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Stets liebenswürdig und bescheiden: Hermann Huber, hier mit seiner Frau Jacqueline.

Hermann Huber (88) ist tot

Grafing trauert um einen Mann der Weltgeschichte

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Die Stadt Grafing trauert um einen ihrer Ehrenbürger. Wie am Montag bekannt wurde, ist Hermann Huber am Freitag im Alter von 88 Jahren gestorben. Er war ein Mann der Weltgeschichte.

Grafing – Der frühere Botschafter der Bundesrepubublik Deutschland war als Diplomat in Prag tätig, als der Eiserne Vorhang fiel. Gemeinsam mit dem damaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) stand er auf dem Balkon der Botschaft, als den DDR-Bürgern im Garten eröffnet wurde, dass sie in den Westen ausreisen können.

Historischer Moment: Hermann Huber stand 1989 neben dem damaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher auf dem Balkon der Prager Botschafter, als dieser den DDR-Bürgern verkündete, dass sie ausreisen können.

„Wir verleihen Ihnen die Auszeichnung, weil Sie das Wohl unserer Stadt und das Ansehen unserer Stadt gemehrt haben und wir Grafinger sehr stolz darauf sind, dass Sie einer von uns sind. Sie haben mit Ihrer Bereitschaft, erst Tausende von Flüchtlingen zu versorgen und ihnen dann ihre Ausreise zu ermöglichen, maßgeblich zur Erosion des alten Ost-West-Gefüges, zum Fall der Mauer, beigetragen. Sie haben nicht nur zum Wohl von uns Grafingern, sondern Sie haben zum Wohl aller Deutschen und Europäer beigetragen“, hatte Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr im Februar 2015 gesagt, als sie Hermann Huber zum Ehrenbürger ernannte. Sie verlieh ihm nach einstimmigem Stadtratsbeschluss die höchste Auszeichnung der Stadt, was den Mann der Weltgeschichte, zu dem er durch sein Handeln in Prag geworden war, sehr freute.

Nach seinem Jurastudium hatte sich Huber als einer der ersten Bundesrepublikaner in den harten Aufnahmebedingungen des Auswärtigen Amtes durchgesetzt und die Diplomatenlaufbahn eingeschlagen. Seine Stationen führten ihn über das Saar-Referat nach Zürich, Reykjavík, Rom, den Kongo, Bonn, Prag, Mexiko, Moskau, wieder nach Prag und Madrid.

Huber agierte gerne ruhig, aber umso effektiver im Hintergrund, er war einer der Leisen, die Bescheidenheit als Tugend betrachteten. Er habe es stets spannender gefunden, einer Regierung zu dienen und sie zu vertreten, egal welche Zusammensetzung sie hat, so Bürgermeisterin Obermayr. Huber habe das Wesen eines guten Beamten definiert. Eine Arbeitsteilung, die den Ruhm demjenigen überlasse, der sich gerne vorne hinstelle. Es gehörte zum Selbstverständnis des Diplomaten, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. So sagte er, dass die wahren Helden beim Fall des Eisernen Vorhangs nicht Diplomaten oder Politiker gewesen seien, sondern die Menschen, die ihre Heimat verlassen hätten, denen die Freiheit mehr bedeutet habe als ein sicherer Arbeitsplatz „und die ihren Kindern ersparen wollten, was sie selbst ertragen mussten. Diesen Menschen gebührt der Respekt.“

Der Ehrenbürger, der drei Töchter hat, ist der Sohn des früheren Bürgermeisters Franz Xaver Huber, der von 1952 bis 1966 die Geschicke der Kommune leitete. 1988 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 2014 den Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung. Nach Jahrzehnten im Ausland war er 1995 in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Hier lebte er mit seiner Frau Jacqueline zurückgezogen.


Beisetzung

Ein Trauergottesdienst findet am Freitag, 18. Mai, um 14 Uhr, in der Stadtpfarrkirche statt. Im Anschluss, gegen 15 Uhr, wird Hermann Huber am Waldfriedhof beigesetzt.

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