Kein Schmuckstück: Der betreffende Platz.
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Kein Schmuckstück: Der betreffende Platz.

Platz soll schöner werden

Schmuddeliges Tor zur Stadt: Grafing will Griesstraße aufhübschen

  • Michael Seeholzer
    VonMichael Seeholzer
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Grafing soll in der Rosenheimer Straße ein neues „Eingangstor“ bekommen. Und weil jede verkehrliche Maßnahme an der Peripherie eine Wirkung hat auf den Innenstadtbereich, kommt dieser „Visitenkarte“ eine besondere Bedeutung zu.

Grafing - Der Bauausschuss hat am Dienstagabend grünes Licht gegeben für dieses Straßenbauvorhaben und freut sich schon auf die Umsetzung. „Ich sehe das total positiv“, sprach Johannes Oswald (Grüne) das aus, was sich alle Stadträte dachten.

Seit 40 Jahren schon verfolgt die Stadt Grafing das Ziel, die Innenstadt vom fließenden und ruhenden Verkehr zu entlasten. Solange freilich der Freistaat dazu das letzte Wort hatte, weil am Marktplatz Staatsstraßen aufeinandertrafen, war nicht viel zu machen. Mit dem Bau der Ostumfahrung und der Ableitung des Verkehrs über Schammach und Nettelkofen im Westen hat sich die Situation grundlegend gewandelt. Äußerlich sichtbares Zeichen der geänderten „Hoheitsverhältnisse“ ist, dass in der Rosenheimer- und der Griesstraße Tempo 30 gilt.

Grafing und der Verkehr: Neuerdings mehr Handhabe in der Innenstadt

Die städtebaulichen Sanierungsziele betreffen aber nicht nur den Marktplatz, sondern eben auch die inneren Anschlussstraßen. Gemeint ist damit der Bereich Kellerstraße und Lederergasse. Mit der Abstufung der Staats- zu Ortsstraßen hat Grafing die Möglichkeit bekommen, im nächsten Schritt Umgestaltungmaßnahmen zu treffen, um eine Verkehrsberuhigung zu erreichen, die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen und vor allen Dingen auch das Straßenbild zu verbessern.

Der Übergang von der Rosenheimer Straße zur Griesstraße ist auf der Nordseite tatsächlich gefährlich, weil auf dem schmalen Bürgersteig nicht einmal ein Kinderwagen Platz hat. „Eine Verbesserung des Schulweges werden wir uns auch anschauen“, versprach deshalb Bürgermeister Christian Bauer (CSU).

„Mit Torwirkung“: Innenstadt soll klarer erkennbar sein

Die Platzfläche am Südende der Griesstraße ist ohnehin dringend erneuerungsbedürftig. In der Beschlussvorlage hieß es dazu: „Ziel ist eine attraktive Gestaltung, auch eine Anpassung der überbreiten und unübersichtlichen Kreuzungssituation und letztlich die Schaffung eines baulich wahrnehmbaren und attraktiven Eingangs zur Innenstadt mit Torwirkung“. Die Autofahrer sollen sehen, dass sie sich jetzt im Altstadtbereich befinden, erläuterte Bauamtsleiter Josef Niedermaier. „Wir wollen eine attraktive Lösung schaffen, der Platz ist total verwahrlost.“

Historisch ist der Bereich seit jeher auf den Vorrang des Fahrverkehrs ausgerichtet, bei dem die Belange der Fußgänger vollkommen unberücksichtigt blieben. Querungsmöglichkeiten zur Schloßstraße sollten sogar durch Absperrketten unterbunden werden. Da hält sich aber nicht jeder daran, die Situation ist gefährlich, weil die Autofahrer die Kreuzung erst im letzten Moment ganz einsehen können.

Fläche gehört der Stadt - zur Überraschung manches Stadtrats

Dabei hat die Fläche Potenzial – durch den Park des Kindergartens Maria Stern, sowie die innerorts folgenden Baudenkmäler entlang des Straßenzuges. Was die Sache einfacher macht und im Bauausschuss für ungläubige Nachfragen sorgte: Das gesamte Platzgrundstück samt erst gepflanztem Baum gehört offenbar der Stadt selbst, wie Niedermaier bestätigte. Es werde nur „anderweitig“ genutzt. Mit Umgestaltung und Planung soll der Städtebauer Klaus Immich beauftragt werden, der dem Ausschuss Planungsvarianten vorlegen wird. Der erste Bauabschnitt wird sich auf den Kreuzungsbereich bis zum Anwesen Griesstraße 18 beschränken. Der Beschluss dazu fiel einstimmig.

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