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Blick auf die Geschäftszeile am Marktplatz in Grafing: Mittendrin ein Leerstand. 

Grafinger Einzelhandelskonzept im Kastenwirt vorgestellt

Viel Analyse aber viel zu wenige Lösungsvorschläge

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Das Problem ist kein spezielles Grafinger Problem, sondern zeichnet sich überall im Landkreis Ebersberg ab. Der Einzelhandel ist in Schwierigkeiten. Es gibt Leerstände.

Grafing/Landkreis– Die Stadt Grafing versucht, mit einem eigenen Konzept gegen diese Entwicklung anzukämpfen. Dessen Inhalte stellte am Mittwochabend Professor Joachim Vossen vom Institut für Stadt- und Regionalmanagement im Kastenwirt vor.

Der Vortrag hinterließ bei den anwesenden Geschäftsleuten überwiegend Enttäuschung, wie in der Aussprache deutlich wurde. Es mangelte ihnen etwas an konkreten Vorschlägen, wie etwa Wolfram Staude vom Tourismusverein in einem Wortbeitrag deutlich erkennen ließ.

Es wurden in Grafing 263 Personen befragt

Bemängelt wurde auch die dünne Datengrundlage, auf die Professor Vossen seine Aussagen gründete. Befragt wurden 263 Personen. Bei der Menge an Kunden, die nach Grafing kommen, erschien das Cathrin Brauer-Achatz, die am Marktplatz eine Buchhandlung betreibt, viel zu wenig. Vossen räumte ein: „Das ist nicht repräsentativ, aber eine Orientierung.“ Vorschläge hingegen kamen aus der Zuhörerschaft selbst: „Wir brauchen mehr Aufenthaltsqualität in Grafing“, sagte Peter Rothmoser.

Lesen Sie dazu auch: Grafinger Geschäfte verhängen Schaufenster

Terminkalender für Geschäftsaufgaben

Vossen präsentierte aber durchaus auch interessante Ansätze, die in Grafing von Nutzen sein könnten. So schlug er vor, eine Art Terminkalender anzulegen, in dem aufgelistet werden sollte, wann welcher Geschäftsinhaber seinen Laden aufzugeben sich mit dem Gedanken trägt. Damit könnte Leerständen vorbeugend und „proaktiv“ begegnet werden. Dass diese Entwicklung in Grafing am Marktplatz kumulieren könnte, machte Braeuer-Achatz deutlich: „Wir sind alle in dieselbe Klasse gegangen“, meinte sie zum Alter der etwa 60-jährigen Ladeninhaber und fügte düster hinzu: „Soviel Leerstand hatten wir in Grafing noch nie.“ Einige Probleme sind hausgemacht: Josef Carpus etwa berichtete, dass sein Geschäft in der Rotter Straße ein halbes Jahr lang durch Straßenbaumaßnahmen von den Kunden „nicht einmal zu Fuß erreichbar“ gewesen sei.

Mit einem hatte Vossen sicher recht: Der Einzelhandel kann vor allem durch Service-Qualitäten punkten. Außerdem lieferte der Referent Datenmaterial, aus dem er selbst herauslas, dass Beratung im Fachhandel mit anschließendem Kauf im Internet viel weniger Bedeutung hat, als weithin angenommen wird. 

Ebenfalls interessant: Das Image Grafings ist ramponiert

Einen Kommentar zu diesem Artikel finden Sie in der Printausgabe der Ebersberger Zeitung vom Freitag, 8. November 2019.

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