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Wiedersehen im Biergarten: Nach 40 Jahren traf sich der erste Kollegstufenjahrgang des Gymnasiums Grafing in Elkofen. 

Nach 40 Jahren trifft sich der erste Kollegstufenjahrgang wieder

Erinnerung an eine gelungene Premiere in Grafing

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Wer hier zufällig mit dem Auto vorbeifuhr, wurde fröhlich hereingewunken. Nach 40 Jahren kann man sich schließlich nicht mehr genau an jedes Gesicht erinnern. 

Grafing – Der erste Kollegstufenjahrgang des Gymnasiums Grafing traf sich in der Schlossgaststätte in Elkofen zum 40-jährigen Abiturjubiläum. Es waren die ersten Gymnasiasten, die zahlreiche Wahlmöglichkeiten nutzen konnten. Damals wurde in der Oberstufe der Klassenverband aufgelöst. Eine Premiere.

Lehrern mit Respekt und Neugierde begegnet

Die Schüler konnten je nach Neigung ihre Leistungsschwerpunkte und Kurse wählen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass nicht jeder jeden gleich intensiv in Erinnerung hatte beim Zusammentreffen im Biergarten der Schlossgaststätte. „Helfen Sie mir drauf: Wie war ihr Name nochmal?“ Alle gleich in lebendiger Erinnerung hatten die Schüler jedoch ihre Lehrkräfte, denen sie auch heute noch mit sichtlichem Respekt und Neugierde begegneten. 40 Jahre sind schließlich eine lange Zeit.

So beschreiben Schüler des Gymnasiums in Grafing ihre neue Aula: Heller, größer, schöner!

Es musste viel geleistet werden

Der Grafinger Rechtsanwalt Karlheinz Niedermeyr hatte als Mitorganisator der Veranstaltung Schriftliches vorbereitet. Er erinnerte daran, dass „damals viel geleistet werden musste“, wenngleich die Abiturienten „doch mehr Zeit als heute“ gehabt hätten. Der Einführung des Kurssystems freilich wurde bald mit Vorurteilen begegnet etwa aus früheren Abiturjahrgängen, die behaupten, dass sie vorher noch „richtiges Abitur“ gemacht hätten vor allen Dingen in Bayern, wo es am schwersten gewesen sei. Diese Sichtweise ist einseitig, auch wenn inzwischen in vielen Bundesländern eine Tendenz zur Abkehr von der frühen Spezialisierung wieder hin zur Allgemeinbildung deutlich wird.

Tradition weiterführen

Niedermeyr erinnerte daran, dass Wilhelm von Humboldt die Bildungsgrundlagen des humanistischen Gymnasiums geschaffen hatte. Humboldt gilt als Reformator des Schulwesens, und Reformen hat das Gymnasium in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder erlebt – wenn auch mit wechselnder Fortüne. „Vieles von diesen damaligen Idealen fehlt uns heute. Wir sollten jedoch daran anknüpfen und diese Tradition weiterführen“, so Niedermeyr.

Führung durch Schloss Elkofen

Unter den ersten Kollegiaten des Gymnasiums Grafing war auch Max Graf von Rechberg, der Grafinger CSU-Stadtrat und Burgbesitzer. Und weil sein Wohnsitz kaum einen Steinwurf von der Schlossgaststätte entfernt ist, lud er seine Klassenkameraden ein zur Besichtigung der Burg Elkofen, nicht ohne vorher eine Ermahnung an die ehemaligen Schüler zu richten, die allzu sorglos eine Feuerwehrzufahrt zugeparkt hatten. Zwischendurch war das Treffen vor dem drohenden Regen aus dem Biergarten ins Gasthausinnere verlegt worden, wo anschließend Zeit war, alte „Schülerspäße“ aufzufrischen. Allgemein sehr bedauert wurde, dass der damalige Direktor des Gymnasiums, Karl Dickopf nicht bei dem Treffen dabei war. Der beliebte Schulleiter war im Januar im Alter von 96 Jahren gestorben.

Wer war jetzt damals der beste Schüler und wer der schlimmste, und war vielleicht der schlimmste am Ende sogar der erfolgreichste? Darüber wollte sich die Klassengemeinschaft nicht auslassen. Spontan aus dem Gedächtnis abgerufen wurde nur die damalige Rangordnung nach Noten – vom ersten bis zum dritten Platz.

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