Frisch geteert: Der Weg von der Ostumfahrung Richtung Eisstadion (im Hintergrund) ist für Autofahrer bereits befahrbar – und könnte zum Schleichweg werden. Foto: Sro
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Frisch geteert: Der Weg von der Ostumfahrung Richtung Eisstadion (im Hintergrund) ist für Autofahrer bereits befahrbar – und könnte zum Schleichweg werden.

Am Eisstadion: Zubringer zur Umfahrung

Neuer Schleichweg bringt Kinder in Gefahr

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Der Zubringer von der Grafinger Ostumfahrung zum Eisstadion ist befahrbar. Für die Stadt heißt das: Sie muss sich Gedanken machen, wie der Verkehr rund um Schule und Stadion künftig fließen soll.

Grafing – Sehr bald wird sich der Grafinger Stadtrat mit einer grundlegenden Verkehrsregelung im Quartier rund um Schwimmbad, Eisstadion sowie Grund- und Mittelschule befassen müssen. Anlass dafür ist das Ratsgremium selbst, das zeichnete sich in der jüngsten Sitzung unter „Bekanntmachungen“ ab. Denn der von ihm beschlossene neue Parkplatz am Stadion hat Konsequenzen.

Der Straßenbau dorthin macht Fortschritte, berichtete Bürgermeister Christian Bauer (CSU). Mit der Zufahrt von der Ostumfahrung zum Stadion und zu den noch zu bauenden Parkplätzen könnten sich die Verkehrsströme rund um die Schule ändern. Momentan kann man auf dem frisch geteerten Stück bereits von der Ostumfahrung abzweigen und durch die Straße am Stadion und die Kapellenstraße das Zentrum ansteuern. Das dürfte den Autofahrern nicht lange verborgen bleiben.

Manche fahren auf den Gehsteig: Anwohner leiden unter dem Verkehr rund ums Stadion

Die Stadträte haben diese Situation bereits diskutiert und vor allem Thomas Huber (CSU) plädierte damals frühzeitig dafür, die Straße zum Eisstadion nicht zur Durchfahrtsstraße werden zu lassen, sondern mit einem Poller auf Höhe des Stadions zu verschließen. Er beurteilt die Situation dort als Anlieger. Besonders wenn größere Veranstaltungen sind oder die Besucherfrequenz im Freibad hoch ist, leiden die Anwohner unter dem Verkehrsaufkommen. Dieses sei mit gefährlichen Situationen für Kinder verbunden ist, wie Stadträtin Elli Huber (CSU) bestätigte. Sie berichtete davon, dass Autofahrer zum Ausweichen sogar auf den Gehsteig fahren würden.

Elterntaxis, Baustelle und nun auch noch der Schleichverkehr: Chaos auf dem Schulweg

Die Situation auf den Schulwegen ist in dem Quartier derzeit ohnehin chaotisch genug: durch die Baustelle in der Rotter Straße samt Ampelschaltung. Verschärft wird die Lage noch dadurch, dass viele Eltern ihre Kinder unter den aktuellen Bedingungen nicht mit dem überfüllten Bus zur Schule fahren lassen, sondern sie lieber selbst mit dem Auto dorthin bringen. Das dient vielleicht der Erhöhung des individuellen Sicherheitsgefühls, schafft gleichzeitig aber Gefahren im Straßenverkehr.

Jetzt soll sich die Verwaltung Gedanken machen, wie es weitergehen könnte, weil Fremdgutachten wieder Geld kosten würden. Aber natürlich wird auch ein Planungsbüro noch einmal drüber schauen, obwohl die Information im Stadtrat nur ein „Meinungsbild abfragen“ sollte, wie Bürgermeister Christian Bauer (CSU) sagte. „Ich bin ein bisschen ratlos.“

Ich bin ein bisschen ratlos.

Bürgermeister Christian Bauer (CSU)

Knackpunkt sind unter anderem die Wertstoffcontainer, die jetzt hinter dem Eisstadion auf der alten Parkfläche stehen, und die vom Parkplatz vor der Comenius-Schule dorthin verlegt wurden. Würde man die Straße sperren, gab Bauer zu bedenken, müssten die Behälter wohl wieder zurückgestellt werden. Wer sich an einem normalen Schultag die Belegung der dortigen Stellplätze betrachtet, mag Zweifel an dieser Lösung bekommen. Der Platz ist randvoll mit Fahrzeugen.

„Ohne Experten werden wir das nicht hinkriegen“, gab Elli Huber zu bedenken. Auch eine Einbahnregelung wurde diskutiert, vom Zentrum Richtung Eisstadion. Das berge aber die Gefahr, dass „die Leute die Einbahnstraße als Auffahrt zur Ostumfahrung nutzen“, wandte Bauer ein. Elli Huber plädierte dafür, diese Lösung wenigstens zeitweise zu probieren, und auch Susanne Linhart (CSU) sagte: Ich finde die Einbahnregelung sehr begrüßenswert.“

Andere sagen: Temporäres Problem, halb so wild

Ottilie Eberl (Grüne) meinte hingegen: „Auf jeden Fall zumachen. Ich finde das in Ordnung, wenn die über die Ostumfahrung müssen“ um zu den Containern zu gelangen, sagte sie. Walter Schmidtke (Bayernpartei) glaubt, dass sich die Lage nach dem Abklingen der Coronapandemie von selbst entspannen wird. „Das ist ein temporäres Problem“, meinte er zum derzeit feststellbaren Schülerbringverkehr. Er glaubt zudem nicht, dass viele Autofahrer diesen sich bietenden Schleichweg von der Ostumfahrung ins Zentrum nutzen werden.

„Macht uns von der Verwaltung einen guten Vorschlag, das traue ich euch zu“, meinte Christian Kerschner-Gehrling (SPD). Bürgermeister Bauer und die Bauverwaltung wollen sich jetzt Gedanken zu einer künftigen Lösung machen, bei der auch das Büro Obermeyer Planen und Beraten GmbH ein Wort mitreden soll, das in Grafing ohnehin schon Verkehrsströme untersucht hat, dabei aber nicht immer ganz richtig lag. Besonders der prognostizierte Stau in der Rotter Straße ist bisher ausgeblieben.

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