1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg
  4. Grafing

Grafinger Seniorenhaus: Spatenstich in unsicheren Zeiten

Erstellt:

Von: Michael Seeholzer

Kommentare

Die Bagger stehen bereit: Das Grafinger Seniorenhaus am Hans-Eham-Platz wird um ein Gebäude erweitert. Am Donnerstag war erster Spatenstich.
Die Bagger stehen bereit: Das Grafinger Seniorenhaus am Hans-Eham-Platz wird um ein Gebäude erweitert. Am Donnerstag war erster Spatenstich. © Stefan Rossmann

Der Startschuss für die Erweiterung des Grafinger Seniorenhauses ist gefallen

Grafing – Explodierende Baustoffpreise, steigende Zinsen, zusammenbrechende Lieferketten und generelle Materialknappheit: Nicht gerade ein idealer Zeitpunkt, um ein Projekt mit Gesamtkosten in Höhe von 23,5 Millionen Euro zu verwirklichen. Beim ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau des Grafinger Seniorenhauses am Hans-Eham-Platz wurde am Donnerstag aber Zuversicht verbreitet.

Mehr noch: Bisher sei es gelungen, die zu erwartenden Preissteigerungen sogar noch unter dem Lebenshaltungsindex anzunageln. Seit der Kostenrechnung summieren sich die prospektiven Mehrausgaben auf 3,12 Prozent, rechnete Architekt Klaus Beslmüller vor. „Da sind wir preislich safe“, informierte er wörtlich. Ein bisschen Glück war auch dabei: Die Submission, also die Vergabe der öffentlich ausgeschriebenen Aufträge, erfolgte einen Tag vor Ausbruch des Ukraine-Krieges, so Beslmüller. Ein Beispiel: In dem Erweiterungsbau werden 711 Tonnen Baustahl für Stabilität sorgen. Viel davon kam bisher aus der Ukraine und aus Belarus. Ganz ungeschoren kommt aber der Bauherr Stiftung Seniorenhaus Grafing Bau-GmbH nicht davon. Es wurde nämlich von Anfang an höher kalkuliert.

28 neue Pflegezimmer und 43 betreute Wohnungen

Während der Bauphase gelte „ein fester Zins“ bestätigte Herbert Brunnhuber von der Raiffeisen-Volksbank Ebersberg. Josef Koller, Geschäftsführer der Bau-GmbH, zeigte sich mit den Verhandlungen zufrieden. „Das geht nur mit der Hausbank“, sagte er und sprach von einer „sehr erträglichen Finanzierung“. In den Gesamtkosten sind alle Baumaßnahmen, alle Umbauten im Bestand, die öffentliche Erschließung, die Außenanlagen und sogar die Einbauküchen enthalten, informierte Beslmüller. Beim Neubau wurde auch auf die Bedürfnisse des dort arbeitenden Personals vom „Pflegestern“ Rücksicht genommen. Dafür bedankte sich Geschäftsführer Peter Haile, der dem Architekten eine professionelle Arbeit attestierte. Die Planung ermögliche „kurze Wege“ und sei „sehr praxisorientiert“.

Was passiert in den nächsten zwei Jahren? Entstehen werden 28 neue Pflegezimmer, 43 Wohnungen für das Betreute Wohnen, ein neuer Speise- und Veranstaltungssaal und eine neue Tiefgarage mit 39 öffentlichen Stellplätzen. „Die Nachfrage ist extrem groß“, berichtete Haile. „Das ist ein Projekt für die Zukunft.“ Marion Schulz, Geschäftsführerin des Seniorenheimes, berichtete davon, dass die Bewohner dem regen Bautätigkeitsgeschehen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft großes Interesse entgegenbrächten. „Die Bewohner sagen, schön, hier rührt sich was, und das ist interessant.“ Es sei viel Verständnis vorhanden, auch wenn’s mal lauter wird.

Dachstuhl soll zur Weihnachtsfeier kommen

Damit die Bewohner beim Spatenstich nicht nur Zaungäste blieben, gab es am Vormittag für sie Weißwürste und ein Fassl Bier. Die Zufahrt zur Baustelle erfolgt über die Schwarzbäckstraße, die Ausfahrt der Baustellenfahrzeuge wird im Uhrzeigersinn über den Hans-Eham-Platz geführt. Der Markt am Samstag soll trotzdem stattfinden können, weil an diesem Tag keine schweren Fahrzeuge fahren dürfen sondern höchstens mal ein „Sprinter“.

Den Dachstuhl versprach Beslmüller „zur Weihnachtsfeier“, das Gebäude soll dann zum Jahreswechsel 2023/2024 übergeben werden. Auf die Belange der Bewohner im bereits bestehenden Trakt des Senioren Wohn- und Pflegeheimes soll Rücksicht genommen werden. Eine „Nachtarbeit ist nicht zulässig“ heißt es in der allgemeinen Baubeschreibung. Die Versorgungsleitungen liegen bereits alle im Boden, mit dem Spatenstich „beginnen heute alle Maßnahmen, die für die Baustelle notwendig sind“, so Beslmüller.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Ebersberg-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare