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Lastenräder erlauben auch Großeinkäufe ohne Auto und entlasten die Umwelt. 

Grafing diskutiert kleinen Beitrag zur Verkehrswende

Lastenrad soll Umwelt entlasten

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In Grafing wird darüber nachgedacht, mit Lastenrädern den innerstädtischen Verkehr zu reduzieren. Wie das allerdings organisiert werden soll, ist noch nicht ganz klar.

Grafing – Ein Lastenrad kann die Umwelt entlasten. Deswegen wurde die Grafinger Verwaltung im Juli beauftragt zu prüfen, ob in der Stadt nicht ein entsprechender Verleihservice angeboten werden könnte. Was in der Sitzung damals auch anklang: Ein Lastenrad braucht aufgrund seiner Abmessungen ebenfalls einen Parkplatz.

Im Energiebeirat wurde jetzt vorgestellt, wo bei diesem Thema die Reise hingehen könnte. Der Verleih von Rädern ist dabei nicht die favorisierte Lösung. Im Dezember kommt das Thema im Stadtrat auf den Tisch.

Eher symbolischer Beitrag

Ein Lastenrad, noch dazu mit elektrischem Hilfsantrieb, würde seinem Fahrer im Stadtgebiet auch größere Einkäufe ermöglichen, ohne dass dabei Autos zum Einsatz kommen müssten. Freilich ist der Effekt auf die CO2-Einsparung eher ein symbolischer. Das erläutert auch eine dem Energiebeirat vorgelegte Rechnung.

Nach dieser Aufstellung ist der Verkehrssektor zwar mit rund 37 Prozent der zweitgrößte Emittent von Kohlenstoff in der Stadt. Davon sei aber nur gut die Hälfte dem privaten Pkw-Verkehr zuzuordnen, das sind dann etwa 19 Prozent. Ein paar Lastenräder machen da keinen signifikanten Unterschied, trotzdem sieht man zum Beispiel in Ebersberg immer wieder welche, die zum Einkaufen oder zum Kindertransport benutzt werden. 

CSU denkt an Verleihservice

Zum Forderungskatalog von „Fridays for Future“ in Grafing gehörte ebenfalls ein öffentlicher Verleih solcher Fahrzeuge, ohne freilich einen konkreten Vorschlag zu machen, wie der organisiert werden könnte. Und da wird es schwierig, wie die Verwaltung recherchierte. Die Grafinger CSU hatte vorgeschlagen zu prüfen, ob ein Verleihservice durch eine öffentliche oder private Organisation eingerichtet werden könnte. Die Fahrräder selbst sollte die Stadt anschaffen.

Die Organisation etwa durch die Autoteiler, die Transition Town Initiative oder das Familien- und Bürgerzentrum würde sich zwar anbieten, scheidet aber wohl wegen mangelnder personeller Ressourcen aus. Der örtliche Rewe-Markt, so die Verwaltung, habe ebenfalls Interesse an dem Projekt gezeigt. Diesen Standort findet die Verwaltung selbst jedoch suboptimal, „da die Kunden ihren Einkauf nach Hause transportieren wollen, das Rad aber wieder zum Ausgangspunkt zurückbringen müssten“. Das funktioniert aber manchmal schon mit normalen Einkaufswagen nicht.

Poing hat schon ein Lastenrad

Die Grafinger würden mit Kauf und Verleih von Lastenrädern kein kommunales Neuland betreten. Die Gemeinde Poing hat ein E-Lastenrad angeschafft und betreut den Verleih an die Bürger selbst. Die Anschaffung belief sich auf 4000 Euro. Derzeit wird überlegt, ob noch ein oder mehrere solcher Räder dazu kommen sollen. Auch die finanzielle Förderung eines Kaufes wurde angedacht. Das ist auch der Weg, der in Grafing beschritten werden könnte und damit würde die Stadt etwa dem Beispiel der Stadt Moosburg folgen, wo ein solches Verfahren bereits erfolgreich praktiziert wird.

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Bis jetzt ist geplant, dass die Stadt einen Etat von 5000 Euro zur Verfügung stellt, aus dem dann der Kauf von privaten Lasten- und E-Lastenrädern bezuschusst werden soll – und zwar nach dem Windhund-Verfahren. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Für E-Lastenräder könnte es einen einmaligen Betrag von 500 Euro geben, für ein normales Lastenrad 250 Euro Zuschuss. Für den Kauf von Fahrradanhängern gäbe es 100 Euro und wer sein E-Lastenrad mit Ökostrom auflädt, bekommt noch einmal 50 Euro einmalig obendrauf.

Mit den örtlichen Radgeschäften könnten Sonderkonditionen vereinbart werden bei Sammelbestellungen. Das Programm soll zum Jahresbeginn 2020 starten. Wenn die Nachfrage entsprechend ist, könne die Förderung auch auf andere Zielgruppen erweitert und verlängert werden. Jetzt findet aber erst einmal die Vorberatung im Umweltausschuss statt, die Sitzung ist am Dienstag, 26. November im Rathaus.

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