Das verkokelte Hemd des Mannes auf dem Zug-Flur.
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Das verkokelte Hemd des Mannes auf dem Zug-Flur.

Polizei und Feuerwehr greifen ein

Qualm drang bereits aus Zugtür: Drogen-Junkie zündelt in Regionalbahn - mit schlimmen Folgen

  • Josef Ametsbichler
    VonJosef Ametsbichler
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Ein drogenabhängiger Mann setzte am Bahnhof Grafing im Landkreis Ebersberg einen Mülleimer in Brand. Später legte er in einem Zug erneut Feuer - mit ernsten Folgen.

  • Ein Mann aus Oberösterreich setzte am Bahnhof in Grafing zunächst einen Mülleimer im Brand.
  • Später zündete er in einem Regionalzug sein Hemd und einen Sitz an.
  • Der Qualm drang bis aus der Zugtüre.

Grafing - Ein 56-jähriger Österreicher hat in der Nacht zum Dienstag mehrere Einsätze der Bundes- und Landespolizei verursacht. Zunächst hatte er in der S-Bahn-Linie 4, in der stehenden S-Bahn in Grafing, gegen 20.20 Uhr - ohne Gefahrenlage, wie die Polizei betont - die Notentriegelung betätigt und dabei die Plombe beschädigt. Trotz mehrfacher Aufforderung des Triebfahrzeugführers verließ er die S-Bahn nicht. Gegenüber hinzugerufenen Landes- und Bundespolizisten gab er die Sachbeschädigung zu und wurde nach Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten vor Ort entlassen.

Grafing: Mann entzündet Gegenstände in Mülleimer - dann dringt Qualm aus Regionalbahn

Doch der Mann war längst nicht fertig. Gegen 23 Uhr entzündete der Oberösterreicher laut Polizei Gegenstände in einem Mülleimer am Bahnsteig. Über dem qualmenden Mülleimer wärmte er sich die Hände. Der Lokführer des RB 27383 nach Wasserburg am Inn, der am Gleis 2 stand, wollte die Herkunft des Rauchs am Bahnsteig eruieren. Während des Aussteigens bemerkte er, wie sich der 56-Jährige in den „Filzenexpress“ einstieg. Gemeinsam mit dem Fahrdienstleiter löschte der Fahrer des Zugs mittels Feuerlöscher den Brand. Währenddessen informierten zwei junge Männer die DB-Mitarbeiter darüber, dass im Zug jemand zündelte, berichtet die Polizei weiter. Als der Lokführer zum Zug zurückging, qualmte es bereits aus der Türe der Regionalbahn.

Qualm drang bereits aus Zugtür: Mann setzt in Regionalbahn Hemd und Sitz in Brand - mit schlimmen Folgen

Auf einem Sitz saß laut Polizeibericht der 56-Jährige neben einem verkokelten, rauchenden Sitzbezug. Auf dem Boden lag ein zum Großteil verbranntes, vereinzelt noch glimmendes Hemd. Zudem wies der Oberösterreicher selbst an diversen Stellen an der Brust, unterm Arm und am Rücken Brandstellen auf. Die beiden mitteilenden, unbekannten jungen Männer hatten zuvor den Brand des Hemdes durch kräftiges Drauftreten weitestgehend gelöscht. Im Abteil des „Filzenexpress“ befanden sich auch noch weitere Reisende.

Schwere Brandverletzungen: Der Drogensüchtige muss operiert werden

Ein Rettungswagen lieferte den Oberösterreicher - unter bundespolizeilicher Begleitung - zur Behandlung seiner Brandwunden in ein Münchner Klinikum. Von der Staatsanwaltschaft wurde noch in der Nacht, wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung, eine Richtervorführung angeordnet. Dem Beschuldigten daraufhin am Krankenbett die vorläufige Festnahme ausgesprochen. Diese wurde am Morgen, nach Herunterstufung der Straftat zur Sachbeschädigung mittels Inbrandsetzung, wieder aufgehoben.

Der Mann aus dem Salzkammergut gab an, von einem Drogenentzug aus Nürnberg gekommen zu sein. Er führte aus, unter Entzugserscheinungen zu leiden, deswegen Cannabis und Speed konsumiert zu haben. Derzeit befindet er sich nach Mitteilung der Polizei in einer Münchner Klinik. Dort soll der 56-Jährige wegen seiner Brandverletzungen dritten Grades in den kommenden Tagen operiert werden.

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