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Robert Haimerl (re.) stattete die Asylbewerber mit Laufschuhen aus. Vorne links: Trainer Marco Capobianco.

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Kicken mit den Black Bears

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Grafing - Integration auf dem Fußballplatz in Grafing: Trainer Marco Capobianco holt Flüchtlinge ins Boot, formt eine Mannschaft und nimmt am Spielbetrieb teil.

Am Anfang saßen sie am Spielfeldrand. Durften mal den Ball zurückkicken, wenn er am Bolzplatz im Aus gelandet war, wo Marco Capobianco vom TSV Grafing die U9 trainierte. Dann wurde mehr daraus. Jetzt heißt ihre Mannschaft „Black Bears“.

„Wir sind regulär als Team in der Royal-Bavarian-League angemeldet“, berichtet Coach Capobianco stolz von seiner Asylbewerber-Mannschaft. In dieser Runde kämpfen 194 Hobby-Teams in fünf verscheidenen Ligen. Die Grafinger spielen in Liga vier.

„Die sind wie die unseren, wenn sie 19 Jahre alt sind. Sie wollen Fußballer werden“, berichtet Capobianco von seinen neuen Freunden. Denn die haben vom Spielfeldrand längst auf das Spielfeld gewechselt. Aus den regelmäßigen Trainingseinheiten entstand bald der Wunsch bei den Grafinger Asylbewerbern, auch mal ein „friedly match“ zu bestreiten. Am Sonntag wurde gegen eine Mannschaft von Asylbewerbern aus Ebersberg angetreten – als Einstimmung auf die kommende Saison.

Als sich im Frühjahr 2015 immer mehr „Flüchtlinge“ am Bolzplatz aufhielten und den Jugendmannschaften des TSV beim Training zuschauten, kam Capobianco der Gedanke, diese jungen Männer einzubinden. Zwei Monate später waren die „Black Bears Grafing“ gegründet. Der TSV ließ Flyer drucken und verteilte diese Information in den Unterkünften, stellte Trainingsutensilien und Fussballplatz zur Verfügung.

Capobianco übernahm das Team – als Coach, Organisator und immer öfter auch als Helfer bei Problemen.

„Dann bin ich erst einmal zum Betteln gegangen“

„Dann bin ich erst einmal zum Betteln gegangen“, berichtet der Trainer der Black Bears. Denn zum Fußballspielen gehören auch Trikot und Sportschuhe. Keine leichte Aufgabe war es, das Team mit den nötigen Utensilien auszustatten. „Die Trikots stellte dankenswerterweise der TSV Grafing, der ja den Black Bear auf der Brust trägt.“ Das Thema Schuhe war aber eine Herausforderung. In Robert Haimerl von „Runningsports Grafing“ fand die Mannschaft einen Sponsor. Haimerl erklärte sich ohne zu zögern dazu bereit, das gesamte Team mit 15 Paar Laufschuhen auszustatten, und zwar kostenlos. „Das war nicht das erste Mal, dass Haimerl geholfen hat. Er hat auch schon anderen Flüchtlingsorganisationen mit 90 Paar Laufschuhen geholfen.“ Hilfsbereit zeigte sich auch ein anderer Sportshop, dessen Eigentümer mit Top-Fußballschuhen zu einem Super-Sonder-Preis dem Team um Kapitän Yusuf Kamara unter die Arme griff.

Jetzt wird viel davon abhängen, wie das Projekt weiter finanziert und dadurch am Leben erhalten werden kann. Die Liga kostet, die Fussballplätze, die Schiedsrichter, die Fahrten zu den Spielen kosten usw… „Einiges werde ich privat finanzieren müssen“, ist sich Capobianco bewusst. Doch das Projekt sei ihm das wert. Den Jungs zuzuschauen, zu trainieren und zu sehen, wie sie mehr und mehr hier „ankommen“ und sich integrieren wollen.

Spieler aus Sierra Leone, Mali, dem Senegal und Marokko

Trotzdem braucht Capobianco die Hilfe seines Vereins, des TSV und vielleicht unterstützt ihn ja auch die Stadt. „Ich möchte mit Bürgermeisterin Obermayr reden, vielleicht kann sie uns ja ein bisschen helfen.“

In der Mannschaft der Black Bears spielen Teammitglieder aus Sierra Leone, aus Mali, dem Senegal und der Torwart ist aus Marokko. Demnächst sollen sie Schienbeinschoner bekommen. „Das sind lauter brave Burschen“, sagt ihr Trainer. Am 1. Mai findet das erste Punktspiel statt. Dann zählt nichts anderes mehr als nur die sportliche Leistung der Fußballer. Team und Coach freuen sich schon darauf.

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