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Die Lebensretter am Tag nach ihrer heldenhaften Tat (v.l.): Josef, Michael und Josef jun. Kendlinger.

Grafinger Lebensretter werden ausgezeichnet

Drei Engel aus Wiesham

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Josef Kendlinger, Landwirt aus dem Grafinger Ortsteil Wiesham, und seine beiden Söhne Michael und Josef jun. erhalten die bayerische Lebensrettermedaille. Sie haben eine Frau vor dem Ertrinken gerettet.

Wiesham – „Die Tochter der Frau ist ein paar Tage später zu mir gekommen, hat mich umarmt und gesagt: ,Danke, dass du meine Mama rausgezogen hast’. Das war sehr ergreifend“, erinnert sich Josef Kendlinger an diesen Tag Ende Juli 2016. Der Landwirt hatte damals zusammen mit seinen Söhnen Michael (35) und Josef (33) eine Frau vor dem Ertrinken gerettet. Sie saß nach unwetterartigen Regenfällen mit ihrem Auto in der vollkommen überfluteten Bahnunterführung in Wiesham (Grafing) fest.

Im Wagen war nur noch wenig Luft unter dem Dach, die Türen konnte die Verzweifelte aus eigener Kraft nicht mehr öffnen.

Ein schweres Unwetter hat im Juli vergangenen Jahres die Bahnunterführung auf der B 304 bei Wiesham volllaufen lassen, eine Frau blieb mit ihrem Wagen in den Wassermassen stecken und musste um ihr Leben kämpfen.

„Da ging es wirklich um Sekunden“, erinnert sich der heute 63-Jährige. Nicht nur die Gerettete und ihre Tochter bedankten sich bei ihren Schutzengeln. Am Mittwoch, 24. Mai, wird Kendlinger und seine Söhnen die Lebensrettermedaille verliehen. Die Drei erhalten die Auszeichnung um 11 Uhr aus den Händen von Ministerpräsident Horst Seehofer und seiner Gattin Karin. „Ohne meine Buben stelle ich mich da nicht hin“, sagt Kendlinger bestimmt. Die Lebensrettung sei ein Gemeinschaftswerk gewesen.

Der Landwirt erinnert sich noch genau an die Situation damals. Er und seine Söhne hätten zuerst kontrolliert, ob die zu Sturzbächen angeschwollenen Fließgewässer in der Umgebung schon den Hühnerstall auf dem Wieshamer Hof überschwemmt hatten. Mit zwei Autos seien sie auf den Feldwegen zu den betroffenen Ackerflächen unterwegs gewesen. „Wir haben uns mit Handys verständigt, weil bei dem Sauwetter keiner aus dem Auto aussteigen wollte.“ Auf der Brücke über der Bahnunterführung angelangt, hätten sie schließlich das Auto der Frau gesehen. „Wir haben runtergeschrien, ob da noch weitere Personen drin sind. Dann hab ich auf den Feuerwehrmodus umgeschaltet“, berichtet Kendlinger, der viele Jahre aktiven Dienst geleistet hat. Er und sein Sohn Michael springen kurz entschlossen von der hohen Betonböschung in das trübe Wasser, das inzwischen die ganze Unterführung überflutet hat. „Ich hab’ nicht nachgedacht, ob ich das mit meinen 62 Jahren überhaupt noch schaffe“, sagt der Landwirt in der Rückschau. Während er und sein Sohn mit aller Kraft an der Autotüre zerren und sie schließlich öffnen können, sichert Sohn Josef die beiden mit einem Seil der inzwischen eingetroffenen Feuerwehrkräfte. Die Frau kann schließlich mit vereinten Anstrengungen aus ihrer lebensbedrohlichen Lage gerettet werden. Tage später wird sie zusammen mit ihrer Tochter die Familie Kendlinger aufsuchen und aus Dankbarkeit einen Geschenkkorb überreichen.

Josef Kendlinger und sein Sohn Michael führen die Gerettete, an einem Seil gesichert, aus der Unterführung.

Ende gut, alles gut. „Da hatte ich so viel Adrenalin im Blut, dass ich gar nicht nachgedacht habe“, sagt der Landwirt in der Rückschau darauf, dass er und sein Sohn bei dem Sprung in das trübe Wasser ihr eigenes Leben riskiert haben. „Am nächsten Tag war ich saumüde“, kann er sich noch erinnern.

„Mit der staatlichen Auszeichnungen für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr wird der mutvolle und uneigennützige Einsatz zur Rettung von Menschenleben gewürdigt“, informiert die Staatsregierung zur Lebensrettermedaille. Es müsse als Anliegen unserer Gesellschaft angesehen werden, dass der Staat den hohen ethischen Wert des Lebenseinsatzes zur Rettung von Menschen sichtbar würdigt, denn die Retter setzen auch Zeichen: „Helfen statt Wegsehen!“

Die Rettungsmedaille wird seit 1952 verliehen. Es erhält sie, wer zur Abwendung von Lebensgefahr für Menschen oder zur Rettung eines Menschen aus Lebensgefahr sein eigenes Leben einsetzt. Entsprechende Auszeichnungsvorschläge können bei jeder Bezirksregierung, in deren Bereich die Rettungstat stattgefunden hat, formlos eingereicht werden.

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