nicht freiwillig raus“, sagt Stautner.

Einbahnstraße beim Bahnenschwimmen: Es geht gegen den Uhrzeigersinn

Geschwommen wird gegen den Uhrzeigersinn: Manche finden das sogar besser als vor Corona.

Das große Becken ist mit einem Trennband in zwei Längshälften aufgeteilt. Geschwommen wird im Gegenuhrzeigersinn. „Das ist sogar besser als vorher, vor Corona“, sagt der weibliche Badegast mit Dauerkarte. Auf eine diesbezügliche Frage eines Badegastes wegen der Schwimmrichtung hat der Bademeister geantwortet: „In Bayern gehen die Uhren eben anders.“ Tatsächlich hat die Schwimmrichtung etwas mit den Zugangsmöglichkeiten zu tun, erklärt Stautner. An den Rändern und auf der Brücke über das große Becken sind Einbahnbeschilderungen angebracht. „Die kennt jeder aus dem Straßenverkehr“, sagt Stautner, warum die Symbole so gewählt wurden. Einfach, aber durchaus funktional.

Um kurz vor 9 Uhr trocknen sich die ersten Gäste bereits wieder ab, andere kommen. Es ist Wechsel.

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