Eine Stromleitung im Mittelspannungsbereich führt ohnehin schon über das Gelände bei Nettelkofen an der Bahnlinie. Dort soll der Grafinger Solarpark entstehen.
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Eine Stromleitung im Mittelspannungsbereich führt ohnehin schon über das Gelände bei Nettelkofen an der Bahnlinie. Dort soll der Grafinger Solarpark entstehen.

Photovoltaik-Großprojekt: Freiflächenanlage mit bis zu vier Hektar

Sonnenhungrig: Grafing plant Mega-Solarfeld an der Bahnlinie

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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5 bis 10 Prozent des Strombedarfs in Grafing könnte schon in einem guten Jahr eine Photovoltaik-Großanlage abdecken. Die Stadt ist in die Planung eingestiegen.

Nettelkofen – Die Stadt Grafing steigt ein in die Planung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage an der Bahnlinie bei Nettelkofen. Die Fläche sei eine der wenigen geeigneten im Stadtgebiet, argumentierte Eberwerk-Geschäftsführer Markus Henle in der jüngsten Stadtratssitzung. „Und die Anlage würde ins Landschaftsbild gut eingebettet.“ Zudem gebe es dort bereits eine Mittelspannungsleitung, über die der Solarstrom ins Netz eingespeist werden könne. Rund fünf bis zehn Prozent des Strombedarfs im Grafinger Gemeindegebiet soll einmal dadurch abgedeckt werden.

In der Fläche soll die Anlage zwischen 1,7 und 4 Hektar einnehmen – die Planungen sind noch in der Anfangsphase. Der mögliche Stromertrag liege entsprechend zwischen 1,7 und 4 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Bedingung für die größere Variante sei, dass das Eberwerk eine geeignete landwirtschaftliche Fläche zum Tausch finde.

In der Karte ist die Fläche markiert – derzeit noch als ungefähre Idee. Die Planung steht am Anfang.

Henle schärfte den Räten mit Blick auf die ambitionierten Klimaschutzziele des Landkreises Ebersberg ein, dass Grafing so einen guten und fälligen Beitrag leisten könne. „Aktuell liegen wir meilenweit zurück. Das wäre ein ordentlicher Anteil in einem Rutsch.“ Von im Meilensteinplan der Energieagentur angedachten 95 Hektar Freiflächen-PV-Anlagen im Landkreis seien bisher nur 5 realisiert.

Ein bisschen Schalldämmung zur Bahnlinie bringe die Bebauung auch, antwortete Henle auf eine diesbezügliche Nachfrage – allerdings wohl nicht im deutlich spürbaren Bereich. Ansonsten sei die Bahn ein guter Nachbar für Sonnenstrom. „Die verlangen ein Blendgutachten, damit ihr Zugpersonal nicht geblendet wird. Ansonsten gibt es da wenig Widerstand“, sagte der Eberwerk-Geschäftsführer. Auch mit dem geplanten Brenner-Nordzulauf komme sich das Projekt nicht ins Gehege.

In Betrieb gehen soll die Anlage, gebaut und betrieben vom Eberwerk, Ende 2021 oder Anfang 2022. Eine Kostenschätzung gab es an dem Sitzungsabend noch nicht, da es sich noch um eine Vorplanung handelt. In die stiegen die Räte mit einer für Grafing seltenen Einstimmigkeit ein. Dass unter den Solarpanelen einmal Schafe grasen könnten, veranlasste den Grünen-Stadtrat Hermann Maier zu der Einschätzung: „Das wäre für die landwirtschaftliche Fläche eine ökologische Aufwertung.“

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