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Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr mit ihrem Ehemann Karl, rechts daneben Altbürgermeister Rudolf Heiler beim Neujahrsempfang in der Stadthalle. 

Grafinger Neujahrsempfang in der Stadthalle

„Heimat in der Heimat finden“: Optimismus statt Verbotskultur

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Der Neujahrsempfang in der Grafinger Stadthalle ist traditionell eine gute Gelegenheit, die Nachbarschaft in der Stadt zu pflegen – und vielleicht dabei auch manchen Streit beizulegen.

Grafing –  Die Besucher kommen bei dieser Gelegenheit traditionell miteinander ins Gespräch und das ist ganz im Sinne von Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne), die heuer zum sechsten Mal in ihrer Amtsperiode zu dieser Veranstaltung einlud.

Bekenntnis zur Erhaltung der Stadthalle

„Auf den Anderen zuzugehen ist mit total wichtig“, bekannte die Rathauschefin in ihrer Neujahrsansprache, bei der es immer wieder starken Applaus gab. Den gab es besonders auch dafür, dass Obermayr ein Bekenntnis zum Erhalt der maroden Stadthalle abgab und dabei betonte, dass es sich hier lediglich um ihre private Meinung handele, weil sie angesichts des laufenden Bürgerbegehrens zur Neutralität verpflichtet sei. Freilich räumte sie auch ein, dass die Stadt in dieser Frage noch weit von einer tragfähigen Lösung entfernt sei, vor allem auch im Hinblick darauf, was finanziell darstellbar sei. Wichtig sei vor allem, einen Konsens zu finden und keinen Kompromiss. „Ein Kompromiss kann auch ein Ergebnis sein, mit dem niemand zufrieden ist“, meinte sie zum Fragenkomplex Erhalt oder Abriss und Neubau.

„Energiewende in Grafing wird gelingen“

Zwar warteten bestimmt viele Bürger darauf, dass sich Obermayr in irgend einer Form zur Zukunft der Stadthalle äußern würde, es gab aber noch eine ganze Reihe anderer Dinge, die sie gerne ansprechen wollte – und da wiederum strahlte sie Zuversicht aus: „Gelingen wird uns die Energiewende“, meinte sie optimistisch und fügte hinzu, dass die umso besser funktionieren werde, je weniger dafür mit Verboten hantiert wird. „Selber denken und handeln statt Verbot“ sei die Devise und „ich rede dabei nicht von Verzicht, sondern von Gewinn an Lebensqualität“. Obermayr: „Wir schaffen die Energiewende mit Optimismus“.

Stadtentwicklung als evolutionärer Prozess

Auch auf die Stadtentwicklung lenkte die Bürgermeisterin den Blick in ihrer Neujahrsansprache. Am Aiblinger Anger hätten junge Menschen aus Grafing „Heimat in ihrer Heimat gefunden“. Die Stadtentwicklung möge manchmal etwas mühsam wirken, räumte sie ein, am Ende sei sie jedoch ein evolutionärer Prozess und der sei bisher erfolgreich verlaufen. Die Flächen im neuen Grafinger Gewerbegebiet seien verkauft an überwiegend einheimische Betriebe, die mit ihrer wachsenden Anzahl von Arbeitsplätzen in Grafing bleiben. „Das spart manche Autofahrt.“ Alle Ortsteile seien inzwischen kanalisiert, die Wasserburger Straße sei endlich neu und einen „gescheiten Radlweg nach Grafing-Bahnhof“ gebe es inzwischen auch.

Verteilungskampf auf Grafinger Straßen

Der Straßenverkehr, so blickte die grüne Rathauschefin in die Zukunft, werde künftig zunehmen, schon alleine deswegen, weil die Zahl der Fahrzeuge im Landkreis jährlich um 2,5 Prozent ansteigen werde. „Wo sollen die alle parken?“ Zwar gebe es immer mehr Radler und in Grafing werde auch viel zu Fuß gegangen. Sie selbst stelle als Radfahrerin aber fest, dass es einen „Verteilungskampf auf den Straßen und zunehmende Aggressivität“ gebe. Wenn sich Obermayr von der Staatsregierung etwas wünschen könnte, wäre es wohl, dass die Kommunen künftig alleine darüber entscheiden, wo sie Tempo 30 einführen wollen und wo nicht. Die Gartenstraße neu werde den Markplatz entlasten, vier zusätzliche Kindertagesstätten werden fertiggestellt und auf dem neuen Berufsschulgelände in Grafing-Bahnhof wird eine Sporthalle entstehen, die den Grafinger Bedarf mit abdecken soll. Deshalb „wird sich die Stadt finanziell beteiligen“, sagte Obermayr, die in Grafing „die verschiedenen Gruppierungen zusammenfügen und miteinander in Kontakt bringen will“. Obermayr ehrte eine Reihe von verdienten Bürgern mit dem „Ehrenbären“ (Bericht folgt) für die musikalische Umrahmung in der Stadthalle sorgten Joachim Jann am Saxophon und Davide Roberts am Flügel. Es gab Häppchen.

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