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Die beiden erkrankten Frauen wurden zuerst in der Kreisklinik Ebersberg behandelt, bevor sich nach München verlegt werden mussten.

Zeitgleiche Infektion ist selten

Zwei Frauen lebensgefährlich an Gehirnhautentzündung erkrankt - Kindergarten geschlossen

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Zwei Fälle einer seltenen Erkrankung meldet das Gesundheitsamt Ebersberg. Zwei Frauen sind lebensgefährlich erkrankt. Eine ist Erzieherin in einem Grafinger Kindergarten.

Grafing – Im Landkreis Ebersberg wurden zwei Fälle von gefährlicher Gehirnhautentzündung festgestellt. Das bestätigte der Leiter des Gesundheitsamtes, Hermann Büchner auf Anfrage der Ebersberger Zeitung am Mittwoch. Bei den erkrankten Personen handelt es sich um zwei junge Frauen. Sie werden auf der Intensivstation einer Münchner Klinik behandelt. Es haben sich laut Büchner schwere Komplikationen eingestellt.

Zeitgleiche Infektionen sind ungewöhnlich und selten

Dass zwei Fälle dieser lebensbedrohlichen Infektion zeitgleich auftreten, ist ungewöhnlich und selten. Die Gesundheitsbehörde ist im Moment dabei zu untersuchen, ob die beiden betroffenen Frauen in irgend einer Weise Kontakt miteinander hatten. Das sei laut Büchner nach bisherigen Erkenntnissen wohl nicht der Fall gewesen, obwohl das sehr schwer zu recherchieren sei. Auch im Freundeskreis der beiden werde deshalb nachgefragt, so der Leiter des Gesundheitsamtes.

Frau lebensgefährlich an Gehirnhautentzündung erkrankt: Viele Eltern besorgt

Eine der beiden Frauen, – beide sind Jahrgang 2000 – wohne im nördlichen Landkreis Ebersberg und arbeite in einer Kindertagesstätte in Grafing als Erzieherin. Wie Büchner berichtet, hätten sich deswegen viele Personen bei ihm telefonisch gemeldet. Eltern waren in Sorge, ob für ihre Kinder die Gefahr einer Ansteckung besteht. Nach derzeitiger Lage allerdings konnte das Gesundheitsamt Entwarnung geben. Die Tagesstätte war vorübergehend aus Sicherheitsgründen geschlossen worden, wird aber aller Voraussicht nach am Donnerstag ihren gewohnten Betrieb wieder aufnehmen. Die Angst unter den Eltern ist trotzdem groß.

Meningokokkeninfektion hatte dramatischen Verlauf: Frauen kämpfen ums Überleben

Der zweite Fall hat ebenso einen Bezug zu Grafing. Die zweite betroffene Patientin arbeitet zwar in München, wohnt aber in Grafing. In beiden Fällen hatte die Meningokokkeninfektion einen dramatischen Verlauf. Denn die Keime verbreiteten sich im ganzen Körper, was eine Sepsis – also eine Blutvergiftung – zur Folge hatte. „Es kommt zu Einblutungen in die Organe“, so Büchner. Beide Frauen kämpfen auf der Intensivstation in München noch ums Überleben.

Auch durch Zeckenbisse kann es zu einer lebensbedrohlichen Gehirnhautentzündung kommen. Außerdem gehört die Gehirnhautentzündung zu einer Komplikation, die bei einer Maserninfektion auftreten kann, weshalb Ärzte zur Impfung raten.

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