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Im ersten Stock dieses Gebäudes in Grafing-Bahnhof könnte eine Kindertagesstätte entstehen. 

Neues Leben im Beerdigungsinstitut

Neue Kita: Überraschungsei in Grafing-Bahnhof

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Manchmal kommt eine Kommune zu einer neuen Kindertagestätte, wie die Jungfrau zum Kind. Jetzt tut sich in Grafing-Bahnhof eine Chance auf – in einer Gewerbehalle.

Grafing-Bahnhof– Der Maßnahmenbeschluss wurde dem Stadtrat empfohlen, jetzt soll ein technisches Büro untersuchen, was zur Realisierung des Projektes alles notwendig ist. So viel steht aber bereits fest: Ganz billig wird der Umbau nicht.

In Grafing-Bahnhof sind im Obergeschoss des dortigen Beerdigungsinstitutes etwa 500 Quadratmeter Gewerbefläche frei. In dieser Situation hatte CSU-Stadtrat Josef Polliner die Idee, dort eine Kindertagesstätte zu installieren.

Genau zum richtigen Zeitpunkt

Die Möglichkeit ergibt sich genau zum richtigen Zeitpunkt. Man habe schon länger überlegt, bis zur Realisierung der Kindertagesstätte an der Forellenstraße „eine Interimslösung zu bauen“, erinnerte im Bauausschuss Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne).

Die Zwischenlösung in Grafing-Bahnhof hat jedenfalls realistische Chancen, wie eine Ortsbesichtigung der Verwaltung zusammen mit Kindergartenaufsicht, Träger und Eigentümer ergeben hat. Im Innenhof würden ausreichend Freiflächen zur Verfügung stehen und Parkplätze gibt es auf dem Gelände ebenfalls in ausreichender Anzahl. Die Nähe zum Bahnhof beurteilt Obermayr sehr positiv: „Die Erzieher könnten mit der S-Bahn kommen“, was angesichts des Personalmangels den Einzugsbereich der Tagesstätte erhöhen würde. „Das ist auch ein Vorteil für die Eltern, die mit der S-Bahn nach München müssen“ und vorher ihre Kinder zur dortigen Tagesstätte bringen könnten, so die Bürgermeisterin.

Neuer Fluchtweg nötig

Von der neuen Kindertagesstätte gibt es bisher nur einen vagen Vorentwurf, der kaum mehr eine schematische Skizze ist. Eines weiß der Bauausschuss aber jetzt schon: Es muss eine weitere Zugangsmöglichkeit zu den Räumen im ersten Stock gebaut werden, ein Fluchtweg durch das Beerdigungsinstitut funktioniert nicht.

Nach derzeitigen Vorstellungen könnten in dem Gewerbebau nach abgeschlossenen Umbauten drei Gruppenräume, Schlafräume und sogar „der Luxus eines Mehrzweckraumes“ entstehen, wie Obermayr erläuterte. Toiletten für das Personal sind bereits vorhanden, ebenso eine Heizung, Toiletten für Kinder müssen eingebaut werden.

Umbau kostet etwa 1,2 Millionen

Nach einer groben Kostenschätzung wird der Umbau etwa 1,2 Millionen Euro Aufwand verursachen, was das Projekt als „Dauerlösung“ rechtfertigen würde, wie im Gremium auch anklang. „Das ist besser, als für Module 500 000 Euro auszugeben“, gab Obermayr zu bedenken. „Wir haben 1,2 Millionen auch für das Haseitl-Haus ausgegeben, und da haben wir nur die Hälfte“, meinte FW-Ratsmitglied Christian Einhellig. „Zusammen mit der Forellenstraße haben wir dann genügend Reserve“, warb auch Susanne Linhart (CSU) für den Ausbau der Gewerbehalle. „Es freut mich sehr, dass der Vorschlag so positiv aufgenommen wird“, meinte Ideengeber Pollinger.

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Die Stadt Grafing ist in Zugzwang geraten. „Im Herbst haben wir alle Kindergartenkinder untergebracht“, berichtete Obermayr. „Was uns noch fehlt, sind Krippenplätze“, so die Bürgermeisterin. SPD-Stadtrat Ernst Böhm forderte die Verwaltung auf, bei Vertragsausgestaltung und Pachtverhältnis sorgfältig hinzuschauen, etwa was Rückbauverpflichtungen betreffe.

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