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Dieses Schild brachte Grünen-Stadtrat Josef Biesenberger am Gindlkofener Weg an. 

Er will Schmerzensgeld

Nach Sturz mit E-Bike: Anwalt verklagt Stadt Grafing 

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Ein Anwalt verklagt die Stadt Grafing, weil er mit seinem E-Bike auf dem Gindlkofener Weg zu Sturz gekommen war. Er sieht eine Verletzung der Verkehrssicherunngspflicht.

Grafing – Der Gindlkofener Weg ist für Radfahrer die schnellste Verbindung zwischen Grafing und Grafing-Bahnhof. Doch der Weg über die Felder ist mitunter gefährlich, vor allem, wenn es geregnet hat. Jetzt hat ein Rechtsanwalt die Stadt Grafing wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht auf etwa 4000 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz verklagt.

Schlüsselbein gebrochen

Im August 2018 stürzte er an einer abschüssigen Stelle schwer und brach sich das Schlüsselbein. Die massiven Sand- und Kiesanhäufungen auf dem Weg waren für ihn nicht erkennbar.

Alternative zur Straße

Eigentlich ist der befestigte Kiesweg eine herrliche Alternative zur Straße. Doch es gibt eine Passage, die es in sich hat. Es ist der Bereich um die Kreuzung Pappelweg. Joachim Barzantny (69) hatte den Weg schon oft benutzt. Ihm war bekannt, dass sich am rechten und linken Fahrbahnrand oft Kies und Sand sowie größere Steine anhäufen, die ein striktes Verbleiben auf der mittleren Spur erforderten. An einem warmen Augustabend vergangenen Jahres wurde er jedoch vom breiten Sandfeld, das sich über die gesamte Wegbreite erstreckte, überrascht. Er hatte das Tempo seines E-Bike bereits auf etwa sieben Kilometer pro Stunde reduziert, als es ihn erwischte. Grund dafür war, dass der Weg immer schlimmer wurde. 

Plötzlich stellte sich der Lenker quer

„Der ist immer in schlechtem Zustand“, sagte er jetzt vor dem Zivilgericht München II. Plötzlich riss es ihm den Lenker rum. „Ich konnte mich noch abstützen, dann rutschte das Vorderrad weg und ich fiel nach rechts“, erinnerte er sich. Wochenlang plagten ihn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

„Man kann sich nicht mal den Hintern abwischen“, schilderte er dem Vorsitzenden Richter die Sturzfolgen. Der hatte schon zu Prozessauftakt ein Grundproblem in der generellen Haftungsfrage der Stadt gesehen. Denn es gab ja keinen Hinweis darauf, dass Sand und Kies absichtlich auf den Weg gebracht worden waren, wenngleich an dieser Radl-Verbindung immer wieder wegen der Instandhaltung gebaut wurde.

Nicht gedankenlos

„Man kennt den Weg und weiß, dass man aufpassen muss. Der Weg ist als befestigte Verbindung angelegt, doch wenn es regnet, schieben die Kiesmassen nach unten“, gab der 69-Jährige zu bedenken, dass er nicht wild und gedankenlos in die Sturzstelle gebrettert war.

Grüner stellt Schild auf

Grünen-Stadtrat Josef Biesenberger hatte nach dem Sturz ein selbst gebasteltes Schild aufgestellt, dass einen Radler auf einer Gefällestrecke zeigt. Oben steht – ebenfalls geneigt in abwärts zeigender Schrift: Nur für Geübte. Zwei Tage nach dem Aufstellen soll der Bauhof es wieder entfernt haben, erklärte Anwalt Barzantny am Rande des Verfahrens.

Asphaltierung hat begonnen

Doch vielleicht hat der schwere Sturz auch Bewegung in die geplante Asphaltierung gebracht. Tatsächlich ist es jetzt auf einem von drei Abschnitten losgegangen. 

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Zunächst sind das die 150 Meter bis zum Ende des Gefälles, die aus baulicher Sicht der umfangreichste Abschnitt sind. Der Weg wird auf diesem Stück mit einer Vier-Zentimeter-Deckschicht aus Asphalt versiegelt. Anschließend soll eine Beleuchtung kommen. Wie es mit dem Verfahren von Joachim Barzantny weitergeht, will das Gericht Mitte November entscheiden.

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