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Unbekannte waren ins Gymnasium Grafing eingebrochen und hatten Nazi-Schmierereien hinterlassen.
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Unbekannte waren ins Gymnasium Grafing eingebrochen und hatten Nazi-Schmierereien hinterlassen.

Hakenkreuz-Schmierereien in Grafing

Gegen Rechts: Flagge zeigen – statt Ball flach halten

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Welche Reaktion ist angemessen, wenn in einer Schule Hakenkreuz-Schmierereien hinterlassen werden? Diese Frage wurde jetzt in Grafing aufgeworfen.

Landkreis– Herbert Hof sprach das Thema im Rahmen der Bürger-Frage-Viertelstunde im Grafinger Stadtrat an. Hof hätte sich eine „deutlichere Reaktion“ von Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) gewünscht auf die jüngsten Vorfälle im Gymnasium, sagte er dem Gremium.

Wie berichtet, waren Unbekannte in die Schule eingebrochen und hatten dort Wände beschmiert – unter anderem auch mit Hakenkreuzsymbolen. Das ist nicht der erste Vorfall dieser Art.

Das Gymnasium war in der Vergangenheit schon öfter Zielscheibe verfassungsfeindlicher Aktivitäten. Auch eine Bombendrohung gab es in diesem Zusammenhang schon, das Schulgebäude musste deswegen im Dezember 2011 evakuiert werden. Es kamen Sprengstoffhunde zum Einsatz, bevor schließlich Entwarnung gegeben werden konnte.

Obermayr räumt Zurückhaltung ein

Die Grafinger Rathauschefin räumte ihre Zurückhaltung unumwunden ein, wehrte sich aber dagegen, dass man daraus ableiten könnte, sie hätte den Vorgang bagatellisieren wollen. Den „Ball flach zu halten“ sei „mit der Polizei so abgesprochen“ gewesen. „Daran habe ich mich gehalten.“ Die Ermittlungen, so wurde ihr mitgeteilt, müssten die Motive für die Tat klären. In Frage komme dabei alles, von politischen Beweggründen bis hin zur „einfachen Blödheit“, wie Obermayr wörtlich sagte.

Die Grafinger Bildungseinrichtung ist bekannt für ihre deutliche Haltung, was rechte Parolen betrifft. Die Gymnasiasten positionierten sich damals im Anschluss an die Bombendrohung mit einer Demonstration klar gegen rechte Umtriebe. Jetzt kam es erneut zu einem solchen Vorfall, den das Aktionsbündnis „Bunt statt braun“ freilich nicht isoliert, sondern in einem größeren Zusammenhang betrachtet wissen will.

Hitler-Bilder per WhatsApp

„Erst vor ein paar Wochen wurde in der Vaterstettener Realschule eine WhatsApp- Gruppe von Schülern aufgedeckt, die diese genutzt hatten, um Hitlerbilder zu verteilen und Menschen mit Behinderung aus rassistischen Motiven auf beschämende Weise zu beleidigen“, erinnert Angela Warg-Portenlänger, die Sprecherin der Aktion. Am 1. März sei außerdem „die Fassade des Ebersberger Jugendtreffs mit Hakenkreuzen und Drohungen gegen die Aktiven des Jugendtreffs verschmiert“ worden.

„Niemand sollte versuchen, dies alles als jugendliche Streiche oder Taten von Betrunkenen abzutun. Leider haben wir im Landkreis eine Entwicklung, die hier durchaus einen politischen Inhalt vermuten lässt“, widerspricht Jessica Kropp vom Kreisjugendring der Haltung, dass den Ball flach zu halten eine angemessene Reaktion auf die aktuellen Vorfälle sein könne. „Es ist an der Zeit, den Ursachen auf den Grund zu gehen, sich landkreisweit zu vernetzen und aktiv zu werden, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Nur wer rechte und rassistische Motive und Taten klar und unmissverständlich als solche benennt, kann wirkungsvoll dagegen vorgehen“, so Kropp in einer Pressemitteilung.

Schule ohne Rassismus

Das Gymnasium Grafing trage den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Daraus entstehe eine besondere Verantwortung, nicht zuletzt jenen Schülern gegenüber, für die nationalsozialistische und rassistische Symbole und Taten eine unmittelbare Bedrohung darstellten. In der Aufarbeitung des Vorfalls sollte die Schule „auf das Wissen der vorhandenen Arbeitskreise der Schüler und gegebenenfalls. professioneller Beratungsstellen zurückgreifen“, empfiehlt Angela Warg-Portenlänger.

Das Aktionsbündnis „Bunt statt braun“ und der Kreisjugendring Ebersberg rufen deshalb am Samstag, 16. März, zur Bannerentrollung und Demonstration auf. Banner werden um 12 Uhr an verschiedenen Orten im Landkreis entrollt. Bürger seien dazu eingeladen, auch privat an ihren Balkonen und Häusern Banner anzubringen. Ab 14 Uhr finde dann unter dem Motto „Ebersberg izzz da“ eine Demonstration gegen rechts am Ebersberger Marienplatz statt.

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