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Michael Seeholzer, stellv. Redaktionsleiter der Ebersberger Zeitung.

Kommentar

Stadthalle Grafing: Fragen und mögliche Antworten

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Um die Grafinger Stadthalle ist eine eifrige Diskussion entbrannt. Sanierung oder Abriss, lautet die Frage. 

Viele Grafinger lieben ihre Stadthalle. Na ja, vielleicht lieben manche auch nur die Erinnerungen an die alte, romantische Jahnturnhalle. Soweit ist das gar nicht hergeholt. Denn der Nachfolgebau sollte ja damals bewusst gestalterisch an den alten Bau angelehnt werden und an ihn erinnern. Jetzt hängt das Gebäude der Stadt als finanzieller Mühlstein am Hals.

Halle würde so nicht mehr gebaut werden

Würde man die Stadthalle heute wieder so bauen? Das würde man mit Sicherheit nicht, und nicht nur deswegen, weil sich die Baubestimmungen geändert haben. Das Verhältnis Veranstaltungsfläche zu der gesamten Fläche ist einfach viel zu schlecht.

Kann man die Halle ertüchtigen, so dass sie heutigen Ansprüchen genügen würde? Das kann man, wenngleich damit eine ganze Reihe konzeptioneller Mängel für die weitere Zukunft konserviert würden.

Kein Abriss heißt viele Kompromisse

Muss die Halle deshalb abgerissen werden? Das muss sie nicht, aber dann müssen viele Kompromisse eingegangen werden und zudem sind die Risiken, beim Umbau unliebsame Überraschungen zu erleben, erheblich und nicht von der Hand zu weisen. Wenn die Mehrheit damit leben kann, ist das in Ordnung. An dieser Stelle nur zur Erinnerung: Die Errichtung des Bauwerks war damals schon finanziell komplett aus dem Ruder gelaufen. Das darf sich nicht wiederholen und dieses Risiko wäre bei einem Neubau überschaubarer.

Andere Stelle?

Müsste ein Neubau zwingend an der alten Stelle erfolgen? Das muss er nicht. Das Gelände könnte Wohnzwecken gewidmet werden und langfristig würde das sehr gut einhergehen mit der städtebaulichen Entwicklung des gegenüberliegenden Volksfestplatzes. Über diese Entwicklung wurde im Stadtrat bereits gesprochen, das ist also weit mehr als nur eine vage Vision. Mit dem vereinnahmten Geld könnte ein Großteil der Belastung für eine neue Stadthalle geschultert werden. Die notwendige Zwischenfinanzierung bekommt die Stadt derzeit zu Null Prozent Zinsen – also kostenlos. Die Behörden dazu zu bewegen, beim Betrieb der alten Stadthalle noch einen überschaubaren Zeitraum ein Auge zuzudrücken, wäre einen Versuch wert.

Lesen Sie auch: Ein ernüchternder Blick hinter die Kulissen

Müsste die neue Stadthalle wieder im Zentrum entstehen? Das muss sie nicht, könnte sie aber. Anbieten würde sich ein Standort in der Rotter Straße. Die neue Halle könnte aber auch am Eisstadion entstehen, dort wo ohnehin 400 Parkplätze geplant sind. Die weitaus meisten Besucher kommen jetzt schon mit dem Auto, wovon der volle Parkplatz bei Veranstaltungen zeugt.

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