Messer-Mann ersticht Frau mitten auf der Straße - Täter auf der Flucht

Messer-Mann ersticht Frau mitten auf der Straße - Täter auf der Flucht
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Franz Kießlinger ist und bleibt ein treuer Fan des EHC. Jetzt muss er im Bett liegen – am liebsten natürlich im Klostersee-Trikot . Foto: sro

EHC Klostersee steht zu Franz Kießlinger

Rührende Hilfe für den „weltbesten Torbohrer“

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„Er ist der weltbeste Torbohrer“: Da ist sich der EHC Klostersee sicher. Franz Kießlinger gehört zum Stadion des Grafinger Clubs wie der Puck zum Eishockey. Viele Fans des schnellen Kufensports haben ihm schon bei der Arbeit zugesehen. Jetzt braucht er Hilfe.

Grafing – Kießlinger war es, der in den Drittelpausen immer mit dem Akku-Schrauber in der Hand aufs frisch gemachte Eis ging, um die Löcher für die Torgestelle zu bohren. Aber Kießlinger ist für den Verein viel mehr: Er gehört zu den treuesten Fans, begleitete die AH-Mannschaft mehrfach zu Auswärtsspielen, einmal sogar mit dem Flugzeug in die Schweiz. Jetzt geht es ihm schlecht, den EHC weiß er an seiner Seite. Der Verein verzichtet heuer auf Weihnachtskarten, um mit dem eingesparten Geld seinem Freund helfen zu können.

Kießlinger musste schon früh in seinem Leben ein schweres Schicksal meistern. Weil er geistig beeinträchtigt ist, „wurde er von seinen Eltern in ein Waisenhaus gesteckt“, berichtet der Eishockeyclub. Der Franz, wie ihn alle nennen, habe seine Erzeuger nie kennengelernt, sei in einem Heim bei Ordensschwestern aufgewachsen. Im Alter von 30 Jahren schließlich fand er ein Zuhause in Steinhöring im Betreuungszentrum. Und bald danach schloss er sich dem Fankreis an, um bei jedem Heimspiel seinen Verein anzufeuern und die Spieler abzuklatschen. Der EHC Klostersee wurde so zu seiner Familie, die ihm jetzt nach einem Schicksalsschlag helfen will.

Der „Torbohrer“ hatte 2015 einen schweren Schlaganfall erlitten. Seither ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. „Da Franz keine Angehörigen hat, kümmert sich sein Vormund Erika Dummer mit großer Unterstützung des Teams vom Steinhöringer Betreuungszentrum um sein Wohlergehen“, berichtet der EHC. Dabei habe es anfänglich ganz gut ausgesehen. „Im Sommer 2017 hatte er noch so große Fortschritte gemacht, dass seine Physiotherapeuten davon ausgingen, dass er sogar wieder aus dem Rollstuhl kommt. Aber im August hatte er dann ganz unerwartet so starke Krampfanfälle und in Folge eine schwere Lungenentzündung, sodass er fast 50 Tage auf der Intensivstation – größtenteils im Koma – gelegen ist und man dort bereits mit seinem Ableben gerechnet hat“, schildert der EHC die aktuelle Situation.

Auch aus dieser lebensbedrohlichen Lage habe sich Kießlinger wieder herausgekämpft und befinde sich nach einem Pflegeheimaufenthalt nun endlich wieder in seiner Steinhöringer Gruppe.

„Auch wenn er das alles nach einem tapferen Kampf überstanden hat, ist die ganze Situation mental für ihn sehr schwierig.“ Da er keinerlei finanzielle Mittel oder Reserven hat, will die EHC-Familie auch zukünftig Kießlinger unterstützen – sowohl mit Dingen, die er persönlich benötigt als auch mit Besuchen von Spielern und Verantwortlichen.  mps

Spendenkonto

EHC-Spendenkonto IBAN: DE 95 7025 0150 0000 1605 23

BIC: BYLADEM1KMS; Kennwort: Franz

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