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Sie sind stolz auf ihre Erfindung, den „Ordercube“: Daniel Pasternak (li.) aus Grafing und Igor Suslov aus Dachau.

Grafinger Erfindung

Ein Würfel für den entspannten Restaurantbesuch

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Grafing - Der Geistesblitz kam in einer schummrigen Münchner Bar. In einer Ecke saßen Daniel Pasternak (25) aus Grafing und Igor Suslov (26) aus Dachau und versuchten vergeblich, die Aufmerksamkeit des Kellners zu bekommen. Das regte ihren Erfindergeist an.

Das war im Jahr 2013. Inzwischen steht ihr „Ordercube“ – zu Deutsch „Bestellwürfel“ – kurz vor der Marktreife. Gemeinsam mit der Germeringer Firma PressFinish feilten Pasternak und Suslov jahrelang an dem leuchtenden Würfel, der das Bestellen im Restaurant revolutionieren soll.

Seine Funktionsweise ist simpel: Drückt man auf eine Ecke des Ordercube, wechselt dieser seine Farbe von neutralem Weiß zu leuchtendem Grün oder Blau, je nachdem, ob der Gast bestellen oder bezahlen möchte. So sieht der Kellner schon von Weitem, wenn der Kunde einen Wunsch hat. Lässt er sich dennoch Zeit, wechselt die Farbe des Würfels langsam in ein warnendes Rot und signalisiert: Der Gast wartet immer noch. Zusätzlich liefert der leuchtende Helfer via Smartphone-App Statistiken zu Bestellungen und Wartezeiten an das Restaurant. 

Der Nutzen liegt auf der Hand, erklärt Suslov: „Bestellknöpfe gibt es längst in jedem Flugzeug. Aber alles, was in dieser Art für Restaurants auf dem Markt ist, ist entweder unpraktisch oder hässlich.“ „Wir haben das gewisse Etwas“, ist sich Pasternak sicher, dass er und sein Geschäftspartner eine Marktlücke ausgemacht haben. Nun putzen Pasternak und Suslov Klinken und stellen ihre Erfindung bei Restaurants vor. 

Die ersten Reaktionen seien positiv ausgefallen, sagen die beiden. „Die Leute spielen damit, viele sind ganz begeistert“, sagt Suslov. Bislang seien knapp 100 Würfel vorbestellt, zum Einführungspreis von 75 Euro je Stück.

Das Unternehmertum liegt dem erfindungsreichen Duo im Blut: Pasternak und Suslov, seit ihrer Kindheit dicke Freunde, sind schon seit acht Jahren Geschäftspartner und haben mehrere Unternehmen ins Leben gerufen. Der Ordercube ist mehr als eine Hobby-Bastelei – gut 50 000 Euro sind bereits in die Entwicklung geflossen. Diese Anschubfinanzierung stammt aus der gemeinsamen Werbeagentur des Duos.

Die Freunde verbindet außerdem ihr Hintergrund: Pasternak stammt aus Moskau, Suslov aus dem kasachischen Almaty. Über ein Hilfsprogramm kamen ihre Familien nach Deutschland, wo sie sich kennen lernten. „Bei uns daheim war die finanzielle Situation immer angespannt“, erklärt Pasternak, woher der Unternehmergeist der beiden rührt. Jetzt hoffen sie, dass ihre Begeisterung für den Ordercube auf möglichst viele Restaurant- und Barbesitzer überspringt. Damit aus dem Geistesblitz in einer dunklen Münchner Bar eine Erfolgsgeschichte wird.

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