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19 000 Euro Mehrkosten für Kitas: Stadtrat Grafing gespalten

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Von: Michael Seeholzer

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Gegenstand der Debatte: Das Kinderhaus „Alte Villa“ in der Wasserburger Straße in Grafing.
Gegenstand der Debatte: Das Kinderhaus „Alte Villa“ in der Wasserburger Straße in Grafing. © Stefan Roßmann

Die Kinderbetreuung in Grafing wird zunehmend ein finanzielles Problem. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Stadtrates am Dienstagabend deutlich.

Grafing – Die Kinderbetreuung in Grafing wird zunehmend ein finanzielles Problem. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Stadtrates am Dienstagabend, 21. Juni, deutlich. Die Träger der Einrichtungen und die Stadt ringen regelmäßig um eine gerechte Verteilung der auflaufenden Kosten und der Defizite. Das Corona-Jahr 2020 schlug bei den Kinderhäusern „Alte Villa“ und „Guter Hirte“ besonders negativ zu Buche. Die Stadt muss deshalb den Geldbeutel weiter aufmachen.

Die evangelischen Tagesstätten haben in Grafing eine Sonderstellung. Die „Alte Villa“ und der „Gute Hirte“ nehmen als einzige Einrichtungen Integrationskinder auf, also behinderte oder von einer Behinderung bedrohte Kinder. Aber: Auch Tagesstätten, die dieses Angebot nicht machen, bekommen von der Stadt 100 Prozent des jährlichen Fehlbetrages erstattet, ebenso wie es welche gibt, die gar kein Defizit machen.

Evangelische Kindertagesstätten: Wichtiger Baustein in Grafinger Betreuungslandschaft

Die Evangelische Kirche dagegen bekommt bisher nur 90 Prozent – eine Ungleichheit. Das Jahr 2020 war dabei ein Ausreißer, argumentiert die evangelische Kirchengemeinde. Das Defizit betrug 190 000 Euro. Ursächlich waren einerseits die Personalkosten, die durch die Auszahlung einer Altersvorsorge anwuchsen, wie auch die allgemeinen Auswirkungen der Pandemie andererseits. Für das Jahr 2021 wird das Defizit von der evangelischen Kirche jedoch auf 80 000 Euro sinken, wurde angekündigt.

Dass der Stadt mitgeteilt wurde, am 28. Juni werde in der nächsten Kirchenvorstandssitzung über eine weitere Trägerschaft der beiden Kindertagesstätten oder eben auch über deren Beendigung zum 31. August 2023 beraten, wurde von einigen Stadträten durchaus als Warnung, von anderen wiederum als Pistole auf die Brust gewertet. Die Stadtverwaltung und auch die Eltern wissen, dass die evangelischen Kindertagesstätten einen wichtigen Baustein in der Grafinger Betreuungslandschaft darstellen.

Kita-Plätze: Mehrkosten von 19 000 Euro möglich

„Alle vorhandenen und neu geschaffenen Integrationsplätze sind belegt“, wurde im Beschlussvorschlag informiert. Die Kita-Plätze seien begehrt, was sich auch an den umfangreichen Anmeldelisten ablesen lasse. Das Meinungsbild im Stadtrat hingegen war gespalten. Denn es gibt auch Träger, die kein Defizit erwirtschaften.

Die Stadt hatte vorgeschlagen, ab 2021 die Fehlbetragsübernahme so wie gefordert auf 100 Prozent zu erhöhen – was Mehrkosten von 19 000 Euro bedeutet. Aufgrund des Widerstandes einiger Ratsmitglieder jedoch wurde beschlossen, den jetzt aufgelaufenen Fehlbetrag nur einmalig zu übernehmen. Dann soll für das Jahr 2023 ein neuer Beschluss gefällt werden. Die Entscheidung, dass die Stadt bisher 90 Prozent des Defizits trägt, stammt übrigens aus dem Jahr 2010.

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