Menschen arbeiten an einem Gemüsebeet..
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Die nächsten Pflänzchen kommen in die Erde: Salat, Tomaten, Bohnen, Fenchel, Basilikum, Brokkoli und Zucchinis haben die fleißigen Ackergenossen in ihrem ersten Jahr heuer schon ernten können.

Gemüse aus eigenem Anbau

Vom Brokkoli bis zur Zucchini - Erfolgreiche Erntewochen bei der SoLaWi in Grafing

  • Raffael Scherer
    VonRaffael Scherer
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Es herrscht Erntezeit in Grafing: Nach einem halben Jahr hält die Solidarische Landwirtschaft nun ihr selbst angebautes Gemüse in den Händen.

Grafing – Es wächst und gedeiht bei der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) in Grafing: Selbst angebauter Salat, Tomaten, Bohnen, Fenchel, Basilikum, Brokkoli und Zucchinis liegen im Gemüsehäuschen für die Mitglieder zum Abholen bereit. Obwohl sich der Verein erst vor einem halben Jahr gegründet hat, blickt er auf 15 erfolgreiche Erntewochen zurück.

Seit Februar trafen sich die Grafinger mehrmals wöchentlich auf den Äckern des Kerschbaumerhofs. Auf der rund 1,8 Hektar großen Fläche legten die Hobby-Gärtner mehrere Beete an und säten, pflanzten und jäteten gemeinsam, unter der Aufsicht eines fachlichen Gärtner-Teams.

SoLaWi Grafing: Spinat und Radieschen waren Teil der allerersten Ernte im Mai

„Ein Höhepunkt war dann sicher die erste Ernte im Mai: Spinat, zweierlei Radieserl und Giersch zum Probieren“, erzählt Gründungsmitglied Barbara Kern. Der erste Lohn für drei Monate harte Arbeit.

Die Schufterei scheint den Ackergenossen Spaß zu machen: „Ackern ist anstrengend, aber auf eine gute Art“, sagt etwa Vorstandsmitglied Christoph Egerer. Ein weiterer positiver Effekt der Gärtnerei ist zudem ein ganz neuer Blick auf die konsumierten Lebensmittel: „Die Wertschätzung für das Gemüse steigt, weil ich persönlich erfahren habe, wie viel Arbeit und günstige Bedingungen wie Wärme, Boden oder Wasser es dazu braucht“, so Kern.

SoLaWi Grafing: Hagelschaden sorgt beinahe für Ernteausfall

Doch auch die negativen Seiten der Landwirtschaft lernten die SoLaWi-Mitglieder in ihrem ersten Halbjahr kennen: So traf im Juni ein Hagelsturm die Beete der Grafinger und ließ sie schon einen Ernteausfall befürchten, da das Feld „wie zerhäckselt aussah“ sagt Mitbegründerin Kern. Doch weder die SoLaWi noch das Gemüse warfen das Handtuch: Nach vier Wochen voller Hege und Pflege waren die Pflanzen wieder wie neu, erzählt Vorstandsmitglied Valentin Winhart stolz: „Letztendlich war es überwältigend zu sehen, mit welcher Kraft die Pflanzen sich erholt haben.“

Bei der Arbeit auf dem Feld allein beließen es die Gärtner nicht. So fuhren die Grafinger auf Exkursionen bis nach Österreich, um sich von anderen SoLaWi-Betrieben inspirieren zu lassen. Auch holte der Verein Anfang August seine pandemiebedingt entfallene Einstandsfeier nach, samt Acker- und Feld-Tour.

SoLaWi-Grafing: Interessierte können sich zum „Schnupperackern“ anmelden

Unter den Grafingern werden zudem Rezepte passend zur aktuellen Ernte ausgetauscht und perfektioniert – und Überschüssiges eingekocht. „Wir sehen unsere Gemüseproduktion vor Ort als kleinen Beitrag und Schritt in die Richtung einer regionalen, saisonalen Versorgung aus regenerativer Landwirtschaft“, fasst Vorstandsmitglied und Landgeber Leonhard Veicht das gemeinsame Projekt zusammen.

Der Verein zählt mittlerweile 86 Mitglieder, 66 davon teilen sich die Gemüseanteile. Derzeit kann der Verein nur Fördermitglieder aufnehmen, da neue Ernteanteile frühestens zum Anfang des nächsten Gartenjahres, also ab dem 1. April 2022, vergeben werden können. Wer sich davor schon einen Überblick verschaffen möchte, kann mit der SoLaWi „Kerschbaumerhof e.V.“ einen Termin zum „Schnupperackern“ ausmachen.

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