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Die Bauarbeiten an Straße und Radweg.

Eiche ist 300 Jahre alt

Bedrohte Eiche in Grafing: Grüne stellen Antrag an Umweltausschuss - Freie Wähler sind der gleichen Meinung 

  • Michael Seeholzer
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Grüne richten Antrag an den Umweltausschuss: Der Baum soll trotz fortgeschrittener Planung erhalten bleiben. Freie Wähler sind der gleichen Meinung. 

Update vom 10. Juni: Vorstand des Kreitagsverbands der FW sprechen sich für Erhalt aus

Der Vorstand des FW-Kreistagsverbands und die FW/BP-Kreistagsfraktion sprechen sich ebenfalls für den Erhalt der 300-jährigen Eiche zwischen dem Seeschneider Kreisel und Nettelkofen aus. Es müsse „genau“ geprüft werden, ob durch eine leichte Verschwenkung der Trasse die zum Teil jahrhundertealten Eichenbäume doch noch gerettet werden können, obwohl die Planungen schon weit fortgeschritten seien, so der Vorsitzende der Freien Wähler, Wilfried Seidelmann. 

„Es kann nicht sein, dass für einen ökologisch und verkehrssicherheitstechnisch wichtigen Radweg ein Naturdenkmal geopfert werden muss“, teilte er mit. 

Wenn im Umweltausschuss des Kreistags keine Einigung erzielt werden könne, solle der Kreistag eine politische Entscheidung fällen. 

Erstmeldung vom 5. Juni 2020: Grüne setzen sich für bedrohte Eiche ein

Grafing – Einen bereits fertig geplanten Radweg ein bisschen verschwenken, damit eine 300 Jahre alte Eiche stehen bleiben kann und nicht gefällt werden muss: Ist das wirklich ein Ding der Unmöglichkeit? Die Grünen im Kreistag sagen: „Geht nicht, gilt nicht.“ Es geht um den Neubau der EBE 8 samt Radweg zwischen Kreisel Seeschneid und Nettelkofen (wir berichteten).

„Noch bleibt Zeit, den Fehler zu korrigieren“

„Noch bleibt Zeit, den Fehler zu korrigieren“, sagt Waltraud Gruber, die Fraktionssprecherin der Grünen. Sie, Ilke Ackstaller, Niklas Fent, Antonia Schüller und Thomas von Sarnowski haben einen entsprechenden Antrag gestellt für die Umweltausschusssitzung am 23. Juni, der darauf abzielt, den Baum doch noch zu erhalten. Inhalt des Antrags: „Im nächsten ULV-Ausschuss soll darüber beraten werden, wie die ca. 300 Jahre alte Eiche, die im Zuge des Ausbaus der EBE 8 Seeschneid-Nettelkofen gefällt werden soll, trotz fortgeschrittener Planungen doch noch zu retten ist.“

Straße soll mit leichter Verschwenkung geführt werden

Insbesondere sei zu prüfen, ob dort die Straße auf der bestehenden Strecke und der Radweg nord-westlich der Eiche mit einer leichten Verschwenkung geführt werden könne. Dazu soll an das Straßenbauamt Rosenheim herangetreten werden, um eine Umplanung in diesem Bereich (nahe des Kreisels Seeschneid) zu erwirken. Gehört werden solle auch die untere Naturschutzbehörde sowie ein Sachverständiger für naturverträgliche Verkehrsplanungen.

In der Begründung zu dieser Initiative heißt es: „Die Verbindung zwischen Ebersberg und Grafing-Bahnhof mit einem Radweg hat für uns nach wie vor eine hohe Priorität. Doch gilt es beim Bau für Radweg und Straße, die Natur-Gegebenheiten zu berücksichtigen.“ Es handele sich bei dem Baum um eine ausladende Eiche mit riesiger Krone und 4,20 Meter Stammumfang. Der Wald in der Umgebung dagegen sei sehr jung. Es sei davon auszugehen, dass die Eiche lange frei gestanden habe. „Für Mensch und die Natur kann ein Baum dieses Alters nicht durch Ausgleichsmaßnahmen ersetzt werden.“

Grüne: „Dieses Problem hätte schon damals behandelt und gelöst werden sollen“

Und auch auf einen Fehler weisen die Kreisgrünen hin, der ihrer Meinung nach passiert sei. „In den Kreistags-Gremien wurde das Thema weder während der Planungen noch danach thematisiert. Dieses Problem hätte schon damals behandelt und gelöst werden sollen. Dass nun die Planungen weit fortgeschritten sind, bedauern wir sehr.“

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