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Die neue Kältemaschine erfüllte die Hoffnung der Grafinger Stadträte auf Kostenminderung nicht.

Heiße Diskussion um Kältetchnik

Trotz neuer Technik: EHC Klostersee muss schon wieder um Geld betteln

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Besser, billiger, energieeffizienter und umweltfreundlicher sollte sie werden, die neue Eisanlage des EHC Klostersee. Und CO2 einsparen. Im Grafinger Sportausschuss wurde deutlich: Hat nicht ganz geklappt.

Grafing– Die Empörung im Ausschuss war deutlich. Denn zähneknirschend musste die Mehrheit der Mitglieder die Hand dafür heben, eine Nachzahlung in Höhe von 111 000 Euro für den Eissportverein EHC Klostersee als erneuten Betriebskostenzuschuss abzunicken. Dieselbe Summe wird noch einmal vom Landkreis fällig, der signalisierte, sich an die Entscheidung in Grafing anzulehnen.

Abgedeckt ist damit der Zeitraum bis zum Jahr 2018, in dem dieses Defizit aufgelaufen war – trotz der neuen Eisanlage, die 2015 installiert wurde. Ein Vorratsbeschluss für kommende Jahre ist das nicht, dafür sorgte ein Antrag von Johannes Oswald (Grüne). Der Ausschuss verlangt von der Betreibergenossenschaft einschneidende Verbesserungen, die Stimmung war aufgebracht.

Wie diese Verbesserungen aussehen können, weiß derzeit niemand, auch nicht Kurt Scholz, Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Genossenschaft, die die Anlage bewirtschaftet. Er bemühe sich darum, den Temperatureinfluss auf den gestiegenen Stromverbrauch darzustellen, sagt er auf Nachfrage der EZ.

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„Es gibt blödere Sachen“

Scholz bestätigt auch, dass die Genossenschaftsmitglieder die 2,75 Prozent Rendite (bei einer Laufzeit von acht Jahren), bzw. drei Prozent (bei einer von zwölf Jahren) „regelmäßig ausbezahlt bekommen“ haben und verweist auf den Breitensport in der Eishalle. „Da gibt der Staat für blödere Sachen Geld aus.“

Der EHC Klostersee kauft Kälte von der Genossenschaft. Ohne diese gibt es keinen Stadionbetrieb mehr. EHC-Vorstand Sascha Kaefer richtete in der Sitzung einen leidenschaftlichen Appell an die Ratsmitglieder: „Wir finanzieren aus eigener Tasche ein Eisstadion, damit alle dort Schlittschuhlaufen können.“ Der Vorstand setzte dazu sogar 71 000 Euro private Mittel ein. Eine Abrechnung habe man nie gesehen, nur steigende Abschlagszahlungen an die Genossenschaft geleistet.

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„Das ist kein Verschulden des Vereins“, sprang Kämmerer Christian Bauer dem EHC-Vorsitzenden bei. Bauer selbst sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, bei ihm hätten bereits 2016 „alle Alarmglocken klingeln müssen“. Da stiegen die Kosten bereits unübersehbar an.

Kämmerer Bauer wehrt sich gegen Vorwürfe

Eine erste Überprüfung sei aber erst nach drei Jahren vorgesehen gewesen, so Bauer. „Das kann ich so nicht stehen lassen“, verteidigte sich der Kämmerer im Gespräch der Ebersberger Zeitung. „Das hätte ein Vorzeigeprojekt werden sollen, das ist es leider nicht geworden“, sagt Klimamanager Hans Gröbmayr. Er sehe den Projektanten der Anlage GL Energielösungen in der Pflicht, „ordentliche Arbeit abzuliefern“. Deren Geschäftsführer Stephan Lehmair verweist auf die Temperaturentwicklung, die in den letzten Jahren „dramatisch gewesen“ sei. In einem Monat könne im Stadion so die Hälfte des gesamten Jahresenergieverbrauchs anfallen.

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„Dagegen muss man rechtlich vorgehen, wir sollten uns sofort einen Anwalt nehmen“, riet Stadtrat Max Graf von Rechberg (CSU). „Ich tue mir schwer, dafür Steuergelder auszugeben. Da braucht man fünf Jahre, bis das jemand merkt“ meinte Roswitha Singer (Grüne) zu den aufgelaufenen Zusatzkosten.

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