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Immer wieder wird über die Parkplätze im Stadtzentrum von Grafing diskutiert, viele Bürger wünschen sich, dass sie verschwinden oder zumindest deutlich reduziert werden. 

Dank der Bürger

Grafinger Marktplatzstreit scheint beigelegt

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Der schier endlose Streit um das künftige Gesicht des Grafinger Marktplatzes scheint beigelegt. Dank der Beteiligung der Bürger.

Grafing – Isek, ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept, braucht’s das wirklich? So sperrig das Wort auch ist, so geschmeidig ist dieses Instrument offensichtlich, um zusammen mit den Bürgern die Zukunft eines Ortes entwickeln zu können. „Die Beteiligung der Bevölkerung war es alleine schon wert“, sprach CSU-Stadtrat Max Graf von Rechberg in der jüngsten Sitzung im Rathaus das aus, was auch die anderen Mitglieder des Gremiums offensichtlich so empfanden.

Wünsche auf dem Bierdeckel

Das Verfahren geht auf einen Antrag des „Bündnis für Grafing (BfG) „zurück und macht Fortschritte, wie Vertreter der Dragomir Stadtplanung GmbH den Ratsmitgliedern erläuterten. Vorangegangen waren die Stationen „Mobiler Stand“, „Planungswerkstatt“ und „Wirtshausgespräch“. Bei letzterem wurde das Wirklichkeit, was Friedrich Merz, damals als stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sich für die Steuererklärung der Bürger gewünscht hätte: Alle wichtigen Informationen auf einem Bierdeckel. Beim Isek konnten die Grafinger im Rahmen des „Wirtshausgesprächs“ drei Wünsche auf so einem Untersetzer formulieren.

Westseite des Marktplatzes autofrei

Ganz wesentlich war auch die Feststellung, dass bei einer entsprechend breiten Bürgerbeteiligung Probleme gelöst werden können, die bislang unauflösbar schienen. Denn wie die Vertreter von Dragomir erläuterten, gibt es anscheinend die Möglichkeit und einen Konsens, den Grafinger Marktplatz auf seiner Westseite vor der Raiffeisenbank komplett vom Autoverkehr zu befreien, wenn erst der Durchstich von der Glonner Straße, über die Gartenstraße Richtung Stadtbahnhof fertig ist. Die Parkplätze in der Mittelinsel am Marktplatz würden verschwinden und durch Längsparkplätze ersetzt werden. Besonders um das Thema Stellplätze wurde bisher oft heftig gestritten in der Stadt. Anna Frank von Dragomir erläuterte aber, dass den bisherigen Vorstellungen zufolge, an denen sich die Bürger zahlreich beteiligten, das Zentrum künftig als „zusammenhängender Platz“ betrachtet werden soll.

Fördergeld für Renovierung

Interessant für die Bürger, die im erweiterten Zentrum Immobilien haben: Nachdem bei dem Projekt auch die Städtebauförderung mit ins Boot geholt wurde, gibt es unter Umständen Fördergelder für die Fassadenrenovierung ebenso wie möglicherweise für das Gebäude an der Rotter Straße 8, das seit vielen Jahren einer ungewissen Zukunft entgegendämmert.

„Ich hoffe, dass sich der neue Stadtrat auch daran halten wird“, sagte BfG-Stadtrat Heinz Fröhlich. In Stein gemeißelt ist das bisherige Konzept allerdings nicht, wie Martin Birgl vom Büro Dragomir erinnerte. „Das ist ein dynamisches Planungsinstrument. Es sollte aber eine Richtschnur sein.“ Die bisherigen Abstimmungen zwischen Möglichem und Machbarem machten eines deutlich: Grafing-Bahnhof wird künftig „sehr viel Potenzial“ zugetraut. Der Ortsteil sei eine „schlafende Schönheit“, meinte Josef Biesenberger (Grüne) und sollte zu einer „blühenden Oase“ entwickelt werden. „Wir brauchen einen Dorfladen“, meinte er.

Belastung durch Berufsschule

Professor Joachim Vossen vom Institut für Stadt- und Regionalmanagement äußerte sich in dieselbe Richtung. Hier sollte die Stadt „auf jeden Fall etwas machen“ meinte er zur künftigen Entwicklung. „München läuft vollständig über und hat auch nicht mehr viel Flächen übrig“, sagte der Fachmann zu einer möglichen Gewerbeansiedlung. Bürgermeisterin Angelika Obermayr hingegen blieb bei diesem Punkt vorsichtig. Die Berufsschule werde für die Anwohner eine Belastung werden. „„Ich würde von dieser Option einer Gewerbeansiedlung westlich der Bahn Abstand nehmen“, sagte sie. Im Stadtrat fiel der einstimmige Beschluss, dass das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept künftig allen Entscheidungen zugrunde gelegt werden soll.

Lesen Sie auch: Viel Analyse aber viel zu wenige Lösungsvorschläge

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