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Florian Wieser, Kopf der Straußdorfer Dorferneuerung.

Dorerneuerungsprogramm

Straußdorf soll kein Aldi-Parkplatz werden

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Dorferneuerung Straußdorf, nächster Schritt: Das Thema Parkplätze dominiert die Diskussion.

Straußdorf – Es soll ein Platz werden mit Aufenthaltsqualität. Mit einer kleinen Tribüne am dortigen Bolzplatz, einem Brunnen, mit Pflasterflächen und einer behindertengerechten Rampe am Kindergarten. Bei der Infoveranstaltung zum nächsten Schritt der Dorferneuerung in Straußdorf dominierte aber ein Thema die Diskussion: Es war die geplante Anzahl der Parkplätze. Und das war teilweise sogar berechtigt.

Landschaftsarchitekt Dietmar Narr präsentierte auf Einladung von Initiator Florian Wieser das, was an bisherigen Gedanken zur Umgestaltung des Areals vor Feuerwehrhaus und Kindertagesstätte zusammengetragen wurde. Und weil er betonte, dass es sich dabei lediglich um einen „Vorentwurf“ handeln würde, nutzten als Erste die Vertreter der örtlichen Feuerwehr die Gelegenheit, das Wort zu ergreifen. 14 auf dem Areal vorgesehene Parkplätze erschienen ihnen zu wenig, wie übrigens auch einem Mitglied des örtlichen Chores, der hier übt.

Feuerwehr pocht auf mehr Parkplätze

„Wir haben 20 Einsätze im Jahr“ informierten die Einsatzkräfte. Es müsse gewährleistet sein, dass sie bei einem Alarm vor dem Feuerwehrhaus schnell und problemlos ihre Privatfahrzeuge abstellen könnten. Das könne schwierig werden, wenn gleichzeitig Eltern ihre Kinder mit dem Fahrzeug zur Kindertagesstätte bringen würden und möglicherweise auch das Kindergartenpersonal dort parkt, wurde argumentiert. Die Absicht sei es, hier einen zentralen Dorfplatz zu schaffen und keinen Aldi-Parkplatz mit Strichen am Boden, konterte Narr sinngemäß. „Machbar ist aber alles.“

Obermayr sucht Kompromiss

Im Verlauf der längeren Debatte zu diesem strittigen Punkt warb Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) dafür, alle Forderungen bestmöglich unter einen Hut zu bringen. „Wir müssen dazu einen Kompromiss finden“, meinte sie. So ein Kompromiss könnte unter anderem darin bestehen, die örtliche Wertstoffinsel zu verlegen, etwa auf das Gelände am Mobilfunkmasten im Norden des Ortes. Der Vorteil wäre ein Gewinn von Stellflächen. 

Dieser Vorschlag kam aus der Bürgerschaft freilich ohne, dass er vorher mit dem Grundeigentümer abgesprochen worden wäre. Für die Straußdorfer würde diese Lösung einerseits etwas weitere Wege bedeuten, andererseits aber versprechen sie sich davon, dass weniger Ortsfremde hier ihren Müll sozusagen an der Durchfahrtsstraße en passant loswerden können, wie immer wieder beobachtet werde.

Konzeptioneller Mangel

Der Platz hat bisher einen bedeutenden konzeptionellen Mangel: Über ihn gelangt das Einsatzfahrzeug zur Hauptstraße. Den Vorschlag, die Zufahrt auf ein anliegendes Grundstück zu verlegen, quittierte der Grundeigentümer sinngemäß mit den Worten, ob der Vorschlaggeber noch alle Sinne beieinander habe.

Von der Feuerwehr kritisiert wurde auch, dass der Platz nach den Vorstellungen des Büros Narr Rist Türk im Endausbau nicht auf ganzer Fläche gepflastert, sondern nur rundum einen Pflasterstreifen erhalten soll. Das werde vom Eindruck her sonst zu „urban“ meinte Narr. Ein Feuerwehrler hingegen sagte: „Wenn wir hier beim Üben einen Schlauch ausrollen, liegt er wieder im Dreck.“ Für Entscheidungen in allen diesen strittigen Fragen ist es noch viel zu früh. Der Abend diente eher der Stoffsammlung.

Lesen Sie auch: Straußdorf: Bauen ja, aber nicht zubauen

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