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Mitten in der Stadt in direkter Nachbarschaft zur Kirche wird nach Abbrucharbeiten ein Riesenloch gegraben – für die Tiefgarage, die zu einem Büro- und Wohnhaus gehören wird, das hier entsteht.

Grafinger Innenstadtverdichtung schreitet voran

Büro- und Wohnhaus direkt an der Kirche

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Grafing - Die Grafinger Innenstadtverdichtung schreitet voran. An der Rotter Straße enstehen derzeit  70 Wohneinheiten. Schräg gegenüber wird in direkter Nachbarschaft zur Kirche ein Riesenloch gegraben – für die Tiefgarage, die zu einem Büro- und Wohnhaus gehören wird, das hier gebaut wird.

Der alte Bestand musste dafür weichen. Unter anderem war dort die Caritas mit einer Nebenstelle untergebracht.

Wer glaubt, dass der Platz in unmittelbarem Umgriff um die Kirche St. Ägidius zu einem der ältesten Siedlungsteile von Grafing gehört, den kann der Leiter des städtischen Archivs, Bernhard Schäfer, eines Besseren belehren. Denn nach einem Katasterblatt, das ihm vorliegt, und das aus dem Jahr 1856 datiert, „war die Kirchenstraße damals noch gar nicht existent“. Um diese Zeit sei diese Fläche noch eine Wiese gewesen.

Aus alten Zeitungsanzeigen wisse man aber, so Schäfer, dass hier der Grundbesitzer in später errichteten Gebäuden unter anderem einen Kunstdünger- und Saatguthandel betrieben hat, wovon an einem alten Gebäude noch eine Laderampe Zeugnis abgelegt hat.

Die Stadt hat hier der Errichtung eines Gebäudes mit drei Vollgeschossen zugestimmt mit einer Firsthöhe von über 14 Metern und einer Wandhöhe von circa sieben Metern. „Das ist etwas mehr, als das Bestandsgebäude hatte“, sagt Thomas Schelske von der städtischen Bauverwaltung, füge sich aber trotzdem in die Umgebungsbebauung ein.

In dem Neubau werden vier Wohnungen, ein Büro und zwei Praxen entstehen. Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt über die Rotter Straße und den St. Ägidius-Weg.

Die schrittweise Sanierung ist ein Thema, das die Stadt schon seit über 30 Jahren beschäftigt. Eine erste, vorbereitende Untersuchung zur Erhaltung der Altstadt und Sanierung der Innenstadt stammt aus dem Jahr 1981. Inzwischen haben sich allerdings die Parameter erheblich verschoben, denn der Siedlungsdruck hat derart zugenommen, dass Kompromisse erforderlich werden, die man vor drei Dekaden noch nicht auf dem Radar hatte. Vielerorts ist die „Nachverdichtung“ also dichter ausgefallen, als ursprünglich angenommen, auch wenn es in einer Broschüre aus dem Jahr 2004 zum städtebaulichen Rahmenplan hieß: „Damit verbleiben Spielräume, die Sanierungsziele unter Berücksichtigung der Interessen der Betroffenen und der sich ständig ändernden Anforderungen umzusetzen.“

An diesem Rahmenplan hatte der renommierte Experte Klaus Immich mitgewirkt und diese Spielräume werden derzeit bis an den Rand des baulich Erlaubten gedehnt. Das fand im Grafinger Stadtrat schon Kritiker, andererseits ist es das Gremium selbst, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, künftige Siedlungstätigkeit möglichst flächenschonend zu gestalten.

Auch das neue Baugebiet auf dem alten Baywa-Gelände in Grafing mit geschätzten 200 Wohneinheiten wird Ausdruck dieser Siedlungspolitik werden, für die schwierige Lärmschutzverhältnisse in Kauf genommen werden müssen. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft des neuen Baugebietes ist die Bahn als Hauptlärmquelle zu berücksichtigen.

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