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Sie sparten nicht mit Spott: Die Clowns Wiggal, Giagl und Ferdl (v.l.).

Grafinger Faschingsvarieté

„August“ gibt’s nur noch aus Holz

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Bis zuletzt hatte der TSV Grafing das Geheimnis gehütet wie einen wertvollen Schatz. Dann,  bei der ersten von vier Vorstellungen des Grafinger Faschingsvarietés, wurde es gelüftet. Stefan Marschner ist der Nachfolger von Clown „August“, der 2017 seinen Abschied erklärt hatte

Grafing – Der Neue heißt „Ferdl“ und steht ab jetzt an der Seite von „Wiggal“ und „Giagl“. „August“ spielt nur noch eine Nebenrolle als hölzerner Kamerad, auf dem die Clowns die Schnäpse abstellen können, die sie reihenweise von den Zuschauern spendiert bekommen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: „Ferdl“ führte sich bei der 121. Neuauflage des beliebten Varietés glänzend in das Spekatkel ein, er zeigte sich sangesgewaltig und trinkfest, beißender Spott auf die Lokalprominenz kommt ihm ebenso leicht über die Lippen wie seinen Kollegen Hermann Holzmann und Martin Weigand, die, bevor sie „Ferdl“ verpflichteten, noch die beiden Stadträte Josef Carpus (CSU) und Josef Klinger (FW) auf der Bühne gecastet hatten – allerdings ohne Erfolg für die Sepps.

Das Derblecken der Clowns kam in diesem Jahr wieder bissiger daher, im Vergleich zu 2017 haben sie die Schrauben angezogen, ein wenig sicherlich zum Leidwesen von Bürgermeisterin Angelika Obermayr, der sie bei der Baustellenplanung im vergangenen Jahr komplettes Versagen attestierten und ihr drohten, einen Graben ums Rathaus zu ziehen. Damit Obermayr und Co. darin in Ruhe verweilen, „nachdenken und Däumchen drehen“ können.

Sein Fett bekamen auch der Grafinger Landtagsabgeordnete Thomas Huber (CSU) und „eher unbekannte“ Grafinger Stadträte weg. Ersterem wiesen die Clowns per Fotos nach, dass er im Unterschied zu Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer und „dem Bundes-Andi“ einfach nicht anzapfen kann. Die Stadträte, die sich nie etwas zu schulden kommen lassen, forderten die Clowns auf, doch mal etwas anzustellen und es zu machen wie die CSU: Viel Schmarrn bauen, dann kommt man in den Liedern vor.

Für besondere Glanzpunkte sorgten die verschiedenen Turngruppen des TSV Grafing, von den Zwergen bis zu den Leistungsturnern, die die Zuschauer mit ihren Auftritten in liebevoll geschneiderten Kostümen ebenso ins Staunen versetzten wie die Showtanzgruppe „High Energy“ der Grafinger Faschingsbären und die Garde des TSV.

Ihr schauspielerisches Können stellten einmal mehr die Feuerwehr mit ihrer Modenschau „Grafing bewegt sich“ und die Faschingsbären mit dem Stück „Der Fluch“, das im alten Ägypten spielte, eindrucksvoll unter Beweis.

Und dann hieß es Abschied nehmen: von der „IG Tschippendales“, die das zwölfte und letzte Mal auftrat. Die Männer verabschiedeten sich mit einem Einblick hinter die Kulissen des Todessterns.

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