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Das Gymnasium Grafing ist das älteste Gymnasium im Landkreis Ebersberg. Es steht für „unkomplizierten, aber stets höflichen Umgang miteinander“.

Kultusminister Piazolo vor Ort

Gymnasium Grafing wird nach Max Mannheimer benannt

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Damit ist eine Entscheidung gefallen: Das Gymnasium Grafing wird nach einer langen Debatte künftig den Namen des berühmten Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer tragen.

Grafing – Die Nachricht erfuhr der Ebersberger Stimmkreisabgeordnete Thomas Huber (CSU) von Bayerns Kultusminister Michael Piazolo. Die Schule war in der Vergangenheit bereits Opfer von rechtsextremen Aktionen geworden. Erst im März dieses Jahres waren Unbekannte in das Gebäude eingedrungen und hatten dort Nazi-Schmierereien hinterlassen. Die Polizei konnte Spuren sichern.

Grafinger Gymnasium wurde schon Opfer einer Bombendrohung

Auch wurde die Bildungseinrichtung bereits einmal Opfer einer Bombendrohung. Damals musste während des Unterrichts das ganze Schulhaus evakuiert werden und wurde anschließend von der Kripo mit Hundeführern durchsucht. Die Betroffenheit und Bestürzung in der Öffentlichkeit war damals groß. Auch eine Morddrohung gab es bereits.

„Ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus gesetzt“

Huber, dessen Sohn derzeit Schüler des Grafinger Gymnasiums ist, nahm die aktuelle Nachricht der Namensgebung hocherfreut zur Kenntnis: „Endlich ist gelungen, was leider zu Lebzeiten Max Mannheimers nicht möglich war. Mit der Benennung setzt unser Grafinger Gymnasium gerade in Zeiten, in denen der Rechtsradikalismus zunimmt, ein wichtiges und erfreuliches Zeichen“, meint der Abgeordnete.

Unzählige Vorträge an Schulen gehalten

Max Mannheimer sei in der Stadt Grafing gut bekannt. Er sei einer der wenigen Überlebenden des sogenannten Todeszuges gewesen, der gegen Kriegsende vom Konzentrationslager Mühldorf kommend auch den Ebersberger Landkreis durchquerte, erinnerte Huber. Bis zu seinem Tod habe sich Mannheimer gegen das Vergessen eingesetzt und unzählige Vorträge an Schulen, auch im Landkreis Ebersberg gehalten.

Im Gymnasium Grafing regelmäßiger Gast

Im Gymnasium Grafing war der prominente Zeitzeuge ein regelmäßiger Gast, der mit den Schülern der neunten Klassen über sein Leben, seine Erfahrungen und die Konsequenzen sprach, die er daraus gezogen habe. Auch eine Ausstellung wurde ihm im Gymnasium gewidmet.

Erklärtes Ziel Mannheimers war es immer, Jugendliche zu Engagement gegen Rechtsextremismus und für Demokratie zu ermutigen. In den letzten Jahren gab es immer wieder Initiativen, die Schule nach Mannheimer zu benennen. Dies scheiterte allerdings immer an einer Mehrheit, die den bestehenden Namen nicht aufgeben wollte.

„Würdiger Namenspatron in jeder Hinsicht“

„Ich durfte Max Mannheimer selbst persönlich kennenlernen, ein Foto von uns beiden steht prominent in meinem Büro im Bayerischen Landtag. Er war eine beeindruckende Persönlichkeit und ist damit ein würdiger Namenspatron für das Grafinger Gymnasium in jeder Hinsicht“, so Thomas Huber abschließend. Die Grafinger Bildungseinrichtung ist das älteste Gymnasium im Landkreis Ebersberg. Die Schule ist stolz auf „einen unkomplizierten, aber stets höflichen Umgang miteinander“. 

Lesen Sie dazu auch: Gegen Rechts: Flagge zeigen – statt Ball flach halten

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