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Dicht weil Wasserleitung undicht? Das JiG in Grafing,

Jugendliche wollen nicht ins Kiermeierhaus

Grafinger JiG: Sanieren gegen umziehen

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Die Mitgliedervollversammlung der Grafinger Jugendinitiative (JiG) hat einen Umzug von der Rotter Straße ins Kiermeierhaus abgelehnt. Einen solchen hatte Bürgermeisterin Angelika Obermayr nach einem Heizungsausfall im Jugendzentrum vorgeschlagen.

+++Update+++

Vielleicht gibt es ja doch eine Lösung, die undichten Wasserleitungen im Grafinger JiG zu reparieren, ohne dass dazu die Jugendinitiative das Haus an der Rotter Straße verlassen müsste. Diese Möglichkeit soll in den nächsten Tagen geklärt werden. Das wurde am Dienstagabend im Bauausschuss diskutiert. Wäre eine gute Nachricht fürs JiG. Es gibt eine Technologie, Leitungen abzudichten, ohne dass dazu die Wände aufgestemmt werden müssten. Die Idee dazu kam von CSU-Stadtrat Max Graf von Rechberg.

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Grafing - Der Winter war’s: Weil im Grafinger Jugendzentrum JiG bereits seit Sommer vergangenen Jahres die Heizung in Teilen ausgefallen ist, ist bei den aktuell strengen Frösten die Wasserleitung eingefroren (wir berichteten). Die WCs funktionieren nicht mehr, der Veranstaltungsraum bleibt kalt, der Verein schreibt deshalb derzeit ein finanzielles Minus – etwa 150 Euro pro Woche. Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) hat in dieser Situation einen Umzug ins Kiermeierhaus ins Gespräch gebracht. Dann die Ernüchterung: Die JiG-Mitgliedervollversammlung hat das abgelehnt. Ist das undankbar, oder hat der Verein dafür gute Gründe? Vermutlich wird es ganz darauf ankommen, wie der Stadtrat dieses Verhalten interpretiert. Deshalb lohnt ein Blick auf die Fakten.

Soll vor der großen Sanierung des Domizils an der Rotter Straße noch einmal eine Notreparatur durchgeführt werden, deren Kosten Obermayr (Grüne) auf 30 000 Euro schätzt? Dazu macht Lukas Müller, der Vorstand des Vereins JiG, folgende Rechnung auf: „Gerade wenn es jetzt darum geht, Geld für die Teilsanierung zu bewilligen, ist auch klar, dass das JiG seit 30 Jahren ehrenamtlich die Jugendarbeit macht, die ein ausgebildeter Sozialpädagoge für ein Jahresgehalt von etwa 35 000 € oder mehr leisten würde. Wir sind stolz und froh, diese Arbeit zu machen und zuversichtlich, dass ein kaputtes Rohrleitungssystem nicht der Grund sein sollte, wieso wir sie einstellen müssen.“ Es sei deshalb von allgemeinem Interesse, dass der Verein weiter existiere. Warum werden dann nicht die angebotenen Räume im Kiermeierhaus akzeptiert?

Veranstaltungen der Größenordnung, wie sie bisher am Standort in der Rotter straße durchgeführt wurden, wären dort aufgrund des geringeren Platzangebotes nicht möglich. „Wir glauben, dass unser Verein im Kirmeierhaus nicht lange überleben würde“, fürchtet Müller und berichtet: „Es gab in der Vergangenheit bereits Zeiten, in denen aus Zeitmangel o.Ä. wenige Veranstaltungen im JiG stattfanden; in diesen Zeiten stand auch der Verein regelmäßig vor der Auflösung. Wir sind froh, diese Zeiten überstanden zu haben.“ Obermayr hingegen ist skeptisch, ob sich Räume mit geeigneter und für Veranstaltungen vorgeschriebener Höhe, in denen laute Musik gemacht werden könne, in Grafing überhaupt finden lassen.

Die Jugendinitiative verweist darauf, dass sie bis dato gute Erfahrungen mit der Stadt gemacht habe. „Bisher können wir auf eine gute Kooperation mit dem Rathaus zurückblicken, wenn es darum ging, Schäden am und im Gebäude zu beseitigen und wir sind zuversichtlich, dass die Stadt Grafing ihren Eigentümerpflichten auch in dieser Sache nachkommen wird.“

Das selbstverwaltete Jugendzentrum gehört zu den ältesten Einrichtungen seiner Art in Bayern.

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