Tragischer Frontalunfall auf der Ortsumfahrung fordert zweites Todesopfer

Tragischer Frontalunfall auf der Ortsumfahrung fordert zweites Todesopfer
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Die Gestaltung des Öxinger Platzes in Grafing hat bereits 742 000 Euro Steuergeld verschlungen. Doch er gefällt vielen Stadträten nicht. Sie wollen, dass er neu gestaltet wird. 

Sparappelle hin oder her

Geht‘s noch? Nagelneuer Öxinger Platz in Grafing soll wieder umgebaut werden

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Kann ein Privatmann mit einer Großspende Einfluss nehmen auf demokratische Entscheidungen in einem Stadtrat? In Grafing führte das Angebot einer Bürgers, für die Wiederumgestaltung des nagelneuen Öxinger Platzes 500 000 Euro auf den Tisch zu legen, vor allem die CSU in Versuchung.

Grafing – Der Sand in den Fugen zwischen den Granitblöcken am Öxinger Platz ist noch nicht ganz eingesunken, die Sparappelle aus dem Finanzausschuss vergangener Woche waren noch nicht ganz verhallt und trotzdem landete die Neugestaltung des neuen Platzes bereits wieder auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Vor allem für die CSU hat der Umbau offensichtlich Charme, auch wenn Ratsmitglied Josef Carpus meinte: „Das ist eine einmalige Chance und ein einmaliges Bürgerengagement. Das hat mit der CSU nichts zu tun.“

Die Gefahr, dass die Stadt damit bereits geflossene Städtebaufördermittel zurückzahlen muss, wenn der Öxinger Platz ein komplett neues Gesicht bekommen sollte, hielt Fraktionskollege Max Graf von Rechberg für überschaubar. Er, der sonst nicht müde wird, die Stadträte vor unnötigen Ausgaben zu warnen, glaubt nämlich, dass der Umbau unter Umständen gar nicht so teuer werden würde wie befürchtet, wenn man „ein paar Granitblöcke“ umsetze für einen „Atriumbrunnen“. „Ein paar tausend Euro“, meinte er etwas beschönigend. SPD-Stadträtin Regina Offenwanger pflichtete ihm zwar bei: „Der Platz, so wie er jetzt ist, gefällt mir überhaupt nicht.“ Aber auch sie räumte ein: „Für mich ist er jetzt erst mal fertig. Wir müssen nichts übers Knie brechen.“

Bürgermeisterin Angelika Obermayr erinnerte daran, dass die bisherige Gestaltung des Tors zum Grafinger Marktplatz bereits 742 000 Euro verschlungen hat. „Ich plädiere dafür, nicht Steuergelder einfach rauszuschmeißen. Bitte kommt zur Vernunft“, appellierte sie an die Ratsmitglieder.

Mit der möglichen Spende hat es seine eigene Bewandtnis. Sie soll nämlich erst in 15 Jahren oder bei Ableben des Grafinger Privatmannes fließen. Die Stadt müsste die Umgestaltung also zwischenfinanzieren, bestätigte Bauamtsleiter Josef Niedermaier sinngemäß. FW-Ratsmitglied Christian Einhellig hält den Versuch, das neue Areal schon wieder neu zu gestalten für „vollkommen überzogen“. Er sagte: „Das ist in keiner Weise gerechtfertigt. Das gibt in wirtschaftlicher Weise keinsten Sinn“. Das Engagement des Bürgers, der dafür Geld ausgeben will, sei für ihn trotzdem „ehrenhaft“, wie auch Offenwanger sinngemäß sagte.

So wie der Öxinger Platz jetzt aussieht, ist er das Resultat eines langwierigen, demokratischen Abstimmungsprozesses, der viel Aufwand verursacht hat. Trotzdem ist dabei nicht ganz das herausgekommen, was sich die Gremiumsmitglieder erhofft hatten, räumte auch Obermayr ein. Denn ursprünglich sei dort ein Café mit Verweilmöglichkeit und Sitzgelegenheiten im Freien geplant gewesen. Auf die Vermietung der Räume hat die Verwaltung freilich keinen Einfluss und so wurden Ladengeschäfte daraus und kein Kommunikationszentrum.

Soll das Areal tatsächlich kurz nach seiner Fertigstellung schon wieder ein neues Gesicht erhalten, ist das zwingend davon abhängig, dass am Ortseingang zur Stadt Tempo 30 eingeführt werden kann. Das ist freilich bisher von allen zuständigen Stellen kategorisch ausgeschlossen worden. Landrat Robert Niedergesäß, so wurde er in der Sitzung von Obermayr zitiert, hält diese Temporegelung offensichtlich trotzdem für möglich, die damit das Tor zum Umbau erst aufmachen würde. Dazu müsste die Rotter Straße nur zur Gemeindestraße herabgestuft werden. „In ein paar Jahren kommt das sowieso“, blickte Rechberg in die Zukunft.

Diesem Gedanken freilich konnten auch andere Ratsmitglieder Positives abgewinnen. Denn das würde dann etwa für die Griesstraße oder die Glonner Straße oder die Ortsdurchfahrt von Nettelkofen vielleicht auch möglich werden. „Das wäre ein Flächenbrand im ganzen Landkreis“, meinte Niedermaier, und auch andere sahen darin einen „positiven Nebeneffekt“. 

Gegen eine Vertagung votierten nur Bürgermeisterin Obermayr und Heinz Fröhlich („Bündnis für Grafing“). Mit 7:4 Stimmen wurde auf Vorschlag von Offenwanger beschlossen, einen Arbeitskreis „Neuumbau“ zu bilden. Vorher wird freilich abgeklärt, welche Chancen es dafür gibt, in der Rotter Straße das Tempo wirklich auf 30 km/h zu beschränken. 

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