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Die Böschung an der Grafinger Ostumfahrung ist bei Engerloh zu steil, sagen Anwohner. 

Böschung zu steil?

Anlieger sagen: Grafinger Ostumfahrung hat Mängel

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Anlieger aus dem Grafinger Ortsteil Engerloh üben erneut Kritik an der Ostumfahrung. Diese sei baulich nicht korrekt ausgeführt worden.

Grafing – Der Verkehr ist anfänglich weniger geworden, jetzt nimmt er aber langsam wieder zu, wie man am Grafinger Marktplatz unschwer selbst beobachten kann. Die Ostumfahrung hat Wirkung entfaltet, wenngleich der Entlastungseffekt im Zentrum wohl kleiner ausgefallen ist, als ursprünglich angenommen wurde. Eine Auswirkung aber sorgt immer wieder für Diskussionen – vor allem im Ortsteil Engerloh. Es geht um den Straßenlärm.

Anlieger: Böschung zu steil

In der Bürgerversammlung hatte Manfred Stürzer auf einen Fehler aufmerksam gemacht, der seiner Meinung nach bei der Bauausführung der Ostumfahrung passiert ist. Die Böschung auf der rechten Fahrbahnseite in Richtung Ebersberg auf Höhe von Engerloh sei zu steil ausgeführt. Jedenfalls entspreche sie nicht den Planungsvorgaben. Die Familie Stürzer betreibt in Engerloh eine Ferienpension und hat Angst, dass die Gäste ausbleiben könnten.

„Mein Mann hat vor der Bürgerversammlung nächtelang den Planfeststellungsbeschluss und den Erläuterungsbericht der Ostumfahrung durchgefilzt und ist dann auf die entscheidenden Passagen gestoßen“, sagt Ingrid Stürzer. Die wichtigste Aussage laut der betroffenen Familie findet sich im Planfeststellungsbeschluss, der der Ebersberger Zeitungvorliegt, auf Seite 44 und lautet wörtlich: „Die Böschungen der Ortsumfahrung Grafing unter 2,0 m Höhe werden zudem so flach ausgezogen, dass im Endzustand die Böschung wie eine natürliche Geländeformation aussehen wird.“ 

Ein paar Seiten weiter heißt es: „Die Ortsumfahrung Grafing wird ohnehin, soweit möglich, mit begleitender Straßenbepflanzung eingegrünt.“ Wenn damit Sträucher gemeint sein sollten, die auch lärmdämmende Wirkung hätten, bleibt festzuhalten: Die gibt es bisher nicht. Bauamtsleiter Josef Niedermaier hatte in der Bürgerversammlung auf diese Vorhaltungen der Familie Stürzer eine klare Antwort. Wenn in der Bauausführung Mängel aufgetreten seien, bestehe ein „Anspruch auf Nachbesserung“.

Mehr Grund erforderlich?

Stefan Leitner, stellv. Leiter des Straßenbauamts Rosenheim, ist eigener Auskunft nach erst zwei Monate im Amt und kennt den Vorgang deshalb noch nicht im Detail. Er sagt aber: Wenn die Böschung weiter abgeflacht würde „brauche ich mehr Grunderwerb“. Die Frage sei: „Was ist flach?“

Vorteil für Landwirte

 Stürzer sieht für die Landwirte in einer solchen Lösung sogar einen Vorteil, den er so formuliert: „Die Pächter können bei flacher Böschung fast bis zum Bankett ihre Feldfrüchte anbauen“, das bedeute auf ganzer Länge ein Plus von 500 Quadratmeter mehr Ackerland. „Und auch wir Engerloher hätten etwas davon. Seit zwei Jahren können wir nun hören, dass der angebaute Mais im Sommer als Lärmdämpfer wirkt, sobald er ca. 50 Zentimeter über Straßenniveau gewachsen ist. Das dauert halt seine Zeit bei 1,7 Meter hohem Damm und mit Getreide geht’s überhaupt nicht. Aber mit flach ausgezogenen Böschungen schon bzw. länger im Jahr.“ Dass der Mais lärmdämpfend wirken könne, hält Leitner für eine „subjektive Empfindung.“

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Entgegenkommen wurde bereits gezeigt. Auf Betreiben der Engerloher wurde die Geschwindigkeit in dem betreffenden Abschnitt auf Tempo 70 beschränkt.

„Selbstverständlich schauen wir uns das an. Wenn planabweichend gebaut wurde, müssen wir eine Lösung suchen“, sagt Leitner.

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