Pionier im Blütenmeer: Martin Lechner in seinem Feld mit Durchwachsender Silphie.
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Pionier im Blütenmeer: Martin Lechner in seinem Feld mit Durchwachsender Silphie.

Martin Lechner hat einen Ersatz für Mais

Der Schwarze, der an die gelbe Zukunft glaubt

  • Robert Langer
    VonRobert Langer
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Die Blüten strahlen in leuchtendem Gelb, Bienen summen. Auf rund 0,8 Hektar baut hier Landwirt und CSU-Kreisrat Martin Lechner eine exotischen Pflanze an. Er ist damit ein Pionier.

Straußdorf – Das Gewächs trägt den Namen Durchwachsende Silphie. Es ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet und könnte einmal den Mais als Energieträger für die Biogasanlagen bei uns ablösen. Könnte. Denn noch ist nicht klar, wie sich das Projekt entwickelt.

Vom Landkreis gefördert

Der Landkreis fördert entsprechende Vorhaben mit 500 Euro pro Hektar. Im Haushalt wurden für dieses Jahr 25 000 Euro eingeplant. Die Landwirte sind aber eher zögerlich. Nur ein Bruchteil der Summe wurde abgerufen. Dennoch wurde das Projekt im Umweltausschuss des Kreistags kürzlich verlängert. Insgesamt werden im Landkreis in diesem Jahr rund acht Hektar mit der Pflanze bebaut.

Kein Ertrag im ersten Jahr

Lechner versteht seine Berufskollegen. „Da wird seit 50, seit 100 Jahren Mais angebaut. Da weiß man, was man hat.“ Der Anbau der Silphie auf seinem Feld koste etwa 2000 Euro. Im erste Jahr bringe die Pflanze keinen Ertrag. „Das sind nur Rosetten.“ Zusätzlich werde Mais angesät, auch um Schatten zu spenden und Unkraut zu vermeiden.

Ohne zusätzlichen Dünger

Jetzt steht die Silphie im zweiten Jahr auf Lechners Feld und ist etwa zweieinhalb Meter hoch. Die volle Höhe von drei bis dreieinhalb Metern soll im dritten jahr erreicht werden. Die Pflanze wird nur einmal angesät und soll über zehn Jahre und mehr stets nachwachsen. „Ich brauche dann nicht viel tun. Außer ernten“, sagt Lechner. Zusätzlicher Dünger soll nicht notwendig sein.

Der Landwirt sei mit diesem Anbau aber auch für viele Jahre festgelegt, räumt der Straußdorfer ein. „Wenn plötzlich der Weizenpreis steigt, kann ich nicht reagieren, wie ich das mit einer einjährigen Pflanze könnte.“

Ökologischer Vorteil

Lechner sieht bei der Silphie noch einen weiteren ökologischen Vorteil. Während nämlich rundum geerntet werde, blühe die Pflanze noch bis in den September hinein. Das sei gut für die Bienen.

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Welchen Ertrag das Feld bei der Ernte bringen wird, ist noch offen „Wir wissen es nicht.“ Einen Abnehmer gibt es mit dem lokalen Energie-Werk-Betreiber Rothmoser jedoch bereits.

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