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Die letzten paar Meter auf dem Weg zum Abitur: Die Abschlussschüler erhielten am Freitag in der Grafinger Stadthalle ihr Zeugnis – die allgemeine Hochsch ulreife.

Leise Kritik bei Zeugnisverleihung in Grafing

Abistreich ist kein Abiponyhof

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Entlassen zu werden kann schlimm sein im Leben. In Grafing war es am Freitagnachmittag schön und heiter – zumindest für die 116 erfolgreichen Schüler des diesjährigen Abiturjahrganges. Sie fuhren die Ernte ihrer langjährigen Anstrengungen ein und nahmen in der Stadthalle stolz ihre Zeugnisse in Empfang. Endlich geschafft!

Grafing – Die Oberstufenkoordinatoren Meike Burger und Marc Schuster begrüßten Schüler, Eltern, Angehörige und Freunde der Abiturienten in der Stadthalle und erzählten von harmlosen Anekdoten aus den Prüfungen. Unter anderem erinnerten sie an die zahlreichen Glücksbringer auf den Prüfungstischen, an Schweinchen in Rosa und Blau, an Studentenfutter, Nasenspray und die Frage eines Prüflings an die Saalaufsicht: „Haben Sie vielleicht einen Kuli für mich?“

„Nur selten tritt man als Landrat vor so ein gelöstes und entspanntes Publikum“, meinte der Kreisbehördenchef Robert Niedergesäß, der witzelte, dass ein eigenes Abitur gefühlt gar nicht so lange her sei und er sich deswegen gut daran erinnere. Donnernden Applaus bekam Niedergesäß allerdings dafür, dass er von seiner eigenen Abiturfeier erzählte, zu deren Anlass an einem Mittwoch nachts mitten in Vaterstetten ein Feuerwerk abgebrannt wurde, dessen Raketen jede einzelne mit lautstarkem Gebrülle quittiert wurde, „ohne dass die Polizei kam, nix“. Niedergesäß wünschte den Schülern „ganz viel Lebensfreude“.

Dann hatten die beiden Jahrgangssprecher Jakob Lechner und Maximilian Musialik das Wort, die die Frage aufwarfen, warum der Abi-streich heuer überhaupt Abistreich hieß und nicht „Abiponyhof“ oder „Abikindergeburtstag, obwohl wir sogar eine Kinderhüpfburg aufgebaut haben“. Das war eine Anspielung auf den als ungerechtfertigt empfundenen Polizeiansatz am Sonntagabend vorher, wo die Schüler auf dem Gelände des Gymnasiums übernachten wollten und von Streifenbeamten des Platzes verwiesen wurden.

13 700 Stunden hätten die Absolventen bis zur Prüfung in der Schule verbracht, später würden sie Karriere machen, Pilot werden oder „Ihre Ehen scheiden“, meinten Lechner und Musialik im Duett. „Wir haben das gut gemacht“, blickten sie selbstbewusst auf ihren Abschluss zurück, „aber wir sind nichts Besonderes. Wir sollten groß denken und hart arbeiten“, forderten sie ihren Mitschüler auf.

Direktor Paul Schötz gratulierte seinen Absolventen ebenfalls. „Handlungs- und Gestaltungsfreiheit ist ein besonderes Geschenk“, gab er den Schülern mit auf den Weg, bevor sie ihre Zeugnisse erhielten.

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