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Großer Moment für Eltern und Abschlussschüler: Die Absolvia 2019 wurde in der Grafinger Stadthalle gefeiert. 

Kritische Worte bei Abschlussfeier

Grafinger Abiturienten: „Wir sind alle nicht nur scheiße“

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Wunder geschehen: Dieses Lied von Nena sang der Lehrerchor des Gymnasiums Grafing. Für die Absolventen des Schülerjahrgangs hingegen war es wohl kein Wunder, sondern eher das Resultat harter Arbeit. Sie haben jetzt ihr Abitur in der Tasche.

Grafing – Meike Burger und Marc Schuster, die beiden Oberstufenkoordinatoren, begrüßten Schüler und Eltern, unter denen einige sich genau vorstellen konnten, was im Moment der Zeugnisübergabe in ihrem Nachwuchs wohl vorgehen mochte. Sie hatten von etwa zwei Jahrzehnten hier selbst ihre Hochschulreife in die Hand gedrückt bekommen.

„Die Absolvia 2019 ist ein guter Jahrgang“, meinte Schuster, der sich dafür bedankte, dass die Stadt Grafing den Gymnasiasten die Stadthalle wegen der Umbaumaßnahmen als zusätzlichen Pausenraum überlassen hatte. Für den Dank ans Stadthallenteam gab es großen und ehrlich gemeinten Applaus. Die Schüler hatten es sich im Untergeschoss der Halle leidlich eingerichtet.

Viele Zufälle warten

„Wir wünschen euch bei allem, was ihr anpackt, viel Glück“, sagte Burger an die Gymnasiasten gewandt, und in dieselbe Richtung lenkte Stefan Klopfer, Vertreter des Elternbeirats, den Blick in der vollen Stadthalle. „In eurem Leben wird es viele Zufälle geben“, gab Klopfer den Schülern mit auf den Weg und ermunterte sie trotzdem, Entscheidungen zu treffen. „Die schlechte Entscheidung, ist die, die man nicht trifft.“

„Wir haben es geschafft, trotz schwersten Matheabiturs seit Jahren“, freute sich in ihrer Abiturrede Gymnasiastin Theresa Emmert, nicht ohne Hinweis darauf, dass es in anderen Bundesländern einen Nachlass gegeben habe. Egal. Sie hätten jetzt zwar alles geschafft, inclusive Führerschein, außer eines: Die Handybenutzung in der Schule.

Hoffen auf Engagement gegen Rechts

Emmerts Schülerkollege Julius Gassert erinnerte dagegen daran, dass das Gymnasium in der Zeit seines Schulbesuchs immer wieder Angriffen mit rechtsextremem Hintergrund ausgesetzt gewesen sei. Er würde sich wünschen, dass seine Mitschüler auch künftig Engagement gegen Rechts zeigen.

Natürlich braucht eine Abiturrede eine Portion Würze, und die lieferte Emmert schließlich doch: „Wir sind alle nicht nur scheiße“, meinte die Absolventin, und ließ dabei offen, wem dieses Zitat zuzuordnen ist. „Sondern wir sind auch ein bisschen cool. Es freut uns, dass wir so zu ihrem Lieblingsjahrgang wurden“, sagte die junge Frau unter großem Gelächter ihrer Mitschüler. 

„Festplatte löschen“ auf Korfu

„Auf uns warten spannende Erlebnisse“, blickte Emmert zum Abschluss ihrer Rede in die Zukunft. Wer seine Festplatte vorher noch „komplett löschen“ wolle, müsse auf die Abschlussfahrt nach Korfu mitkommen.

Dass auf den Abschlussjahrgang große Herausforderungen zukommen werden, und er das auch weiß, war der Rede von Emmert und Gassert deutlich zu entnehmen. Und damit war nicht nur der Klimawandel gemeint.

Auch interessant: Erinnerung an eine gelungene Premiere in Grafing

Auf welchem Niveau im Grafinger Gymnasium Leistung abgerufen wird, konnte dem Libertango von Astor Piazolla, vorgetragen von Helena Peschel (Cello) und Jakob Skudlik (Klavier) entnommen werden: Große Klasse! 

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