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Das alte Schulhaus in Elkofen steht unter Denkmalschutz und soll ein Kindergarten werden. 

Wegen Denkmalschutz

Zeitplan für Elkofener Schulhausumbau wackelt

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Wenn das Denkmalamt mitredet, prallen unterschiedliche Sichtweisen aufeinander. Das ist im Fall des Elkofener Schulhauses so, das zur Kita umgebaut werden soll.

Elkofen – Der Zeitplan ist etwas ins Wanken gekommen. „Wir wollten im Herbst schon fertig sein“, sagt Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. Es sei jetzt fraglich, ob das klappe. Den Denkmalschützern freilich attestiert sie: „Die sind sehr kooperativ.“ Allerdings müssten noch eine Reihe von Detailfragen geklärt werden.

Gefahr durch alte Türschlösser

Denn an den alten Kastentürschlössern zum Beispiel, die zum Teil unbedingt erhalten bleiben sollen, könnten sich die Kinder prima die Finger einzwicken. „Da muss ein Schutz darüber“, sagt die Bürgermeisterin, ohne schon genau zu wissen, wie so ein Bügel aussehen könnte. „Das geht nicht immer, sagt auch Yvonne Magdon von der Bauverwaltung zur Erhaltung der alten Türen und Schlösser. „Es muss die Sicherheit desKindergartenbetriebs gewährleistet sein.“

Manche Probleme allerdings sind nicht so schlimm, wie befürchtet. Denn die alte Eichentreppe, die ins Dachgeschoss führt, muss nicht ausgetauscht werden – etwa wegen der Brandschutzvorschriften. Das war eine Überraschung. Bei früheren Umbaudiskussionen wurde nämlich genau diese Treppe als Gefahrenpotential identifiziert. 

Zur Umgestaltung des Gebäudes gab es schon unter Obermayrs Vorgänger Rudolf Heiler Überlegungen. Eine halbe Million Euro waren damals als finanzieller Aufwand veranschlagt worden. „Wenn wir es damals gemacht hätten, hätten wir es jetzt schon“, so Obermayr.

Einigkeit über zweiten Fluchtweg

Einigkeit erzielt werden konnte offensichtlich aber über den zweiten Fluchtweg. Dazu sollte anfänglichen Planungen zufolge eine Metalltreppe an der Nordseite dem Gebäude angegliedert werden, die durch eine entsprechende Bepflanzung „unsichtbar“ werden sollte. Richtig unsichtbar wird sie jetzt aber, zumindest von der Straßenseite her betrachtet, weil der künftige Standort der Fluchttreppe auf der Westseite dem Haus angegliedert werden soll. „Wir haben eine Baugenehmigung, jetzt müssen die Detailfragen mit dem Denkmalamt abgeklärt werden“, so Magdon.

Diskutiert wird derzeit noch, ob der dreilagige Putz in dem alten Gemäuer eine historische Bedeutung hat. Dem Vernehmen nach sind in einer Untersuchung Muster aufgetaucht, die früher mit einer Rolle quasi als Fries farbig an die Wand gerollt wurden und die dem Denkmalamt interessant vorkommen.

Schmutz von 100 Jahren in den Bodenritzen

Unterschiedliche Auffassungen bestehen, was die alten Eichenbohlen am Fußboden betreffen, die von der Denkmalbehörde als erhaltenswert eingestuft wurden. Die dicken Bretter wurden damals aber so „großzügig“ verlegt, dass sich in den Ritzen vermutlich der Schmutz von 100 Jahren angesammelt hat. Nicht gerade ideal für einen Kindergarten, in dem die Kleinen den ganzen Tag am Boden herumkugeln. Der Boden könne aber konserviert werden, in dem ein anderer Belag darübergelegt wird, erläutert Magdon. „Das muss aber reversibel, also rückbaubar sein.“

Aufmerksam geworden sind die Denkmalschützer nicht etwa auf den Umbau, weil im benachbarten Vereinsheim der Elkofener Burgschützen Ziegelgliederungen und ein Bundwerk aus dem 2. Viertel des 19. Jahrhunderts unter Schutz stehen. Denn wenn sich auch nur in der Nähe eines Gebäudes ein denkmalgeschützes Bauteil befindet, redet die Behörde ein gewichtiges Wort mit. In diesem Fall aber ist das Schulhaus selbst ein Denkmal und in die Liste der schützenswerten Gebäude aufgenommen worden. Es wurde im Jahr 1907 errichtet. Die Stadt selbst habe ein Interesse, es zu erhalten, so Magdon, auch wenn die Verhandlungen mit dem Denkmalamt jetzt einen zeitlichen Aufwand erfordern. „Das hat uns zurückgeworfen“, so Obermayr.

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