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Sie haben ein Händchen für guten Kaffee: Peter Vit (li.) und Ralf Heincke von der Martermühle, die sich demnächst auch in Grafing niederlassen wird.

Kaffeeröster lässt sich in Grafing nieder

Martermühle: Vom Startup zur Premium-Marke

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Die Martermühle, der Kaffeeröster aus Aßling, wächst und wächst. Demnächst eröffnet er in Grafing eine Niederlassung.

Aßling/Grafing – Wenn man etwas mit großer Leidenschaft betreibt, wird irgendwann ein Erfolg daraus: Die Begeisterung für qualitativ hochwertigen Kaffee wurde so für Ralf Heincke (51) und Peter Vit (53) vom Hobby zur Berufung. Die Marke „Martermühle“ ist inzwischen nicht nur im Kreis Ebersberg in aller Munde. Jetzt wird der Betrieb erweitert. „Uns brennt der Kittel“, sagt Heincke.

Martermühle braucht Platz

Derzeit wird der hochwertige Kaffee nach einem speziellen Verfahren in einem denkmalgeschützten Bauernhof in Aßling hergestellt und von dort auch vertrieben. „Ingolstadt, Garmisch-Partenkirchen, Augsburg, Regensburg“, steckt Heincke die Koordinaten für das Kernkundengebiet ab. Soviel Resonanz braucht Platz. Und den haben die beiden Geschäftsinhaber im neuen Grafinger Gewerbegebiet Schammach II an der Straße nach Glonn gefunden.

 „Die Grasnarbe ist bereits abgezogen“, sagt Heincke. Am Dienstag, 26. März,  steht die Errichtung der neuen Produktionsstätte auf der Tagesordnung des Grafinger Bauausschusses. Die angebotenen Gewerbeflächen erfreuen sich einer starken Nachfrage.

Traditionsgetränk aus der Heimat

In Aßling können die Kunden die Sorte ihrer Wahl vor dem Kauf testen und sich davon überzeugen, dass viel Geschmack und wenig Säure das Besondere am Traditionsgetränk aus heimischer Provenienz ausmachen. Und das, obwohl Vit und Heincke Quereinsteiger sind und eigentlich aus der Film- und Fernsehbranche kommen.

Jahresproduktion liegt bei 150 Tonnen

Der Betrieb wurde 2009 „als Hobby“ begonnen und hatte sich drei Jahre später aber bereits als Marke „Martermühle“ etabliert. „Inzwischen sind wir aus dem Startup raus“, blickt Heincke nicht ohne Stolz in der Stimme zurück. Die Jahresproduktion liegt derzeit bei einer Menge von 150 Tonnen im Jahr, anvisiert werden 180 Tonnen. Der Betrieb beschäftigt etwa 20 Mitarbeiter, „wir werden aber sicher 30 Beschäftigte erreichen“, ist Heincke zuversichtlich, der gleichzeitig bestätigt, dass trotz der Expansion „in Aßling alles so bleibt, wie es ist“. Eine Erweiterung des Betriebes sei wegen der Nachfrage notwendig geworden. Die Halle in Schammach soll eine Ausdehnung von 21 auf 22 Meter bekommen.

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Kaffee zu rösten ist nach dem Verständnis von Heincke und Vit viel Handarbeit und dabei soll es auch bleiben. „Wir haben die Marke überarbeitet“, sagt Heincke. Dazu gehörte auch, bei den Aromaschutzpackungen ganz auf Alu zu verzichten. Verzichtet wird auch auf große Lagerstätten. Produziert wird nach Bedarf, „um lange Lagerzeiten zu vermeiden“, informieren die beiden Röster auf ihrer Internetseite.

Alles für den maximalen Geschmack

Die gesamte Herstellung wird der Prämisse untergeordnet, dass sich am Schluss der maximale Geschmack entfalten kann. Am Anfang steht dabei der Einkauf bei Kaffeebauern in der ganzen Welt, die einen „fairen Preis“ bekommen, der „weit über Weltmarktniveau“ liege und den Familien dort eine Zukunft sichere.

Die neue Produktionsstätte ist ein weiterer Entwicklungsschritt des Aßlinger Betriebes. „Von der Wahrnehmung her ist das ein Sprung nach vorne, eine ganz andere Hausnummer“, sagt Heincke. Den Kaffee aus der Martermühle gibt es im Einzelhandel und regional auch bei Rewe und Edeka. „Das sind unsere großen Partner. Wir sind froh, dass wir die haben.“

Beitrag zum nachhaltigen Kaffee-Anbau

Die Kunden der Martermühle leisten mit ihrem Kaufverhalten einen Beitrag zum nachhaltigen Kaffee-Anbau, bei dem chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verboten sind. Das ist mit einem höheren Preis verbunden, als etwa für schnellgerösteten Industrieware.

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Dafür gibt es aber sogar Kaffee mit Lokalkolorit. Die Aßlinger Biomischung etwa ist für 6,99 Euro pro 250 Gramm erhältlich. Und vielleicht gibt es ja demnächst auch eine „Grafinger Mischung“ – aus Anlass der Betriebserweiterung.

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