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Franz Ferdinand Wörle 2016 im Ebersberger Forst mit seiner Skulptur „Bodentor“.

Nachruf

Bildhauer Franz Ferdinand Wörle ist tot: Er war ein PR-Mann in Sachen Kunst

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Er war ein Verfechter der Freiheit von Kunst: der Straußdorfer Bildhauer Franz Ferdinand Wörle. Nun ist er mit 68 Jahren gestorben.

Grafing – Auch wenn er mit seinem grauen, langen Bart und dem runden Bauch immer so etwas gemütliches, etwas urig Bayerisches ausgestrahlt hat, Franz Ferdinand Wörle war eigentlich das totale Gegenteil davon. Der Künstler war ein Macher, ein Antreiber und Mitreißer. Überaus intellektuell und besonnen zwar in seiner künstlerischen Arbeit, doch durchsetzungsstark und leidenschaftlich, wenn er als PR-Mann in Sachen Kunst durch die Lande zog und um die Freigabe öffentlicher Gelder kämpfte. Dieser Weg ist nun beendet für den Straußdorfer Bildhauer. Franz Ferdinand Wörle ist Ende März gestorben.

Kunstwelt verliert Verfechter der Freiheit von Kunst

Die Kunstwelt, und damit ist nicht nur die regionale gemeint, verliert mit ihm einen Verfechter der Freiheit des Geistes und der Freiheit der Kunst. Wörle konnte ziemlich stur sein, wenn es darum ging, sich für die Sache der Kunst einzusetzen – ja und er liebte den Diskurs darüber so sehr.

Franz Ferdinand Wörle schaffte es mit, aber vor allem auch ohne die Hilfe von Kunstvereinen, Dinge auf die Beine zu stellen, für die er immer wieder staunende Anerkennung erhielt. Insbesondere mit den vom ihm initiierten Skulpturenpfaden erregte er Aufsehen auch außerhalb der Kunstwelt.

Eine seiner besten „Arbeiten“ dieser Art war der Kunstpfad am Forsthaus St. Hubertus

Eine seiner besten „Arbeiten“ dieser Art war der Kunstpfad am Forsthaus St. Hubertus im Jahr 2016. Die Staatsforsten hatten mit Wörle einen genialen Organisator gefunden. Wörle und die von ihm eingeladenen Künstlerkollegen schafften es, aus einem schmuddeligen, kleinen Trampelpfad im Wald einen breiten Weg zur Kunst zu machen, den auch Menschen gerne folgten, die sonst überhaupt nichts mit Kunst zu tun haben. Genau darüber hatte sich Wörle ganz besonders gefreut.

Der Bildhauer war damals mit einer für ihn ganz typischen Skulptur beteiligt, mit einem „Bodentor“. „Es beschreibt eine Durchgangssituation“, sagte Wörle, „einen Durchlass, den man sich erarbeiten muss“. Woher kommen wir und wohin gehen wir? Zentrale Fragen seines künstlerischen Ansatzes über Jahrzehnte – gültig bis in den Tod. SABINE HEINE

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