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Perfekt: Die Gardemädels des TSV Grafing.

Fünfte Jahreszeit

Grafinger Faschingsvarieté: Top Akrobatik und tolle Späße

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Staunen und lachen: Beim Grafinger Faschingsvarieté war wieder beste Unterhaltung garantiert.

Grafing – Die Akteure waren mit einem derartigen Eifer bei der Sache, dass die Besucher fast Angst haben mussten, die waghalsigen Turner könnten bei ihren vielen Flickflacks Hals über Kopf von der Bühne krachen: Das Grafinger Faschingsvarieté ist und bleibt aber ein unfallfreies Gesamtkunstwerk, das getragen wird von einem riesigen Engagement vieler Einzelner, von den Verantwortlichen bis hinunter zu vierjährigen Kindern. Prädikat auch heuer: Unbedingt sehenswert.

Publikum von der ersten Minute an begeistert

Bei der Premiere am Freitagabend, der noch weitere Vorstellungen am Samstag und Sonntag folgen sollten, hatten die Akteure das Publikum in der Stadthalle von der ersten Minute an im Griff. Das akrobatische Intro gestalteten die Coolen Turnkids, winzige Flöhe, die mit einem rührenden Ernst an ihre Vorführung herangingen und dabei das Publikum sofort für sich vereinnahmten. Überhaupt bestritten die Turner große Strecken des Programms, das von Klaus Welm und seinem Technikteam zum Teil spektakulär ins rechte Licht gerückt wurde, etwa bei der Nummer „Unterwasserwelt“ der Turnermädchen, beim „Frühlingsfest“ der Turnerinnen oder beim Auftritt der Showtanzgruppe High Energy, deren Hebefiguren den Luftraum über der Bühne locker ausfüllten. Eine beeindruckende Leistung zeigte auch Evi Kaiser von der Gruppe Movimento mit einer Solonummer auf einem schmalen Riesenreifen, mit dem sie über die Bühne fegte, als würde sie ihr ganzes Leben lang nichts anderes machen, als auf einem Rhönrad zu trainieren.

In Poing steht derweil ein anderes Faschingsspektakel an: die Bauernhochzeit

Breiten Raum nahmen wie immer die mit Spannung erwarteten Potpourris der drei Clowns Girgl, Ferdl und Wiggerl ein. Hermann Holzmann, Martin Weigand und Stefan Marschner waren nicht nur bestens disponiert, sondern hatten sich heuer zusätzlich zu ihren deftigen Pointen auch noch etwas Besonderes ausgedacht. Sie stellten der Grafinger Bürgermeisterin Angelika Obermayr und ihrem Ebersberger Kollegen Walter Brilmayer listig ein rotes Fähnchen auf den Tisch, dass sich wie ein Fuchsschwanz an einer ausziehbaren Autoantenne befand und den Aufdruck „CS“ trug. Das bedeutete soviel wie „Clown-Schnaps“, und wer mit der Fahne wedelte, orderte damit drei Schnäpse mit Limettenscheiben für die frechen Sänger. Das funktionierte an dem Abend so gut, dass die Besucher bald zu testen begannen, wie viele dieser Limettenstückchen das Trio wohl noch vertragen würde, ohne seinen Text zu vergessen. Die Clowns aber wehrten sich tapfer und verteilten ihre Breitseiten gegen die lokale Prominenz, die sich wiederum heimtückisch und zum Gaudium des Publikums mit weiteren Schnapsrunden revanchierte, dass es nur so seine Art hatte.

Honoratioren kräftig auf Korn genommen

Die Grafinger Bürgermeisterin und ihre Mitbewerber um den Rathauschefsessel wurden von den Faschingsbären nach Kräften aufs Korn genommen, die dazu einen Tanker auf die Bühne geschleppt hatten, an dem die neuen Bewerber mehr oder weniger als Treibgut vorbeizogen. Und weil zwei dieser Aspiranten mit Vornamen Christian heißen, lautete ihr Wahlslogan: „Wählt Christian, nicht Christian.“ Einem dieser beiden wurde von den Clowns nachgesagt, dass er bei einem Wirtshausbesuch seine Jacke samt Geldbeutel und Rathausschlüssel in dem Lokal hatte hängen lassen, und der Wirt dieser Lokalität dieses Kleidungsstück am nächsten Tag dazu verwendete, um die Toiletten zu putzen, bevor es zu seinem Besitzer zurückkehrte.

Nach der Pause und der starken Nummer „Light Warriors“ der weiblichen Turnjugend führte die Grafinger Feuerwehr Besucher von auswärts durch die Stadt um dabei festzustellen, dass nicht alles geöffnet ist, was äußerlich glänzt, womit auch die Stadthalle Thema wurde.

Viele starke Nummern

Nach einem Wiederhören mit Musik aus den 80er Jahren schaffte es die Kuschelbärenbande, eine Gruppe junger Männer, zu bereits sehr vorgerückter Stunde, besonders die jungen weiblichen Besucher des Faschingsvarietés noch einmal komplett aus der Reserve zu locken. Danach setzten die Gardemädchen, die bereits den Anfang des Programms gestaltet hatten, einen optisch höchst gelungenen Schlusspunkt. Durch das Programm führten routiniert die Varieté-Direktoren Thomas Urban und Felix Richter.

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