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Flut mit Treibgut: Der notdürftige Palettensteg unter Gleis 5 hat sich in eine Insellandschaft verwandelt.

Drainage versagt

Grafing-Bahnhof: Pendler müssen durch knöcheltiefes Wasser waten

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Grafing – Wieder einmal ist die Fußgängerunterführung in Grafing-Bahnhof zum Parkplatz auf der Westseite des Bahnhofs nach den jüngsten Regenfällen überflutet – diesmal mehr als knöcheltief.

Gummistiefel sollte im Kofferraum haben, wer derzeit mit dem Zug von Grafing-Bahnhof nach München pendelt und mit dem Auto anreist. Nicht einmal der notdürftige Steg, den der Grafinger Bauhof aus Holzpaletten improvisiert hat, schafft mehr Abhilfe gegen die ansehliche Wasserlache, die sich in der Fußgängerunterführung gebildet hat. Diese schwimmen einfach davon. Das führt zu Szenen in der Unterführung, die einer gewissen Situationskomik nicht entbehren.

Mancher Pendler watet barfuß mit hochgekrempelten Hosenbeinen durch die trübe Brühe, die sich am niedrigsten Punkt des Fußgängertunnels angesammelt hat und hofft darauf, nicht in eine Scherbe zu treten. Andere vertrauen auf ihre sportlichen Fähigkeiten und hopsen von Palette zu Palette – begleitet von kräftigen Flüchen, wenn der Sprung daneben geht, wovon am anderen Ufer bei jedem Schritt das Schmatzen feuchter Schuhe zeugt. Einzelne nehmen in der Eile sogar den lebensgefährlichen Weg über die Gleise.

Zuständig ist eigentlich die Bahn

Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) ist angesichts der Staulage unter Gleis 5 nicht zum Lachen zumute. Eigentlich sei die Bahn dafür verantwortlich, dass die Drainage des Tunnels ordnungsgemäß funktioniert. „Wir fühlen uns als Stadt aber durchaus zuständig für einen Bahnhof auf unserem Gebiet“, sagte Obermayr am Montag.

Das Grafinger Rathaus telefoniere der Bahn seit Wochen hinterher. Die in der Unterführung verbauten Drainagepumpen seien bei Starkregen mit der anfallenden Wassermenge überfordert und die Elektrik falle öfter komplett aus. Seit drei Wochen warte man zudem auf einen neuen Schwimmschalter. Den Einbautermin wisse nur der zuständige Techniker der Bahn – der derzeit nicht ans Handy gehe. Wir würden die Pumpen sogar auf eigene Kosten reparieren“, sagt Obermayr entnervt. Das gestalte sich aber kompliziert. „Es ist schwierig, in Kontakt zu treten und etwas zu vereinbaren“, formuliert es Obermayr diplomatisch.

Manche Pendler nehmen es derweil mit Galgenhumor, fühlen sich an Venedig erinnert oder kommen sich beim Springen über die Paletten vor wie im Computerspiel „Super Mario“. Bei anderen wächst die Wut. Die Bahn konnte derweil auf Anfrage der Ebersberger Zeitung nicht sagen, wie das Problem behoben werden soll. Am Montagnachmittag teilte die Grafinger Bürgermeisterin dann mit, dass „jetzt abgepumpt worden sei“.

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