Zwei Senioren kaufen im Supermarkt ein.
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Eine Neuauflage des Stadtbusses soll in Grafing den Senioren den Einkauf erleichtern. (Symbolbild)

Neuauflage des Stadtbusses soll älteren Menschen in Grafing die Mobilität erhalten

Neuauflage des Stadtbusses: Grafing bekommt praktische Einkaufslinie für Senioren

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Die Neuauflage des Stadtbusses soll älteren Menschen in Grafing mehr Mobilität verschaffen. Eine Spende machte jetzt einen Neustart möglich.

Grafing – Das Angebot gab es schon einmal. Damals wurde es aber nicht ausreichend angenommen. Der Grafinger Stadtbus musste im Jahr 2005 endgültig ausgebremst werden. Das eingefahrene Defizit war einfach zu groß für eine innerstädtische Einkaufslinie. Seither sind aber eineinhalb Jahrzehnte vergangen und der Anteil derjenigen, die im Alter immer weniger mobil sind und auch kein eigenes Fahrzeug mehr haben, ist ständig gewachsen.

Eine Spende machte jetzt einen Neustart möglich. Treibende Kraft dazu war unter anderem der Seniorenbeirat noch unter seinem alten Vorsitzenden Josef Koller. In der jüngsten Sitzung des Gremiums unter neuem Vorsitz von Elfriede Modest wurde das Projekt vorgestellt.

Neue Einkaufs-Buslinie in Grafing: Neuer Bus brachte frischen Wind in Planung

Diese Geschichte ist voller Umwege: Aus einer privaten Spende stammt ein roter Bus. Aber das Mobil hatte einen entscheidenden Fehler. Es war zu großzügig bemessen. In dem Wagen hatten 18 Personen Platz. Zu viele für einen ehrenamtlichen Fahrer mit einem normalen Führerschein. Der darf nämlich nur acht Personen transportieren. Die Spende dämmerte dann ein Jahr lang auf dem Bauhof vor sich hin.

Jetzt aber kam Bewegung in die Sache, wie Bürgermeister Christian Bauer (CSU) in der Seniorenbeiratssitzung informierte. Der alte Bus wurde „drangegeben“ und ein kleineres Exemplar beschafft. „Der ist fast neu und sehr komfortabel“, freut sich der Bürgermeister. Es sei dasselbe Modell, das „auch der Pflegestern nutzt“.

Neue Einkaufs-Buslinie in Grafing: Gleich zwei Einkaufsrouten im 40 Minuten-Takt

Die Stadtverwaltung betreibt eine Beratungsstelle für Senioren und Bedürftige. Ansprechpartnerin dort ist Angelika Beutel. In der Beiratssitzung erläuterte sie, dass im Moment zwei Touren ausgearbeitet werden. Die Einkaufsroute montags würde ersten Überlegungen zufolge um 9 Uhr am Stadtbahnhof starten und über die Wasserburger Straße stadtauswärts führen, dann jeweils einen Halt in Nettelkofen und Grafing-Bahnhof, sowie am Parkplatz vor dem Aldi, dem Singer Edeka-Markt und am Lidl-Parkplatz einlegen. Dort gebe es einen Aufenthalt von 40 Minuten und dann würde die Reise auf derselben Route zurückführen.

Die zweite Einkaufsroute, so Beutel, würde am Donnerstag um 9 Uhr am Schönblick starten, und über Dichau, Straußdorf, Unterelkofen und Oberelkofen wieder die Parkplätze vor dem Lidl, Singer und Aldi ansteuern. Auch hier führt die Fahrt nach 40 Minuten Aufenthalt über dieselbe Route zurück. Einfach einsteigen und mitfahren geht nicht. Die Anmeldung für die Montagstour muss bis donnerstags vorher, die für die Donnerstagstour bis montags vorher jeweils um 12 Uhr erfolgen, an der Pforte im Rathaus unter Angabe der Telefonnummer und des Einstiegsortes. Eine Überarbeitung der Strecken soll nach einer Probezeit erfolgen.

Neue Einkaufs-Buslinie in Grafing: Marktplatz und örtliche Betriebe nicht Teil der Route

Warum fehlt der Marktplatz als Zielort? Es sei dort schwierig, einen Halt einzurichten, wurde im Gremium erläutert. Die Wasserburger Straße einzubinden sei wichtig, weil dort „unsere Sozialwohnungen sind“. Eine Anmeldung sei notwendig, „nicht, dass dann zehn Leute an der Haltestelle stehen, das wäre nicht schön“, so Beutel.

Stadträtin Ottilie Eberl (Grüne) hatte Kritik an der Route: Dass Aldi, Edeka und Lidl angefahren werden, „gefällt mir nicht so sehr, dann fahren die Leute dahin, wo die nix spenden“ und die auch keine Steuern in Grafing bezahlen würden. Eberls Meinung: Es sollten mit dem Bus „lieber die örtlichen Betriebe“ angesteuert werden.

Neue Einkaufs-Buslinie in Grafing: Bürgermeister Christian Bauer gespannt auf Praxistest

Beutel hielt dagegen, dass eben diese innerstädtischen Betriebe für Senioren leichter zu Fuß zu erreichen seien. Josef Carpus regte an, „wenn es angelaufen ist, eine Umfrage zu machen“. Dieselbe Ansicht vertrat auch der Bürgermeister: „Fangen wir doch nicht gleich mit 150 Prozent an“, plädierte er für einen Praxistext. Einen Fahrer, der die älteren Menschen probeweise kutschieren will, gebe es auch schon, informierte Stadtrat Josef Rothmoser (CSU).

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