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Sanierungsfall Stadthalle: Jetzt steht sogar ein Abriss im Raum. Der Weiterbetrieb des beliebten Grafinger Veranstaltungsortes über den 31. Dezember 2019 hinaus ist ernsthaft in Gefahr.

Die Sanierungskosten sind enorm

Stadthalle Grafing: Abriss steht zur Debatte

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Enthusiastisch gefeiert im Jahr 1986 bei der Einweihung folgte jetzt eine kalte Dusche. Die Grafinger Stadthalle ist ein derartiger Sanierungsfall, dass sogar ein Abriss im Raum steht. Und das nur gut 30 Jahre nach der Inbetriebnahme.

Grafing – Der Stadtrat nahm die Botschaft in seiner jüngsten Sitzung konsterniert zur Kenntnis. Ein bisschen Zeit haben die Gremiumsmitglieder, diesen Tiefschlag zu verdauen, aber zu lange dürfen sie die Entscheidungen nicht vor sich herschieben.

Bis Ende des Jahres müssen Mängel beseitigt sein

Denn das Landratsamt Ebersberg hat unmissverständlich erklärt, dass bis zum 31. Dezember 2019 die Mängel an der Lüftungsanlage beseitigt werden müssen, weil sonst die Betriebserlaubnis für den beliebten Veranstaltungsort erlischt. Dann hätte die Halle dasselbe Schicksal erlitten, wie das Gebäude in der Rotter Straße, das seit der Schließung wegen Brandschutzmängeln zu großen Teilen nicht mehr benutzbar ist und seinem künftigen und nach wie vor ungewissen Schicksal entgegen gammelt.

Architekt Klaus Beslmüller hatte für die Sitzung umfangreiche Alternativen vorbereitet und auch professionell mit Zahlen unterfüttert. „Wir wollten Sie über alle Optionen informieren, auch darüber, wenn wir die Halle wegreißen und was Neues bauen“, erläuterte Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) den Stadträten den Untersuchungsaufwand, der dafür getrieben wurde.

Laut Beslmüller ist selbst für eine notdürftige Sanierung, also nur der Lüftungsanlage, ein Betrag von 1,7 Millionen anzusetzen. „Diese Maßnahmen ermöglichen die weitere Nutzung der Stadthalle, jedoch ohne jegliche für den Besucher sichtbare Aufwertung.“

„Das war mir nicht annähernd bekannt, dass das solche Dimensionen hat“, meinte Ratsmitglied Heinz Fröhlich (Bündnis für Grafing) und sprach damit vermutlich für die große Stadtratsmehrheit. „Im Budget ist das nicht drin“, informierte Kämmerer Christian Bauer und berichtete, dass der finanzielle Aufwand über einen Nachtragshaushalt und neue Kreditaufnahmen finanziert werden müsste.

„Die Stadthalle ist stadtbildprägend“

„Wirtschaften mit einem Saal werden immer weniger“, gab Sebastian Schlagenhaufer, der künstlerische Leiter der Halle, zu bedenken. „Die Stadthalle ist schon stadtbildprägend“, plädierte Josef Rothmoser (CSU) für eine Erhaltung des Gebäudes, um freilich auch einzuräumen, dass eine kleine Halle unter Umständen zweckmäßiger sei.

Laut Beslmüller wäre so ein Neubau mit etwas verkleinerter Grundfläche und technisch abgespeckt für 3,5 Millionen Euro zu errichten, wobei eine Version mit gleicher Hallengröße schon auf 12 bis 13 Millionen Euro käme. Zum Vergleich: Eine umfassende Sanierung würde mit etwa sechs Millionen Euro zu Buche schlagen. Auf Vorschlag von Christian Einhellig (FW) wird sich der Stadtrat bei einer Begehung des Gebäudes einen genauen Überblick verschaffen. Dann wird zeitnah ein Arbeitskreis gebildet, in den Mitglieder aller Fraktionen entsandt werden sollen. Diesen Vorschlag machte Obermayr.

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Das Problem der Stadthalle ist das ungünstige Verhältnis von Gesamtfläche zu Nutzfläche, samt mangender Barrierefreiheit und Split-Level-Bauweise. Das könne freilich, so Beslmüller, dem damaligen Architekten ebenso wenig angelastet werden wie die geänderten Brandschutzbestimmungen. Die Stadtväter wollten damals diesen repräsentativen Bau, dessen Erstellungskosten auf 9,5 Millionen Mark explodiert waren.

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