Bademeisterin Sandra Friesinger am Beckenrand im Grafinger Freibad, für das der Stadtrat die Preise moderat erhöht hat. Durchschnittlich kostet jeder Öffnungstag 2000 Euro. Foto: sro

Freibad Grafing

Gejammer um einen klaren Standortvorteil

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Grafing - Die Grafinger Stadträte führen eine ewige, altbekannte Diskussion ums Freibad und erhöhen die Eintrittspreise.

Ist das Wetter schön, muss in Grafing mehr Aufsichtspersonal eingesetzt werden. Ist es kalt, muss mehr in die Warmwasseraufbereitung investiert werden. Man kann es drehen und wenden wie man es will, das Freibad ist ein Draufzahlgeschäft. Und deswegen taucht das Thema immer wieder in Stadtratssitzungen auf - und zwar immer mit demselben Ansatz, auch in der jüngsten Sitzung. Der lautet: Zu teuer. Dabei ist ein Freibad ein Standortvorteil. Grafing hat Familien was zu bieten.

Wer’s nicht glaubt, kann sich gerne bei Immoscout 24 schlau machen: „Das städtische Freibad, die Eissporthalle, die 4 Tennisanlagen, der Golfplatz, die Schießsportanlage und das Sportstadion mit der Allwettersportanlage, Fußballplätze, Leichtathletikanlage mit Rundbahn, Beach-Volleyball, Tischtennisplätze“: Alles vorzügliche Attribute, die auf der beliebten Immobilienplattform Grafing zugeordnet werden. Das Schwimmbad steht gleich an erster Stelle.

Freibad lockt Steuerzahler an

Zugegeben, wegen eines Freibades alleine zieht niemand nach Grafing. Aber ein weicher Standortfaktor ist ein solcher Tummelplatz für Kinder wohl allemal, wenn es darum geht, junge Doppelverdiener dazu zu animieren, sich hier niederzulassen. Deren Beitrag zum Anteil an der Einkommensteuer der Stadt darf nicht unterschätzt werden.

In der jüngsten Sitzung ging es darum, die Eintrittspreise „maßvoll“ zu erhöhen. „Damit schaffen wir, dass wir das Defizit nicht steigern“, stieg Kämmerer Christian Bauer in die Diskussion ein. Zuvor hatte in der Bürgerfragestunde Dieter Schönfeld kritisiert, dass es der Stadtverwaltung nicht gelungen sei, das Dauerkartenaufkommen auf 1000 Stück pro Jahr zu treiben. Der Kämmerer konterte vorsichtig mit dem Hinweis, dass man dabei ein noch bisschen auf das schöne Wetter angewiesen sei.

„Wir machen das Schwimmbad immer dann erst auf, wenn das schlechte Wetter kommt“, beklagte Georg Schlechte (CSU), die Bäder im Umfeld seien früher im Jahr schon geöffnet. Dass die Nächte da noch kalt und der Wärmeverlust und mithin die Kosten deshalb besonders hoch sind, trat bei dieser Argumentation etwas in den Hintergrund.

Max Graf von Rechberg (CSU) wollte wissen, ob die Kinder nochmal Eintritt bezahlen müssen, wenn sie sich in der nahen Pizzeria nur etwas zum Essen holen. Diese Sorge konnte Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) zerstreuen mit dem Hinweis darauf, „dass da an der Kasse ein Mensch sitzt“ und kein Automat.

Jeder Öffnungstag kostet 2000 Euro

„Durchschnittlich kostet jeder Öffnungstag 2000 Euro“, informierte Bauer. Yukiko Nave (Bündnis für Grafing) plädierte deshalb dafür, für die Parkplätze am Stadion eine Parkgebühr zu verlangen. Der Aufschrei der Anlieger, wegen derer die zusätzlichen Parkplätze geschaffen wurden, um sie vor dem Ausweichverkehr zu schützen, dürfte in so einem Fall nicht lange auf sich warten lassen.

Gabriela Wischeropp (FW) schlug vor, im Schwimmbad mehr „Bandenwerbung“ zu vermarkten. „Das ist leider sehr mühsam, da jemand mit Interesse zu finden“ informierte Bauer.

Die Preise:

Einzelkarte: (Preise bisher in Klammern)

Erwachsene 3,70 (3,20 Euro)

ab 17 Uhr 2,70 (2,50 Euro)

Zehnerkarte 33 (30 Euro)

Jugendliche ermäßigt 2,70 (2,50 Euro)

Zehnerkarte 22 (20 Euro)

Kinder 1,70 (1,50 Euro)

Zehnerkarte 12 (10 Euro)

Saisonkarte:

Familien 120 (100 Euro)

Erwachsene 60 (50 Euro)

Jugend ermäßigt 33 (30 Euro)

Kinder 20 (18 Euro).

Im Vorverkauf kostet die Familienkarte 110 Euro, die Saisonkarte für Erwachsene 54 Euro, für Jugendliche 30 und für Kinder 18 Euro.

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