Links und rechts der Straße zum Kreisel stehen zwei alte Eichen. Die linke ist über 300 Jahre alt.
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Links und rechts der Straße zum Kreisel stehen zwei alte Eichen. Die linke ist über 300 Jahre alt.

Kreistagsgrüne wollen zwei Bäume retten, die wegen  Straßenbaumaßnahme gefährdet sind

Uralt-Eichen sollen neuem Radweg weichen

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Rad fahren ist umweltfreundlich. Weniger umweltfreundlich ist es, wenn für einen Radweg alte Eichen fallen müssen. Das droht jetzt beim Umbau der EBE 8 in Grafing.

Update vom 5. Juni 2020: Grüne setzen sich für bedrohte Eiche ein: Antrag an Umweltausschuss gestellt

Grüne richten Antrag an den Umweltausschuss: Der Baum soll trotz fortgeschrittener Planung erhalten bleiben. Hier geht es zum ganzen Artikel

Erstmeldung vom 2. Juni 2020: Uralt-Eichen sollen neuem Radweg weichen

Nettelkofen – Am Mittwoch (3. Juni 2020) ist der Spatenstich geplant, doch vor dem offiziellen Start der Baumaßnahme gibt es bereits Ärger. Die Fraktion der Grünen im Kreistag hat sich am Montag deswegen zu einer Absprache verabredet, weitere Aktionen werden nicht ausgeschlossen. Es geht um zwei Eichen an der Straße von Nettelkofen Richtung des Kreisels, von dem nach Grafing, Wiesham oder zur Reitgesinger Kreuzung abgebogen werden kann. Diese Eichen sollen einer Straßenausbaumaßnahme weichen.

Bäume bilden ein grünes Tor

Wer von Nettelkofen auf der EBE 8 zum Kreisel unterwegs ist, fährt hier wie in ein grünes Tor. Links und rechts der Straße stehen zwei große Eichen, die nördlich der Straße hat einen Stammumfang von 4,20 Metern, haben die Grünen nachgemessen. Fachleute schätzen das Alter einer der beiden Bäume auf etwa 300 Jahre. „Das war mit Sicherheit mal ein Solitärbaum, der andere Wald ist längst nicht so alt und später dazugekommen“, sagt Waltraud Gruber, Sprecherin der grünen Kreistagsfraktion.

„Schwer zu verstehen und kaum nachvollziehbar“

Weil die Kreisstraße EBE 8 ausgebaut und zusätzlich mit einem Anwandweg für Radfahrer versehen werden soll, sehen die Grünen die zwei Eichen bedroht, deren Stamm nur jeweils etwa eineinhalb Meter vom jetzigen Rand der nicht ausgebauten Straße entfernt ist. „Dass eine für die Natur wertvolle und wunderschöne alte Eiche beim Ausbau einer Straße nicht gerettet werden kann, ist auf den ersten Blick für sehr viele Menschen schwer zu verstehen und kaum nachvollziehbar“, räumt Evelyn Schwaiger, Behördensprecherin des Landratsamtes Ebersberg ein.

Im Umweltausschuss mit keinem Wort erwähnt

Was Gruber ärgert: Es sei in der Debatte im Umweltausschuss des Kreistags mit keinem Wort erwähnt worden, dass die zwei alten Bäume möglicherweise weichen müssten. Das sei Fakt. „Wir wollen uns in jedem Fall dafür einsetzen, dass sie nicht gefällt werden.“

Ein Anruf im Grafinger Rathaus hilft nicht weiter. „Wir sind nicht der Bauherr“, heißt es aus der Verwaltung. Weitere Auskünfte gebe das Straßenbauamt Rosenheim. Aus einer Pressemitteilung geht dort aber nur Folgendes hervor. „Im Zuge der Straßenbauarbeiten lässt das Staatliche Bauamt Rosenheim auf einer Länge von 1,1 Kilometern einen Geh- und Radweg neu errichten. Am Ende des Geh- und Radweges, im Bereich Nettelkofen, wird zusätzlich eine Querungsinsel hergestellt, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Außerdem wird die Kreisstraße in diesem Bereich ausgebaut und die Linienführung verbessert.“ 

Radius nicht in Stein gemeißelt

Ein Radius sei doch nicht in Stein gemeißelt, wendet Gruber hier sinngemäß ein und sie verweist auf zwei Radwege, die problemlos um Bäume herumgeführt worden seien. Einer davon stehe zwischen Grafing und Straußdorf an der Abzweigung nach Dichau. Es gebe aber noch ein Beispiel: In Lorenzenberg wäre ebenfalls eine Eiche durch Straßenbaumaßnahmen gefährdet worden. Auch hier, so Gruber, sei die Planung bereits abgeschlossen gewesen, „wurde aber dann noch einmal geändert“. „Es ist sehr traurig, dass wir diesen wunderschönen und sehr alten Baum verlieren, allerdings würde eine Umplanung nach Überzeugung aller Experten zur einem deutlich höheren Flächenverbrauch führen“ sowie zur Rodung anderer Bäume, nahm Landrat Robert Niedergesäß auf Nachfrage der Ebersberger ZeitungStellung.

Grüne wollen alle Hebel in Bewegung setzen

„Vor dem Herbst darf eigentlich hier gar nicht gefällt werden“, wegen der Vogelbrutzeit sagt Gruber. Am Montag wurden am Kreisel aber bereits Straßenabsperrungen errichtet. „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen“, kündigt die Grüne an. „Wir müssen uns einen Plan B überlegen. Geht nicht, gibt’s nicht“, so Gruber.

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