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Auf den Spuren von 2000 Jahre Besiedelung wandelten die Grafinger Geschichtsfreunde.

Märchen und Mythen

Auf den Spuren der Bronzezeit: In Grafing gab es jetzt einen interessanten Spaziergang.

Grafing – Rund 20 geschichtsinteressierte Grafinger Bürger haben sich im Dobelwald auf Spurensuche nach Überresten von alten Siedlungen im Grafinger Raum gemacht. Stadtführer Robert Bauer startete die Begehung beim Schloss Elkofen. Schon auf dem Hügel mit der Mariensäule, konnte Bauer mit einem Mythos aufräumen.

Es sei kein Hügelgrab von Gebeinen mordender schwedischer Horden aus dem 30-jährigen Krieg. Allerdings wurden bis heute auch keinerlei Grabungen an dem Hügel vorgenommen. Die Mariensäule wurde 1922 von einem Vorfahren des heutigen Schlossherrn aus Dankbarkeit über seine glückliche Heimkehr nach dem 1. Weltkrieg gestiftet und aufgestellt.

Rund um die Spiegelweiher im Dobel gibt es eindeutige Siedlungsspuren aus der Bronzezeit. Auf einer bewaldeten Anhöhe, dem eigentlichen Schlossberg, rund 50 Meter über der Wasseroberfläche der Weiher sind im Waldboden um den Hügel laufende Mulden deutlich sichtbar. Es sind Reste einer Wallanlage, die wohl zum Schutz der Menschen in der Siedlung auf der Anhöhe angelegt wurde, leicht zu verteidigen war und Zugang zum Wasser in greifbarer Nähe hatte.

Weit über 2000 Jahre nach der Besiedlung sind die Spuren in der Landschaft mit Scan-Aufnahmen aus großer Höhe eindeutig nachweisbar. Genauso nachweisbar und deutlich sichtbar sind die Überreste der Keltensiedlung im Raum Schammach, rechts von der Straße nach Glonn. Man vermutet einen Zusammenhang der beiden Siedlungen, wobei eine Theorie besagt, dass die Keltenschanze nur ein Kultplatz war, aber keine Siedlung.

Ein kurzer Besuch im Innenhof von Schloss Elkofen rundete die Exkursion ab. Die vorherrschende Meinung besagt, dass das Schloss im Dreißigjährigen Krieg von den schwedischen Horden nicht entdeckt wurde und deshalb vor der Brandschatzung verschont geblieben sei. Glaubhafter sei jedoch die Annahme, dass das Schloss einen so wehrhaften Eindruck machte und die schon geschwächten Horden es nicht gewagt hätten, die Burg zu schleifen. „Aber – nix G‘wisses weiß man nicht“.

Auch lustige Geschichten aus dem früheren Alltag kamen bei der Führung zur Sprache. So wurde den Kindern in Elkofen früher gesagt, auf dem Schulweg nach Grafing ja nicht durch das furchtbar gefährliche Atteltal zu laufen, denn: „Da haust ein Reiter ohne Kopf!“

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