Gerettet: Die 300 Jahre alte Eiche an der Kreisstraße EBE 8 bei Seeschneid.
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Gerettet: Die 300 Jahre alte Eiche an der Kreisstraße EBE 8 bei Seeschneid.

Umweltausschuss fällt Entscheidung

Seeschneider Eiche gerettet - Aber Rosamond heißt sie nicht

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Es ist amtlich: Die 300 Jahre alte Eiche bei Seeschneid darf weiterleben. Ein Kompromissvorschlag ist genehmigt. Für Verwunderung sorgt eine andere Idee. 

  • Die 300 Jahre alte Eiche nahe Seeschneid bei Grafing wird zum Naturdenkmal.
  • Die Straße samt Radweg wird um den Baum herum verschwenkt.
  • Einen Namen bekommt die Eiche nicht.

Grafing – Die Eiche bleibt. Die Entscheidung für das Überleben des 300 Jahre alten Baumes bei Seeschneid, mit der Landrat Robert Niedergesäß bereits am Sonntag vorgeprescht war, nickte tags darauf brav der Umweltausschuss im Kreistag ab. Die Lösung: Die Kreisstraße EBE 8 wird in einem Abstand von neun Metern um den Baum herum verschwenkt – „eine kleine Schikane“, nannte das der Vertreter des Straßenbauamts Rosenheim. Sicherheitstechnisch sei das vertretbar. Vorsichtige Erkundungsgrabungen in der vergangenen Woche hätten gezeigt, dass diese Nähe für das Wurzelwerk auch ohne Einbau einer Wurzelbrücke verkraftbar sei. Der Radweg, der weniger Unterbau braucht, führt laut dem Plan rund sechs Meter an der Jahrhunderteiche vorbei. Der Baum wird außerdem als Naturdenkmal geschützt.

Kostendeckel bei 250.000 Euro

Gegen die Stimmen der Grünen beschloss das Gremium im Ebersberger Sparkassengebäude, die Mehrkosten für die Umplanung auf 250.000 Euro zu deckeln. Das Bauamt Rosenheim geht derzeit von rund 130.000 Euro aus. Trotz dieser Abfuhr bekannte Grünen-Fraktionssprecherin Waltraud Gruber: „Mein Herz macht einen Sprung! Sie dankte dem Landrat, der sich für den Kompromiss starkgemacht habe: „Da macht Kommunalpolitik Spaß.“

Alexander Müller (FDP) bekundete dagegen, obwohl er wie alle anderen der Baumrettung zustimmte, Bauchschmerzen: Die stille Mehrheit sei möglicherweise anderer Meinung gewesen. Künftig gelte die Devise: Vernunft statt Symbolpolitik.

Die Eiche „Rosamond“ taufen - das macht der Ausschuss nicht mit

Johann Taschner von der Unteren Naturschutzbehörde wiederum lobte den erzielten Kompromiss: „Das ist das Optimum, was man für den Erhalt dieser Eiche tun kann.“ Weitere Ausgleichsmaßnahmen seien nicht nötig.

Für Verwunderung im Saal sorgte die Forderung von ödp-Kreisrat Karl Schweisfurth, das Gremium möge dieser besonderen Eiche einen Namen verpassen – „Rosamond“ nach dem zehnjährigen Mädchen, das in einem Brief an den Landrat den Erhalt der Eiche gefordert hatte. Bei der Abstimmung stand Schweisfurth damit alleine da. 

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