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Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr (hier bei einem Termin mit Firmenvertretern) in Schammach II, freut sich auf ein „grünes“ Gewerbegebiet.

Schammach II wird grün

Grafinger Gewerbepark als Parkanlage

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68 Bäume, dazu fast 100 jüngere Exemplare eigens aus einer Baumschule beschafft, außerdem 680 Gehölze. Und dann noch eine Wiesenansaat für 2700 Quadratmeter: Das klingt nach Park oder? Falsch! Bei diesen Zutaten handelt es sich um die künftige Ausstattung des Gewerbegebietes Schammach II in Grafing.

Grafing – Die Details dazu sind einer Ausschreibung zu entnehmen, die die Stadtverwaltung in der jüngsten Ausgabe des Staatsanzeigers veröffentlicht hat. Zuständig dafür ist Anna-Maria Pätzold. Das Gelände soll in Teilen ökologisch aufgewertet werden.

Der betriebene Aufwand erklärt sich unter anderem dadurch, dass der Bauverwaltung das Kunststück gelungen ist, den vorgeschriebenen Ausgleich zu einem guten Teil auf der für die neue Gewerbeansiedlung überplanten Fläche selbst zu schaffen. Trotzdem hat die Entwicklung dieses Gewerbegebietes in Rekordzeit geklappt. Voraussetzung für die Genehmigung war auch, dass die Stadt in der Katzenreuther Filze Flächen ökologisch verbessert.

Vorangegangen waren dazu intensive Verhandlungen mit der unteren Naturschutzbehörde, wobei beiden Verhandlungspartnern, Stadt und Kreisverwaltung, deutliche Kompromisse abverlangt wurden. Das Gelände wurde modelliert, ein Gewässer musste umgelegt und aufgeweitet werden, damit es im Sommer teilweise trocken fallen kann. Davon profitieren Insekten und Amphibien.

Das Resultat dieser erfolgreichen Abwägung soll jetzt ab 30. September Gestalt annehmen. Auf dieses Datum ist der Beginn der „vegetationstechnischen Bodenarbeiten“ auf einer Fläche von insgesamt 4000 Quadratmetern festgelegt worden. Bis Ende April 2020, also pünktlich zu Beginn der Vegetationsperiode, soll alles fertig sein. Die ausführende Firma muss die Bepflanzung anschließend noch zwei Jahre pflegen. Und damit die Rehe aus dem angrenzenden Wald nicht gleich die jungen Bäumchen anknabbern, wird dazu noch ein Wildzaun mit der stattlichen Ausdehnung von einem dreiviertel Kilometer angelegt.

Ein weiteres Kunststück war, dass das gesamte Oberflächenwasser, das sich auf den Dachflächen und den versiegelten Arealen im Gewerbegebiet ansammelt, auch auf den Flächen dort versickern muss. Das schafft glücklicherweise ein leistungsfähiger Schluckbrunnen, ohne den das Projekt in schwieriges Fahrwasser gekommen wäre. Denn in weiten Teilen des Gewerbegebietes ist der Untergrund nahezu wasserundurchlässig.

Inzwischen haben sich die ersten Firmen größere Flächen gesichert (wir berichteten). „Ich mache immer Werbung damit, dass das ein grünes Gewerbegebiet ist“, freut sich Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) über die Nachfrage. „Alle großen Grundstücke sind bereits verkauft“, berichtet Bauamtsleiter Josef Niedermaier. „Das geht wie geschmiert da draußen.“ Kleinere Flächen seien aber noch vorhanden, „Die Weichen werden dazu in den nächsten Wochen gestellt.“ Im Frühjahr werden die ersten Bauarbeiten zur Errichtung von Gewerbegebäuden beginnen.

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