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Alkohol war im Spiel, als es in Grafing am Bahnhof zu einer Auseinandersetzung kam, die jetzt ein Nachspiel vor Gericht hatte.

21-Jährige schlägt mit Bierflasche zu und bekommt Sozialstunden aufgebrummt

Alkohol, Aggression und schlechter Freund - Frau vorbestraft

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Alkohol, ein schlechter Freund, Aggressionen. Ein gefährlicher Cocktail. Der wurde einer 21-Jährigen aus dem Landkreis Rosenheim zum Verhängnis.

Ebersberg – Das Amtsgericht in Ebersberg verurteilte die vorbestrafte Frau, weil sie mit einer Bierflasche auf eine 29-jährige Grafingerin einschlagen hatte, und diese bei der Polizei der Körperverletzung beschuldigte.

Bier getrunken, Joint geraucht

Was war passiert? An einem Samstagabend im Juli 2017 stand die Angeklagte mit ihrem damaligen Freund vor einem Café am Bahnhof „Grafing Stadt“. Sie tranken Bier, rauchten einen Joint. Der Ex-Freund reichte den Joint an den Besitzer des Cafés weiter, der ebenfalls vor dem Lokal stand. Der Inhaber nahm die Zigarette, knickte sie in der Mitte durch und warf die Stängel aufs Gleisbett. Er wollte wohl nicht, dass vor seinem Lokal gekifft wird. Es kam zum Streit, die Grafingerin mischte sich ein. Sie und die stark alkoholisierte Angeklagte beschimpften sich. Schließlich schlug die damals 19-Jährige die Bierflasche in ihrer Hand an den Kopf der Grafingerin. So stark, dass die Flasche zerbrach. Wie durch ein Wunder fehlte der heute 29-Jährigen außer einer Beule nichts. Eine Glasscherbe schnitt der Angeklagten allerdings die Beugesehne durch.

Bei der Polizei den Spieß umgedreht

Bei der späteren Vernehmung durch die Polizei drehte sie den Spieß um: Die junge Frau beschuldigte nun die Grafingerin, sie mit der Flasche geschlagen zu haben. Angeklagt wurde sie deshalb nicht nur wegen Körperverletzung, sondern auch, weil sie die Grafingerin bei der Polizei falsch verdächtigt hatte.

Im Sitzungssaal 1 des Amtsgerichts gibt die Angeklagte die Tat zu, wollte mit der Falschaussage bei der Polizei „aus der Nummer rauskommen“.

Sicherungen durchgebrannt

An dem Abend seien ihr die „Sicherungen durchgebrannt“, berichtet die Angeklagte. Sie sei betrunken gewesen, 0,9 Promille, wie ein Alkoholtest ergab. Treibende Kraft sei aber die schwierige Beziehung zu ihrem Ex-Freund gewesen. Ein Mann, der seine Zeit „in der Drogenszene verbracht hat“. Mit 15 Jahren habe sie ihn kennen gelernt, er viel älter als sie. Er habe die junge Frau schlecht behandelt, ihr Geld geschuldet. „Ich war damals sehr unglücklich“, sagt die 21-Jährige.

Von Freund getrennt

Sie habe sich von dem Mann getrennt, er ist kurze Zeit später gestorben. Mittlerweile habe sie einen neuen Freund und sei Mutter eines kleinen Buben.

Die geschädigte 29-Jährige sagt im Zeugenstand, dass der Ex-Freund die Angeklagte angestiftet hatte. Die Grafingerin ist versöhnlich. „Es war eigentlich keine große Sache“, meinte sie vor dem Amtsgericht.

Richter Dieter Kaltbeitzer verurteilt die junge Mutter nach dem Jugendstrafrecht: Sie muss 80 Stunden Sozialdienst leisten. Außerdem muss sie neun Monate Alkohol- und Marihuanaabstinenz nachweisen.

Hier war ebenfalls Alkohol im Spiel: 

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