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In dem Neubau in der Kapellenstraße 6 wurden zwei Gemeinschaftswohnungen zur vorübergehenden Unterbringung von Personen vorgesehen, die sonst auf der Straße landen würden.

In der Kapellenstraße

Neue Bleibe für Obdachlose in Grafing

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Obdachlosigkeit ereignet sich meistens vollkommen unbemerkt von der Öffentlichkeit. Dass es sie gibt, wird nur ganz selten sichtbar, und das ist sozusagen das Verdienst der Kommunen, die für schnelle Unterbringung sorgen müssen. Beispiel Grafing.

Grafing – Nach Informationen, die die Grafinger Verwaltung zusammengetragen hatte, waren zum Stichtag 31. Dezember des vergangenen Jahres hier 34 Personen, darunter 17 Kinder als obdachlos in Unterkünfte eingewiesen. 15 Betroffene kamen in von der Stadt angemieteten Wohnungen unter, 18 in städtischen, und eine Person in der Diakonie in Ebersberg.

Erschreckend: Nach Auskunft von Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) treten solche Fälle zunehmend häufiger auf. „Wenn eine Familie mit Kindern vor der Türe steht, ist das Stress für die Familie und auch Stress für die Verwaltung“, berichtet sie. In einem Neubau in der Kapellenstraße 6 wurden deswegen zwei Gemeinschaftswohnungen zur vorübergehenden Unterbringung von Personen vorgesehen, die sonst auf der Straße landen würden. Anfang Mai können die Räume belegt werden und die Stadt ist mit ihrem Modell einen „innovativen“ Weg gegangen, wie Obermayr betont. Denn die Wohnungen sind keine Sozialwohnungen und stehen nicht für eine dauerhafte Unterbringung zur Verfügung, sondern nur als Übergangslösung. So glaubt man sich künftig besser in der Lage, auf überraschend auftretende Fälle reagieren zu können. „Das liegt zentral in Grafing.“ Damit könnten und sollten sich Betroffene leichter eine eigene Wohnung suchen können, ist die Hoffnung im Rathaus. Ob sich die erfüllt, angesichts der Wohnungsmarktlage, bleibt abzuwarten.

Die beiden Wohnungen in der Kapellenstraße haben je vier Schlafräume, die doppelt belegt werden können, zudem einen gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereich und eine Küche. Zur Ausstattung gehören Waschmaschine und Trockner. Jeder, der hier vorübergehend einzieht, bekommt eine neue Matratze.

Da die Gemeinschaftsunterkünfte als öffentliche Einrichtung betrieben werden, musste die Belegung mit einer Satzung geregelt werden, die im Stadtrat auch verabschiedet wurde. Darin festgelegt sind die Preise für die Unterbringung. Wenn sich zum Beispiel zwei Einzelpersonen ein Zimmer teilen, werden pro Monat insgesamt 1340 Euro Miete fällig, von denen der Großteil meistens das Jobcenter finanziert, weil es sich bei dem betreffenden Personenkreis häufig um Bezieher von Arbeitslosengeld II handelt. Das teilte Markus Weißmüller von der Verwaltung mit. Eine fünfköpfige Familie muss für die Unterbringung im Monat mit 1400 Euro Miete rechnen, ein Ehepaar mit 890 Euro. Die Kosten für Warmwasser und Strom sind darin enthalten, müssen von den Betroffenen aber selbst aufgebracht werden. Auf Nachfrage von SPD-Stadträtin Regina Offenwanger teilte Kämmerer Christian Bauer mit, dass solche Beträge schon einmal gestundet würden. Es gebe auch Fälle, wo die Forderungen niedergeschlagen worden seien.

Die Stadt Grafing hat für den Bau des Gebäudes das Grundstück zur Verfügung gestellt und sich im Gegenzug das Belegungsrecht für die beiden Gemeinschaftsunterkünfte gesichert. Sie hat damit auf zunehmende Schwierigkeiten reagiert, in einfachen Pensionen in der Umgebung Zimmer zu finden. Deren Anzahl ist nämlich zurückgegangen. Oft würden solche Schlafgelegenheiten auch von auswärtigen Montagefirmen langfristig belegt. Der Diskussion im Stadtrat, ob diese Unterkünfte in der Satzung jetzt als Wohnungslosenunterkünfte oder Obdachlosenunterkünfte bezeichnet werden sollen, konnte Obermayr nichts abgewinnen. „Mit ist das wichtig, dass wir das Positive sehen“, sagte sie. Die Satzung enthält eine umfangreiche Hausordnung, die dazugehörige Gebührensatzung tritt am 1. April in Kraft.

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