+
Auf dem Grafinger Volksfest haben auch Kinder ihren Spaß: Der Stadtrat hat deswegen jetzt die Volksfestverordnung gelockert.

Antwort fällt in den Landkreiskommunen unterschiedlich aus

Die Frage zum Volksfest: „Wann muss ich zuhause sein?“

  • schließen

Die Planungen für die Volksfeste im Landkreis Ebersberg haben längst begonnen und damit beginnt in vielen Familien auch wieder die Diskussion: „Wie lange darf ich bleiben?“

Landkreis – Wenn sich angesichts wiederkehrender Debatten ermüdete Erziehungsberechtigte in der Frage der Ausbleibezeit eine Argumentationshilfe vom Veranstalter erwarten sollten, könnten sie sich an Grafing orientieren. Dort wurde jetzt eine Regelung getroffen. Aber: Die Kinder dürfen sogar länger toben als bisher. Das sorgte vor allem beim Bündnis für Grafing für Kopfschütteln. Dann dürften ja auch Dreijährige länger bleiben, kritisierten Marlene Ottinger und Yukiko Nave (beide BfG) sinngemäß. „Wir ändern nur die Uhrzeit“, gab Rathauschefin Angelika Obermayr leicht genervt zurück.

Polizei gab den Ausschlag

Die Polizei war es, die den Ausschlag für die Verlängerung gab. Bisher mussten Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ohne Begleitung um 20 Uhr das Festgelände verlassen. So wollte es die bestehende Volksfestverordnung. Mehrheitlich – aber eben nicht unumstritten – hat der Stadtrat jetzt beschlossen, diese Frist auf 22 Uhr zu verlängern. Und das wurde von Ordnungshütern und Jugendamt ausdrücklich begrüßt, denn es verspricht weniger Ärger für Anlieger in der Stadt und damit weniger Arbeit. Warum das so ist, wurde in der Sitzung von Leonhard Kogler von der Verwaltung näher erläutert.

Selten den Heimweg angetreten

Laut der Polizeiinspektion Ebersberg hat demnach die angesprochene Zielgruppe das Festgelände in den vergangenen Jahren zwar immer verlassen. Jedoch wurde nur in seltenen Fällen der Heimweg angetreten. „Vielmehr trafen diese Jugendlichen sich in unterschiedlichen Gruppierungen im Stadtgebiet wieder.“ Dass es dabei aber manchmal laut und fröhlich zuging, dafür hatten nicht alle Verständnis.

Mit einem Verweilen der Jugendlichen auf dem Festgelände bis 22 Uhr werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Aus Sicht der Polizeiinspektion Ebersberg als auch aus der des Jugendamtes Ebersberg sind nicht nur keine zusätzlichen Sicherheitsstörungen zu erwarten, sondern es würden im Gegenteil die unerwünschten „Nebengeräusche“ verringert.

Zugang zum Festzelt wird kontrolliert

Der Zugang zum Festzelt wird wie in den vergangenen Jahren jedoch weiterhin von Sicherheitskräften kontrolliert und bleibt den Jugendlichen unter 16 Jahren ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten somit verwehrt. „Alkoholmissbräuche sind durch die Anhebung der zeitlichen Aufenthaltsgrenze auf 22 Uhr daher nicht zu befürchten“, hieß es in der Beschlussvorlage im Grafinger Stadtrat.

Im Zelt gilt das Jugendschutzgesetz

Im Zelt oder in der Festhalle gilt ohnehin und generell das Jugendschutzgesetz, und das wird bei den Volksfesten im Landkreis, wie etwa in Ebersberg, Grafing, in Poing oder auch in Hohenlinden weitgehend eingehalten. „Wir hatten da nie Probleme mit Jugendlichen, das regeln wir im direkten Kontakt“, berichtet Josef Riedl, der Vorsitzende des Ebersberger Volksfestvereins zur Frage, wie lange sich Kinder auf dem Gelände in Ebersberg aufhalten dürfen. Das Ebersberger Fest sei aber mit dem Grafinger nicht zu vergleichen. „Das hat mehr einen Biergartencharakter“, sagt Riedl.

Keine allgemeingültige Vorschrift

Die gesetzlichen Vorgaben sind ohnehin dünn. „Das ist öffentlicher Raum, das kann man den Kindern so nicht verbieten“, weiß Anton Speckmaier, der Vorsitzende der Hohenlindener Feuerwehr, die in den vergangenen Jahren das Volksfest im Ort ausrichtete und das im kommenden Jahr auch wieder tun will.

Speckmaier hat recht. Denn tatsächlich existiert in Deutschland keine allgemeingültige Vorschrift, wann ein Kind in den Abendstunden sich nicht mehr auf einem öffentlichen Platz oder einer Straße aufhalten darf. Entscheiden müssen das die Eltern, und in Hohenlinden scheint das so gut geklappt zu haben, dass das Thema nie im Gemeinderat aufschlug. „Da hatten wir in 45 Jahren keinerlei Probleme“, berichtet Speckmaier,

Gutes Sicherheitskonzept

„Insbesondere die guten Erfahrungen des letztjährigen Sicherheitskonzeptes unter Beteiligung von Jugendschutz, Polizei und Security erlauben eine Lockerung der Volksfestverordnung“, argumentierte die Stadtverwaltung und setzte sich in Grafing bei der Abstimmung mit dieser Haltung mehrheitlich durch.

Lesen Sie dazu auch: „Riesenglück“ auf dem Grafinger Volksfestplatz: Hauptstromleitung getroffen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wohnhaus in Flammen - 100 Helfer kämpfen gegen Brand - Feuerwehrmann verletzt - Video
Großbrand im Zentrum von Ebersberg: In der Eberhardstraße stand das Haus der Glaserei Mascher im Vollbrand. Rund 100 Feuerwehrkräfte sind im Einsatz. Die Rauchschwaden …
Wohnhaus in Flammen - 100 Helfer kämpfen gegen Brand - Feuerwehrmann verletzt - Video
Maximilian Josef aus Steinhöring
Endlich ist es soweit. Maximilian Josef ist da. Der Bub schläft aber erstmal aus. Maximilian ist das erste Kind von Anna Maria und Michael Eichner aus Steinhöring und …
Maximilian Josef aus Steinhöring
Unterricht soll im September 2022 starten
59,5 Mio. Euro soll die neue Schule in Markt Schwaben kosten. Jetzt liegen die neuen, überarbeiteten Pläne auf dem Tisch. 
Unterricht soll im September 2022 starten
Bayernpartei will in den Stadtrat
Die Grafinger Bayernpartei hat ihre Stadtratsliste für die anstehende Kommunalwahl im März nächsten Jahres aufgestellt. Zwölf Kandidaten wurden jeweils einstimmig …
Bayernpartei will in den Stadtrat

Kommentare